> Pauline
Photo of Pauline Thornley from Skegness
Pauline Thornley / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness 
🇩🇪​​​​​​​ Pauline Thornley  (geb. 1946)
Ich wuchs in den flachen, weiten Fens von Lincolnshire auf, wo der Horizont endlos scheint und der Wind nie ganz zur Ruhe kommt. Einige meiner frühesten Erinnerungen sind von Angelausflügen mit meinem Vater rund um Skegness — wir zogen Kabeljau vom Ufer, knieten in schlammigen Prielen nach Plattfischen und sammelten Salzwasserspargel unter weiten Sommerhimmeln. Spaziergänge und Picknicks in Gibraltar Point, lange bevor es ein Naturschutzgebiet wurde, sind in mir wie Fußspuren im Sand eingeprägt.
Die Schule führte mich zunächst nach William Lovell in Stickney und später nach Lumley in Skegness, wo ich einen Kurs in Stenografie und Schreibmaschinen absolvierte. Mein Lincolnshire-Dialekt zog Gelächter auf sich. Ich begann, Wörter wegzulassen und meine Stimme zu mildern, um mich anzupassen — nur um zu Hause gesagt zu bekommen, ich würde plötzlich „vornehm sprechen“. Da begriff ich zum ersten Mal, wie leicht ein Teil von einem selbst verloren gehen kann.
Also begann ich zu schreiben. Zuerst leise, in Fragmenten und privaten Gedanken, Dinge, die ich nicht laut aussprechen konnte. Mit der Zeit wurden diese Worte Gedichte — verwurzelt in der Natur, denn Land und Meer richteten nie ein Urteil. Mein Großvater lehrte mich, Pilze, Pflanzen und die feine Sprache der Natur zu lesen. Ich wurde eine begeisterte Sammlerin, lernte, was nährt und was schadet. Spaziergänge durch Dünen und Marschen wurden mehr als Bewegung; sie hielten mich körperlich und seelisch im Gleichgewicht.
1967 heiratete ich Chris. Manchmal begleitete er meinen Vater an den Strand, um Leinen für Kabeljau auszuwerfen, in Gewässern, die einst grenzenlos schienen. Diese Welt hat sich verändert. Kabeljau gibt es kaum noch; Meeräsche ist häufiger. Selbst das Meer flüstert, dass nichts stillsteht.
Die Arbeit führte uns für ein Jahrzehnt in die West Midlands. Ich wurde Tutorin und unterrichtete Englisch als Zweitsprache für Menschen aus aller Welt, jeder mit seiner eigenen Geschichte von Verlust, Hoffnung und Neuanfang. Sutton Coldfield und Birmingham waren eine ganz andere Welt als die Ostküste, doch ich fand Trost in den weiten Grünflächen des Sutton Parks und schrieb weiter, versuchte, die Strömungen des Lebens zu verstehen.
1998 kehrten wir nach Lincolnshire zurück, kauften ein Gästehaus und verbrachten siebzehn Saisons damit, das Sandgate Hotel in Skegness zu führen. Es war unermüdliche Arbeit, doch sie brachte Menschen in unser Leben — Familien, die Jahr für Jahr zurückkamen, Fremde, die Freunde wurden. In ruhigen Momenten kehrte ich zu den Dünen und Salzwiesen zurück, sammelte wieder Pflanzen und verband mich mit etwas Älterem und Beständigem als die Routine. Ich unterrichtete außerdem ESOL-Klassen für meine alte Schule, jetzt The Earl of Scarborough — ein stiller Kreis, der sich schloss.
Nach dem Tod meines Vaters widmete ich mich ganz dem Hotel, bis ich 2016 in Rente ging. Doch das Unterrichten rief mich zurück. Ich hielt über 100 Kurse für iranische Christen in der Storehouse Church und half ihnen, sich in einem neuen Land und mit einer neuen Sprache zurechtzufinden. Ihre Widerstandskraft und Dankbarkeit begleiteten mich lange nach Ende der Stunden.
Chris starb 2023. Sein Fehlen hinterließ eine Stille, die selbst das Meer zu spüren schien. Und doch finde ich ihn in dieser Stille überall: im Rhythmus der Gezeiten, in den hartnäckigen Trieben des Salzwasserspargels, im Lachen von Angelausflügen mit meinem Vater, in den Schritten von Schülern, die zum ersten Mal Englisch lernen, und in den Worten, die ich noch schreibe. Das Leben fließt weiter, geformt von denen, die wir lieben und verlieren, vom Land und Meer, die mich stets gehalten haben, und von den stillen Freuden, die uns daran erinnern, wer wir sind und wo wir herkommen.
🇬🇧 Pauline Thornley  (b. 1946)
I grew up in the flat, open Fens of Lincolnshire, where the horizon stretches forever and the wind never quite settles. Some of my earliest memories are of fishing trips with my father around Skegness — hauling in cod from the shore, kneeling in muddy creeks for flatfish, and gathering marsh samphire beneath wide summer skies. Walks and picnics at Gibraltar Point, long before it became a Nature Reserve, are etched into me like footprints in sand.
School took me to William Lovell in Stickney, then to Lumley in Skegness, where I trained in shorthand and typing. My Lincolnshire dialect drew laughter. I began dropping words, softening my voice, trying to fit in — only to be told at home I was suddenly “talking posh.” That’s when I first understood how easily a part of yourself can slip away.
So I wrote. At first quietly, in fragments and private thoughts, things I couldn’t say aloud. Over time, those words became poems — rooted in nature, because the land and sea never judged. My grandfather taught me to read fungi, plants, and the subtle language of the land. I became a keen forager, learning what could nourish and what could harm. Walking through the dunes and marshes became more than exercise; it became a way to remain steady, physically and in spirit.
I married Chris in 1967. He would sometimes join my father on the beach, casting lines for cod in waters that once seemed limitless. That world has changed. Cod are fewer now; sea bass more common. Even the sea whispers that nothing stands still.
Work took us to the West Midlands for a decade. I trained as a tutor and taught English as a Second Language to people from across the globe, each with their own story of displacement, hope, and reinvention. Sutton Coldfield and Birmingham were a world away from the East Coast, but I found solace in Sutton Park’s vast green spaces and kept writing, trying to make sense of life’s currents.
In 1998, we returned to Lincolnshire, buying a guest house and spending seventeen seasons running the Sandgate Hotel in Skegness. It was relentless work, but it brought people into our lives — families returning year after year, strangers becoming friends. In quiet moments, I returned to the dunes and saltmarshes, foraging again, reconnecting with something older and steadier than routine. I also ran ESOL classes for my old school, now The Earl of Scarborough — a quiet circle completed.
When my father died, I devoted myself to the hotel until retirement in 2016. But teaching called me back. I delivered over 100 classes for Iranian Christians at Storehouse Church, helping them find their footing in a new country and a new language. Their resilience and gratitude lingered long after the lessons ended.
Chris passed away in 2023. His absence left a silence even the sea seemed to notice. Yet in that silence, I find him everywhere: in the rhythm of the tides, in the stubborn shoots of marsh samphire, in the laughter of fishing trips with my father, in the footsteps of students learning English for the first time, and in the words I still write. Life flows on, shaped by those we love and lose, by the land and sea that have always held me steady, and by the quiet joys that remind us who we are and where we came from.
> Hannah

Hannah Tompkins / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪​​​​​​​ Hannah Tompkins (geb. 1994)
Geboren in Skegness, wo der Horizont endlos scheint und das Meer sich wie etwas anfühlt, das allen gehört, gehörte ein Teil von mir immer schon dorthin. Selbst jetzt, wo ich in Gibraltar lebe, zieht es mich immer wieder ans Ufer, als würde die Flut Stücke von Zuhause zurücktragen, immer wieder, und niemals weit weg treiben lassen. Der Duft von Salz, der Ruf der Möwen, das Gefühl von Sand unter den Füßen – sie sind ein leiser Trost, eine Erinnerung daran, wer ich bin, woher ich komme.
Nach der Schule zog ich nach London, um Fotografie zu studieren, ganz in den Fußstapfen meines Vaters. Ich gab alles, was ich hatte, und hatte das Glück, mit Auszeichnung einen First-Class-Abschluss zu machen. Meine frühen Arbeiten erkundeten die Körper von Frauen, ihre Sanftheit und Stärke, den Mut, die eigene Haut zu bewohnen. Als meine Ausstellung nach Einbeck eingeladen wurde, fühlte es sich an wie eine geöffnete Tür, ein leises Flüstern von Möglichkeiten. Ich stellte mir vor, dort zu stehen, die Arbeit zu sehen, die mein Herz erfüllt hatte, und die Verbindung zu den Menschen im Raum zu spüren.
Doch das Leben verläuft selten so, wie man es sich vorstellt.
Ich war zu krank, um zur Eröffnung zu gehen. Der Krebs kam ohne Vorwarnung und zerstörte in einem Augenblick jede Sicherheit, die ich über meinen Körper, mein Leben, meine Zukunft hatte. Ich erinnere mich an den Spiegel an einem Morgen, wie ich nach jemandem suchte, den ich kannte, und stattdessen eine Fremde fand. Ein Körper, der sich nicht mehr wie meiner anfühlte. Ein Ich, das verschwunden war, zurück blieb nur Verwirrung, Angst und ein tiefes Gefühl des Verlustes.
Zu einer Zeit, in der ich über Akzeptanz arbeitete, fiel es mir schwer, mich selbst mit Sanftmut zu betrachten. Es war ein dunkles, unsicheres Kapitel, das mir auf eine Weise alles nahm, die ich nicht benennen konnte, mich veränderte und still lehrte, widerstandsfähig zu sein. Lange Zeit schien es kein „Danach“ zu geben.
Und doch… kam Licht.
Nicht in einem Feuerwerk, sondern leise, beharrlich. In Freundlichkeit, in Geduld, in den Menschen, die mich hoben, als ich nichts mehr für mich selbst hatte. Diejenigen, die mit der Ausstellung verbunden waren, trugen mich weiter, als sie es je wissen könnten. Langsam, vorsichtig, kehrte das Leben zurück. Mein Haar wuchs nach. Meine Kraft kehrte zurück. Hoffnung, zart und zerbrechlich, fand ihren Weg zu mir.
Mein Krebs ging in Remission. Ich verliebte mich. Ich heiratete. Gegen alle Widrigkeiten wurde ich Mutter von zwei wunderbaren Kindern, beide mit demselben roten Haar, wie Fäden, die uns über Generationen verbinden – eine Erinnerung daran, dass das Leben weitergeht, dass Liebe bleibt. Ich empfinde tiefe, dauerhafte Dankbarkeit für Bad Gandersheim, einen Ort, den ich als Kind kannte und zu dem ich während einer der dunkelsten Zeiten meines Lebens im Geiste zurückkehrte. Eines Tages hoffe ich, wieder dort zu stehen, nicht so wie ich war, sondern so wie ich jetzt bin.
Verändert, aber immer noch hier.
Das Meer lehrte mich, dass nichts für immer stillsteht. Selbst die dunkelsten Gezeiten ziehen sich zurück, egal wie endlos sie scheinen. Und wenn sie es tun, hinterlassen sie etwas Stärkeres, Sanfteres, still voller Hoffnung. Etwas, das uns vorwärts trägt, durch Verlust, durch Angst, zurück ins Leben.
🇬🇧 Hannah Tompkins  (b.1994)
Born in Skegness, where the horizon stretches endlessly and the sea feels like it belongs to everyone, a part of me has always belonged there too. Even now, living in Gibraltar, I find myself drawn to the shoreline, as if the tide carries pieces of home back to me, again and again, never letting them drift too far away. The scent of salt, the cry of gulls, the feel of sand under my feet—they are a quiet comfort, a reminder of who I am, of where I began.
After school, I moved to London to study photography, following in my dad’s footsteps. I poured everything I had into it, and I was fortunate to graduate with a first-class honours degree with distinction. My early work explored women’s bodies, softness and strength, the courage it takes to inhabit your own skin. When my exhibition was invited to be shown in Einbeck, it felt like a doorway opening, a whisper of possibility. I imagined standing there, witnessing the work I had poured my heart into, connecting with others across the room.
But life rarely follows the path we imagine.
I was too ill to attend the opening. Cancer arrived without warning, shattering the fragile certainty I had about my body, my life, my future. I remember the mirror one morning, searching for someone I recognised, and finding a stranger instead. A body that no longer felt like mine. A self that had vanished, leaving only confusion, fear, and a profound sense of loss.
At the time I was creating work about acceptance, I struggled to meet my own gaze with gentleness. It was a dark, uncertain chapter, one that took from me in ways I could not name, reshaping me, silently teaching me resilience. For a long while, it didn’t feel like there would ever be an “after.”
And yet… light arrived.
Not in a blaze, but softly, insistently. In kindness, in patience, in the people who lifted me when I had nothing left to give myself. Those connected to the exhibition carried me further than they could ever know. Slowly, cautiously, life returned. My hair grew back. My strength returned. Hope, tentative and fragile, found its way to me.
My cancer went into remission. I fell in love. I got married. Against all odds, I became a mother to two beautiful children, both with the same red hair, like threads weaving us together across generations—a reminder that life persists, that love endures. I hold deep, enduring gratitude for Bad Gandersheim, a place I knew as a child and returned to in spirit during one of the darkest times of my life. One day, I hope to stand there again, not as I was, but as I am now. Changed, but still here.
The sea taught me that nothing stays still forever. Even the darkest tides recede, no matter how endless they seem. And when they do, they leave behind something stronger, softer, quietly full of hope. Something that carries us forward, through loss, through fear, into life again.
> Donna
Photo of Donna Carlton from Skegness

Donna Carlton / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪​​​​​​​ Donna Carlton  (geb.1982)
Ich wurde 1982 in Burton-on-Trent geboren. Wenn ich heute zurückblicke, fühlt sich ein Großteil meiner Kindheit an, als wäre sie in Schwarzweiß gewesen. Nicht dieses weiche, schöne Schwarzweiß, sondern hart, kalt und unerbittlich. Es war nicht leicht. Wegen meines Gewichts wurde ich ständig gemobbt, und mit zehn kämpfte ich bereits mit Bulimie. Während andere Kinder lachten, spielten und einfach Kind sein durften, arbeitete ich mit meiner Mum – putzte, zählte Münzen im Poundland, nachdem die Arbeit erledigt war. Das Leben fühlte sich klein an. Eingeschränkt. Endlos. Glückliche Erinnerungen? Davon gab es nur wenige.
Aber es gab Momente. Flüchtige, zerbrechliche Momente, die das Grau durchbrachen. Ausflüge an die Küste von Lincolnshire, in der Nähe von Skegness. Übernachten im Wohnwagen. Das Meer. Der weite Himmel. Die Wellen. Sie haben mich nicht verurteilt. Sie haben mich einfach gehalten. Und für einen kleinen Moment konnte ich atmen.
Die Kindheit war schwer. Manchmal kaum auszuhalten. Zu hören, dass ich psychische Erkrankungen habe, machte diese Last nicht leichter. Und als die Gefahr bestand, nach dem Mental Health Act eingewiesen zu werden, änderte sich alles. Meine Mum traf eine Entscheidung, eine beängstigende Entscheidung. Und wir sind geflohen. Wir ließen alles hinter uns, was wir kannten. Wir ließen diesen engen, erdrückenden Ort zurück. Wir liefen auf etwas Besseres zu, auch wenn wir noch nicht wussten, wie das aussehen würde.
Und irgendwie… haben wir es gefunden.
Skegness. Der Ort, der einmal nur ein Urlaubsziel war, wurde zu unserem Zuhause. Langsam, aber spürbar, kam die Farbe in mein Leben zurück. Das Mobbing hörte auf. Ich begann einen Grundkurs am Boston College im Bereich Pflege. Und das Meer wurde mehr als nur ein Anblick – es wurde zu meiner Therapie. Der Rhythmus der Wellen, das Salz auf meiner Haut, der Wind in meinen Haaren… all das hat Teile in mir beruhigt, von denen ich nicht wusste, dass sie beruhigt werden können. Ich begann wieder zu vertrauen. Ich begann, mir selbst zu vertrauen.
Die Kunst kam in mein Leben wie eine Rettungsleine. Durch das Gestalten konnte ich endlich ausdrücken, wofür Worte nie gereicht haben. Das Leben war nicht perfekt. Es gab Kämpfe. Falsche Entscheidungen. Schwierige Beziehungen. Doch dann kam das größte Geschenk überhaupt: meine Tochter Debbie.
Sie hat alles verändert.
Sie gab mir einen Sinn. Fokus. Eine Liebe, die ich so noch nie gekannt hatte. Debbie ist mein Sonnenlicht. Mein Herzschlag. Mein Warum.
Ich begann zu singen. Zu basteln. Zu gestalten. Skegness wurde mehr als nur ein Zuhause – es wurde mein Halt, mein sicherer Ort. Ein Ort, an dem ich endlich so angenommen werde, wie ich bin. Ein Ort, an dem ich dazugehöre. Farbe bringt mir heute Freude. Ich trage sie – in meinen Haaren, in meiner Kleidung. Helle, mutige, fröhliche Farben. Weil ich möchte, dass die Welt sich ein kleines bisschen leichter anfühlt, wenn die Menschen mich sehen. Ich möchte dieses Gefühl weitergeben, auch wenn es nur für einen Moment ist. Mein Leben ist jetzt in Farbe.
Ja, das Leben ist immer noch eine Achterbahnfahrt. Höhen und Tiefen – die wird es immer geben. Aber ich habe etwas Wichtiges gelernt: Ich brauche keine Taschentücher für meine Probleme. Ich habe mich ihnen gestellt. Ich habe sie überlebt. Und ich bin stärker daraus hervorgegangen.
Skegness mag von außen gut aussehen. Aber für mich zählt, was es in mir verändert hat.
Es ist mein Glückshaus.
Und hier… endlich… bin ich frei. Frei, ich selbst zu sein.
🇬🇧 Donna Carlton  (b.1982)
I was born in 1982, in Burton-on-Trent. When I look back now, most of my childhood feels like it’s in black and white. Not the soft, pretty kind of black and white, but harsh, cold and unyielding. It wasn’t easy. I was bullied constantly about my weight, and by the time I was ten, I was already fighting bulimia. While other kids were out laughing, playing, living, I was working with my mum—cleaning, counting coins in Poundland after the work was done. Life felt small. Constrained. Endless. Happy memories? They were few.
But there were moments. Fleeting, fragile moments that broke through the grey. Trips to the Lincolnshire coast, near Skegness. Staying in a caravan. The sea. The open skies. The waves. They didn’t judge me. They just held me. And for a little while, I could breathe.
Childhood was heavy. Sometimes unbearable. Being told I had mental health conditions didn’t lighten the weight. And when the threat of being sectioned under the Mental Health Act came, everything changed. My mum made a choice, a terrifying one. And we ran. We left behind what we knew. We left behind that small, suffocating horror. We ran towards something better, even if we didn’t yet know what it would be.
And somehow… we found it.
Skegness. The place that had once been just a holiday escape became home. Colour seeped back into my life—slowly, but unmistakably. The bullying stopped. I enrolled on a foundation course at Boston College, studying caring. The sea became more than a view; it became therapy. The rhythm of the waves, the salt on my skin, the wind in my hair… it soothed parts of me I didn’t know could be soothed. I started to trust again. I started to trust myself.
Art came into my life like a lifeline. Through creating, I could finally say what words could not. Life wasn’t perfect. There were struggles. Wrong turns. Dodgy relationships. But then came the greatest gift: my daughter, Debbie. She changed everything. She gave me purpose, focus and love. Debbie is my sunlight. My heartbeat. My reason.
I began to sing. To craft. To create. Skegness became more than a home; it became my comfort blanket, my safe space. A place where I could finally be accepted for who I am. Where I could belong. Colour brings me joy now. I wear it—in my hair, in the way I dress. Bright, bold, happy colours. Because I want the world to feel a little lighter when they see me. I want to share the joy I feel inside, even if only for a moment. My life is in colour.
Yes, life is still a rollercoaster. Ups and downs—there always will be. But I’ve learned something vital: I don’t need tissues for my issues. I’ve faced them. I’ve survived them. I’ve come out the other side stronger.
Skegness may look good on the outside, but for me, it’s what it’s done on the inside that matters most. It’s my joy house. And here… finally… I am free. Free to be me.
> Jo
Photo of Jo Fletcher from Skegness

Jo Fletcher / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Jo Fletcher  (geb.1964)
Ich bin im Binnenland der West Midlands geboren und aufgewachsen und habe immer den stillen Traum getragen, eines Tages am Meer zu leben. Es war etwas, das ich mir für später im Leben vorgestellt habe, nach vielen Jahren harter Arbeit, vielleicht als Teil eines wohlverdienten Ruhestands. Den Großteil meiner Karriere arbeitete ich in der Verwaltung im NHS, eine Aufgabe, auf die ich stolz war und die mir wichtig war, aber die Vorstellung von der Küste war immer präsent. Ich stellte mir das Meer vor, die frische Luft, den endlosen Horizont. Es fühlte sich nach einer Freiheit an, die ich bisher noch nicht erlebt hatte.
Das Leben jedoch hat seine eigene Art, selbst die sorgfältigsten Pläne zu verändern.
Im Jahr 2008 unterzog ich mich einer Operation und Behandlung wegen Brustkrebs. Es war eine herausfordernde Zeit, aber ich kam mit Stärke und Entschlossenheit hindurch. Nur wenige Jahre später, 2012, wurde bei mir Darmkrebs diagnostiziert und ich musste mich erneut Operationen und Chemotherapie unterziehen. Diese zweite Diagnose veränderte etwas in mir. Sie ließ mich innehalten und wirklich über die Zeit nachdenken – wie wertvoll sie ist und wie ungewiss die Zukunft sein kann. Auf „irgendwann“ zu warten, fühlte sich nicht mehr richtig an. Das Aufschieben des Lebens erschien plötzlich zu riskant.
Gemeinsam trafen mein Partner und ich die Entscheidung: Wir würden unsere Träume nicht länger aufschieben. Mit Familie in Boston, Lincolnshire, kannten wir die Gegend bereits gut und hatten viele glückliche Tage in Skegness verbracht. Irgendetwas an diesem Ort – die Meeresluft, das Gefühl von Weite, die Herzlichkeit der Menschen – zog uns immer wieder zurück. 2013 zogen wir hierher und begannen ein neues Kapitel unseres Lebens an der Küste, von der ich immer geträumt hatte.
Glücklicherweise fand ich erneut eine Stelle im NHS, in der Verwaltung im Boston Hospital. Sie gab mir Kontinuität und Sinn, und ich war dankbar, weiterhin in einem Bereich zu arbeiten, der einen so großen Teil meines Lebens ausgemacht hatte. Doch ich begann auch, an eine neue Zukunft zu denken – ein Leben nicht nur am Meer, sondern auf etwas Eigenes aufgebaut.
Dann, 2023, fiel uns etwas Unerwartetes ins Auge: ein kleiner Kiosk in Compass Gardens, nur einen Steinwurf vom Meer entfernt. Es war eine große Entscheidung, besonders für zwei Menschen, die sich dem Ruhestand näherten. Etwas Neues zu beginnen, fühlte sich spannend und zugleich beängstigend an. Doch da war ein Gefühl, das wir nicht ignorieren konnten. Dies war eine Gelegenheit, etwas Eigenes zu schaffen, einen Ort, der sowohl unsere harte Arbeit als auch unsere Träume widerspiegelt.
Also wagten wir den Sprung ins Ungewisse.
Es folgten drei Jahre harter Arbeit, frühe Morgenstunden und viel Lernen unterwegs. Es gab Herausforderungen, aber auch Momente großer Freude, als wir sahen, wie Rosie Jo’s Gestalt annahm. Schritt für Schritt wurde aus dem kleinen Kiosk etwas Größeres – ein einladendes Café im Freien, wo Menschen verweilen, entspannen und einen Moment am Meer genießen konnten.
Heute ist Rosie Jo’s ein lebendiger Teil der Strandpromenade und etwas, auf das wir unglaublich stolz sind. Rückblickend fällt es schwer zu glauben, wie weit wir gekommen sind. Von einem Traum in den Midlands, durch die härtesten Herausforderungen des Lebens, bis hin zum Aufbau eines Unternehmens hier in Skegness – es war eine erstaunliche Reise.
Heute bin ich genau dort, wo ich es mir einst nur vorgestellt habe: Ich lebe am Meer, bin vollständig krebsfrei und stolze Besitzerin eines kleinen Cafés, das Teil der Gemeinschaft geworden ist. Jeder Tag erinnert mich daran, dass Mut, Träume zu verfolgen und die Zeit zu schätzen, zu einem Leben führen kann, das reicher und erfüllter ist, als man es sich je vorstellen konnte.​​​​​​​
🇬🇧 Jo Fletcher  (geb.1964) 
Born and raised in the landlocked West Midlands, I always carried a quiet dream of one day living by the sea. It was something I imagined would come later in life, after many years of steady work, perhaps as part of a well earned retirement. For most of my career, I worked in administration within the NHS, a role I was proud of and committed to, but the idea of the coast was never far from my mind. I pictured the sea, the fresh air, the horizon stretching endlessly. It felt like freedom I had yet to experience.
Life, however, has a way of reshaping even the most carefully laid plans.
In 2008, I underwent surgery and treatment for breast cancer. It was a challenging time, but one I came through with strength and determination. Then, just a few years later in 2012, I was diagnosed with bowel cancer and faced further surgery and chemotherapy. That second diagnosis changed something in me. It made me stop and really think about time, how precious it is, and how uncertain the future can be. Waiting for “one day” no longer felt like an option. Putting life on hold suddenly seemed too risky.
Together, my partner and I made a decision. We would not delay our dreams any longer. With family in Boston, Lincolnshire, we already knew the area well and had spent many happy days visiting Skegness. There was something about the place, the sea air, the sense of openness, the warmth of the people, that kept drawing us back. In 2013, we made the move and began a new chapter of our lives by the coast I had always longed for.
I was fortunate to find a role once again within the NHS, working in administration at Boston Hospital. It gave me a sense of continuity and purpose, and I was grateful to continue contributing in a field that had been such a big part of my life. Yet, I also began to imagine something new for the future, a life not only near the sea but built on something we could call our own.
Then, in 2023, something unexpected caught our eye, a small kiosk for sale in Compass Gardens, just a stone’s throw from the seafront in Skegness. It was a big decision, especially for two people edging closer to retirement. Starting something new at that stage in life felt both exciting and daunting. But there was also a feeling we could not ignore. This was an opportunity to create something of our own, a place that reflected both our hard work and our dreams.
So, we took a leap of faith.
What followed were three years of hard work, early mornings, and a fair bit of learning as we went along. There were challenges, but also moments of real joy as we began to see Rosie Jo’s take shape. Slowly but surely, that little kiosk became something more, a welcoming outdoor café where people could stop, relax, and enjoy a moment by the sea.
Today, Rosie Jo’s is a thriving part of the seafront, and something we are incredibly proud of. Looking back, it is hard to believe how far we have come. From a dream formed in the Midlands, through life’s toughest challenges, to building a business here in Skegness, it has been quite a journey.
Now, I find myself exactly where I once only imagined, living by the seaside, completely cancer free, and the proud owner of a little café that has become part of the local community. Every day is a reminder that taking chances, following your dreams, and valuing time above all else can lead to the most rewarding life imaginable.​​​​​​​
> Dee' Dee
Photo of Dee' Dee from Skegness

Dee'Dee / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Deborah Williamson > 'Dee Dee' (geb.1968) 
Meine ganze Familie stammt aus Skegness und der näheren Umgebung, auch wenn meine eigene Geschichte in Leicestershire begann. Von Anfang an war das Leben alles andere als einfach. Meine Eltern hatten große Schwierigkeiten, und schon als kleines Kind wusste ich, was es bedeutet, kein richtiges Zuhause zu haben. Wir zogen von Ort zu Ort und besetzten leerstehende Gebäude, einfach um zu überleben.
Als ich fünf Jahre alt war, hätte sich unser Leben beinahe für immer verändert. Wir waren in einen schweren Autounfall verwickelt, bei dem meine Eltern nur knapp überlebten. Ich saß auf der Rückbank. Sicherheitsgurte gab es damals noch nicht, aber irgendwie haben wir es alle geschafft. Noch heute fühlt es sich wie ein Wunder an, dass wir weitermachen konnten.
Trotz allem gab es immer etwas, das uns zusammenhielt. Die Unterhaltung. Sie lag in unserer Familie. Meine Mutter war Sängerin in einer Big Band, und mein Urgroßvater arbeitete mit Billy Butler zusammen, einem Namen, der untrennbar mit Skegness verbunden ist. Dieser Funke, der Wunsch aufzutreten und Freude zu schenken, hat uns nie verlassen, selbst in den schwierigsten Zeiten.
Mit 14 lebte ich in Lincoln und pendelte regelmäßig nach Skegness, um an Talentshows und Tanzwettbewerben teilzunehmen und meinen Traum zu verfolgen. Doch dann kam ein weiterer harter Einschnitt. Ich erkrankte an Pfeifferschem Drüsenfieber. Ich verlor 18 Monate lang meine Stimme, musste zu Hause unterrichtet werden, und mein Gewicht fiel auf gefährliche drei Stone.
Diese Jahre waren unglaublich schwer. Ich verpasste Prüfungen, verpasste Chancen und fühlte mich oft zurückgelassen. Musik und Videos wurden mein Trost, eine leise Erinnerung an das Leben, zu dem ich zurückkehren wollte.
Dann kam der Wendepunkt. Mein Arzt empfahl mir Singen und Tanzen als Teil meiner Genesung. Es fühlte sich wie Schicksal an, etwas, das so tief in meiner Familie verwurzelt war und mir nun helfen sollte zu heilen. Schritt für Schritt fand ich meinen Weg zurück und erholte mich fast vollständig.
Mit der Zeit wurde alles heller. Ich erhielt eine Förderung vom Prince’s Trust, um meinen Weg in die Unterhaltungsbranche zu unterstützen, meine große Leidenschaft. Mit 21 zog ich nach Skegness, den Ort, der sich immer wie Zuhause angefühlt hatte, und meine Karriere begann sich so zu entwickeln, wie ich es mir einst nur erträumt hatte.
Ich hatte die große Ehre, für die königliche Familie im Buckingham Palace aufzutreten, bis heute der Höhepunkt meiner Karriere, und im Royal Albert Hall zu stehen. Dazu kamen zahlreiche Fernsehauftritte. Für ein Mädchen, das einmal seine Stimme verloren hatte, bedeuteten diese Momente alles.
Doch die Unterhaltungsbranche bringt auch Herausforderungen mit sich. In einer Küstenstadt wie Skegness, in der vieles von der Sommersaison abhängt, ist Arbeit nicht immer sicher. Mit der Zeit und durch persönliche Belastungen wurde alles zu viel, und ich erlitt ein Burnout.
Und genau in diesem Moment traf ich Malcolm.
Er spielte als Straßenmusiker in Lincoln, und vom ersten Augenblick an fühlte es sich richtig an. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Er wurde meine Stärke, mein Halt, mein Rettungsanker.
Heute, fast 24 Jahre später, kurz vor unserem silbernen Jubiläum, stehen wir immer noch Seite an Seite und tun das, was wir lieben, Menschen hier in Skegness zu unterhalten. Gemeinsam haben wir uns nicht nur ein Leben, sondern auch eine Familie aufgebaut.
Wir haben zwei wunderbare Kinder, die mit derselben Liebe zur Bühne aufgewachsen sind und heute selbst Teil dieser Familientradition sind. Man sieht uns oft gemeinsam in der Stadt, bei Karnevals, Festivals und Veranstaltungen, wo wir den Menschen ein Lächeln schenken.
Und ich bin dafür bekannt geworden, in die Rolle von Charlie Chaplin zu schlüpfen, eine Figur, die, genau wie mein eigener Weg, daran erinnert, dass selbst in den schwersten Momenten des Lebens immer Platz für ein Lächeln ist.​​​​​​​
🇬🇧 Deborah Williamson 'Dee Dee' (b.1968) 
All of my family were born in and around Skegness, although my own story began in Leicestershire. From the very beginning, life was far from easy. My parents struggled deeply, and as a young child, I knew what it meant to have no real home. We moved from place to place, squatting wherever we could find shelter, simply trying to survive.
When I was just five years old, our lives very nearly changed forever. We were involved in a serious car accident, and both of my parents came close to losing their lives. I was in the back seat. There were no seatbelts back then, but somehow, we all survived. Even now, it feels like a miracle that we were able to carry on.
Despite everything, there was always something that held us together. Entertainment. It ran through our family. My mum was a singer in a big band, and my great grandfather had worked alongside Billy Butlin, a name forever linked with putting Skegness on the map. That spark, the need to perform and bring joy, never left us, even in the hardest times.
By the age of 14, I was living in Lincoln, travelling back and forth to Skegness to take part in talent shows and dance competitions, chasing that dream. But life dealt another cruel blow when I was diagnosed with glandular fever. I lost my voice for 18 months, was confined to homeschooling, and my weight dropped dangerously low to just three stone.
Those years were incredibly hard. I missed exams, missed opportunities, and often felt left behind. Music and videos became my comfort, a quiet reminder of the life I hoped to return to.
Then came a turning point. My doctor suggested singing and dancing as part of my recovery. It felt like fate, something so deeply rooted in my family now helping to heal me. Slowly, step by step, I found my way back and made an almost full recovery.
In time, brighter days followed. I was awarded a Prince’s Trust grant to support my path into entertainment, my true passion. At 21, I moved to Skegness, the place that had always felt like home, and my career began to grow in ways I had once only dreamed of.
I had the incredible honour of performing for the Royal Family at Buckingham Palace, still the highlight of my career, and appearing at the Royal Albert Hall, alongside numerous television appearances. For a girl who had once lost her voice, those moments meant everything.
But the entertainment world is never without its challenges. In a seaside town like Skegness, where work depends heavily on the summer season, opportunities can be uncertain. Over time, combined with personal struggles, it all became overwhelming, and I experienced burnout.
And then, just when I needed it most, I met Malcolm.
He was busking on the streets of Lincoln, and from that very first moment, something just felt right. For me, it was love at first sight. He became my strength, my support, my saving grace.
Now, nearly 24 years later, as we approach our silver jubilee, we are still side by side, still doing what we love, entertaining people here in Skegness. Together, we have built not just a life, but a family.
We have two wonderful children who have grown up surrounded by that same love of performance and are now part of the family tradition themselves. You will often find us all out in the town, at carnivals, festivals, and events, bringing smiles to people’s faces.
As for me, I have become known for stepping into the shoes of Charlie Chaplin, a character who, like my own journey, reminds us that even through life’s hardest moments, there is always room for laughter.
> Jayne
Photo of Jayne Allen from Skegness

Jayne Allen / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Jayne Allen  (geb.1968) 
Skegness hat schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen gehabt. Meine ersten Erinnerungen stammen von Kindheitsurlauben auf dem alten Richmond-Gelände, heute Haven, wo meine Familie eine Woche in einem kleinen Wohnwagen verbrachte und unser Lachen vom salzigen Meereswind getragen wurde. Ich kann mir noch den Model Village, inzwischen verschwunden, die bunten Arkaden voller Leben, die verschlungenen Wege des Fairy Dell und den unwiderstehlichen Duft von Fisch und Chips entlang der Promenade vorstellen. Und natürlich das Nordsee, dessen eiskalte Wellen uns herausforderten, noch ein Stück weiter zu waten, um das Leben zu spüren. Schon als Kind träumte ich davon, hier zu leben, und Jahre später wurde dieser Traum für den Großteil meiner Familie Wirklichkeit, mich eingeschlossen.
Als junge Erwachsene rief Skegness weiterhin nach mir. Jährliche Busfahrten aus Nottingham, organisiert von unserer örtlichen Kneipe, waren ein Höhepunkt des Jahres. Wir stürmten den Pleasure Beach, verweilten in den Arkaden und schlichen manchmal noch auf einen kleinen Kneipenbesuch, bevor wir nach Hause fuhren zu dem, was wir scherzhaft Nottingham by the Sea nannten. Diese Ausflüge waren voller Lachen, Sonnenschein und Freiheit, die ich bis heute mit mir trage.
Der dauerhafte Umzug hierher war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Die Menschen sind herzlich, die Stadt lebendig und voller Angebote, und der Strand und das Nordsee sind nun mein Garten, eine ständige Quelle der Inspiration, Ruhe und Freude. Hier habe ich meinen Partner kennengelernt, der zu meinem Anker in den stürmischen Zeiten des Lebens geworden ist.
Das Leben war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Ich stehe derzeit auf der Transplantationsliste für eine neue Leber, aufgrund einer erblichen Erkrankung und einer ersten Transplantation, die leider nicht erfolgreich war. Mein Partner und mein Vater erholen sich beide von Krebs und den harten Behandlungen, und meine beste Freundin lebt mit einer unheilbaren Krebserkrankung. Die meisten Wochen sind gefüllt mit Krankenhausbesuchen, Untersuchungen und der Unterstützung der Menschen, die ich liebe. Dennoch ist Skegness in all dem ein Zufluchtsort, ein Ort, der mich daran erinnert, tief zu atmen, die kleinen Momente zu schätzen und weiterzumachen.
Vor einigen Jahren habe ich einen Weg gefunden, mich kreativ mit dieser Stadt und ihren Menschen zu verbinden: Picture Skegness, eine Facebook-Seite, auf der ich meine Fotos teile und lokale Veranstaltungen vorstelle. Es ist etwas Magisches, Skegness im Sonnenschein einzufangen, die Stadt scheint von selbst zu leuchten und lädt jeden ein, sie zu genießen. Die Fotografie hält mich aktiv, bringt mich mit wunderbaren Menschen zusammen und schenkt mir Freude, selbst an den schwersten Tagen. Wenn ich zu krank bin, um selbst zu fotografieren, helfen Freunde und Familie, sodass die Geschichte dieser Stadt weiterhin durch meine Augen erzählt wird.
Trotz aller Herausforderungen bin ich zutiefst dankbar. Dankbar für Liebe, Freundschaft und die kleinen Momente, die jeden Tag bedeutsam machen. Dankbar für eine Stadt, die mich mit offenen Armen empfängt, für das Rauschen der Wellen, das Lachen der Familien auf der Promenade und die endlose Schönheit der Lincolnshire-Küste. Skegness ist mehr als ein Ort, es ist ein Gefühl, ein Zuhause und eine Erinnerung daran, das Leben in vollen Zügen zu genießen, egal, was kommt.
Lebe dein bestes Leben
Jayne
🇬🇧 Jayne Allen  (b.1968) 
Skegness has always held a special place in my heart. My first memories are of childhood holidays at the old Richmond site, now Haven, where my family would spend a week in a tiny caravan, our laughter carried by the salty sea breeze. I can still picture the Model Village, now gone, the colourful arcades buzzing with excitement, the winding paths of Fairy Dell, and the irresistible smell of fish and chips drifting along the promenade. And of course, there was the North Sea, its icy waves daring us to paddle a little further, to feel alive. Even as a child, I dreamed of living here, and years later, that dream became reality for most of my family, myself included.
As a young adult, Skegness continued to call to me. Annual coach trips from Nottingham, organised by our local pub, were a highlight of the year. We would race to the Pleasure Beach, linger in the arcades, and sometimes sneak in a cheeky pub crawl before heading home to what we jokingly called Nottingham by the Sea. Those trips were full of laughter, sunshine, and a sense of freedom that I have carried with me ever since.
Moving here permanently was one of the best decisions I have ever made. The people are warm, the town is full of life and amenities, and the beach and North Sea are now my backyard, a constant source of inspiration, calm, and joy. Here, I met my partner, who has become my anchor in the stormy seas of life.
Life, however, has not been without challenges. I am currently on the transplantation list for a new liver following a hereditary condition and a first transplant that sadly did not succeed. My partner and my father are both recovering from cancer and the gruelling treatments that come with it, and my best friend is living with terminal cancer. Most weeks are consumed with hospital appointments, tests, and supporting those I love. Even so, in the midst of it all, Skegness has been a sanctuary, a place that reminds me to breathe, to cherish, and to keep going.
A few years ago, I discovered a new way to connect with this town and its people, Picture Skegness, a Facebook page where I share my photographs and celebrate local events. There is something magical about capturing Skegness in sunlight, the town seeming to shine on its own and inviting everyone to enjoy it. Photography keeps me active, helps me meet wonderful people, and gives me a reason to smile even on the toughest days. When I am too unwell to take photos myself, friends and family step in, making sure the story of this town continues to be told through my eyes.
Despite life’s trials, I feel profoundly grateful. Grateful for love, friendship, and the small moments that make each day meaningful. Grateful for a town that welcomes me with open arms, for the rhythm of the waves, the laughter of families on the promenade, and the endless beauty of the Lincolnshire coast. Skegness is more than a place, it is a feeling, a home, and a reminder to embrace life fully, whatever comes your way.
Live your best life
Jayne
> Angela
Photo of Angela Baxter from Skegness

Angela Baxter / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Angela Baxter  (geb.0000) ​​​​​​​
Ich komme aus einer großen Familie und bin die älteste von sieben Geschwistern. Meine Kindheit war nicht immer einfach, da ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, doch sie war geprägt von starken Wurzeln und einem frühen Glauben. Mit fünf Jahren begann ich eine Schule der Church of England zu besuchen und auch die Sonntagsschule wurde schnell zu einem wöchentlichen Höhepunkt, beides habe ich sehr geliebt.
Später zogen wir in ein größeres Dorf, wo meine Schulzeit insgesamt schön war, auch wenn ich aufgrund meiner großen Familie und der damit verbundenen Kommentare manchmal gemobbt wurde. Trotzdem gab es viele gute Erinnerungen, darunter der Stolz, meine Schule im Netball zu vertreten.
In der Secondary Modern School entdeckte ich meine Stärken im Sport und in verschiedenen Fächern. Ich vertrat die Schule in Leichtathletik, Netball, Hockey, Tennis und Rounders und war auch in Fächern wie Mathematik, Religionslehre, Kochen, Kunst und Handarbeit sehr erfolgreich. In den Schulferien arbeitete ich auf Bauernhöfen beim Kartoffel, Bohnen und Erbsenpflücken und hatte außerdem einen Teilzeitjob in einem Laden. Schon damals wusste ich jedoch, dass ich nach mehr suchte.
Sport hat mir immer große Freude bereitet. Ich erinnere mich, einen Film über das Leben einer Nonne gesehen zu haben, der mich eine Zeit lang sehr faszinierte bis das Leben dann seine eigene Richtung nahm. Ich hatte auch den Wunsch, in den Fußspuren Jesu zu gehen, ein Weg, der mich mein ganzes Leben begleitet hat und später eine sehr tiefe Bedeutung für mich bekam.
Nach der Schule begann ich meine berufliche Laufbahn im Catering bei British Steel als Kochlehrling und besuchte gleichzeitig das College, um meine Qualifikationen zu erwerben. Mit nur 19 Jahren leitete ich bereits meine eigene Abteilung, ein Erfolg, auf den ich bis heute stolz bin. Ich habe meine Zeit dort sehr genossen und viele wunderbare Menschen kennengelernt, die zu lebenslangen Freunden wurden.
Ich verließ die Arbeit, um zu heiraten und eine Familie zu gründen, und wurde mit zwei Söhnen gesegnet, die ich als große Geschenke von Gott betrachte. Mein Glaube blieb immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens, und ich blieb der Kirche eng verbunden, nahm an Gruppen teil und gründete sogar eine Mutter und Kind Gruppe. Anderen zu helfen war mir stets ein Herzensanliegen.
Vor über 40 Jahren zogen wir nach Skegness, einen Ort, der unser Zuhause wurde. In dieser Zeit wurde unser jüngster Sohn an Krebs erkrankt, eine Erfahrung, die unser Leben tief veränderte. Gleichzeitig wurden wir mit der Geburt unserer Tochter beschenkt, ein großes Glück und eine Quelle der Freude.
Das Leben brachte viele Herausforderungen mit sich, auch finanzielle Schwierigkeiten, doch wir gaben unseren Kindern stets Liebe, Unterstützung und Ermutigung. Unser Zuhause war geprägt von Freude und Trauer, und trotz allem empfand ich es als großes Privileg, Vollzeitmutter und Ehefrau zu sein.
Als meine Gesundheit später nachließ, empfahl mir mein Arzt, eine kleine Tätigkeit aufzunehmen, um wieder mehr soziale Kontakte zu haben. Ich begann ehrenamtlich in einer Arztpraxis und wog dort Babys, eine Aufgabe, die ich sehr liebte. Später übernahm ich weitere Aufgaben im Bürobereich.
In dieser Zeit gründeten wir eine Patient Participation Group und setzten uns gegen die Schließung der Scarborough Ward im örtlichen Krankenhaus ein. Wir reisten sogar nach Westminster und später nach Downing Street, um Unterstützung zu suchen. Ich war sehr stolz und geehrt, an dieser wichtigen Arbeit beteiligt zu sein. Außerdem arbeitete ich Teilzeit auf der Polizeistation und betreute weibliche Gefangene, beides sehr bereichernde Erfahrungen.
Nach dem Tod meiner Mutter unterstützte ich meinen erkrankten Ehemann, begleitete meine Kinder durch ihre Ausbildung und half auch meinem Vater. Schließlich musste ich meine Arbeit aufgeben. Mein Ehemann erkrankte ebenfalls an Krebs und verstarb später, was mein Leben erneut stark veränderte.
Ich kehrte für eine Zeit in die Vollzeitarbeit zurück und blieb meiner Kirche weiterhin eng verbunden. Meine erste große Reise führte mich nach Kanada, und im Jahr 2000 durfte ich unsere Partnerstadt Bad Gandersheim besuchen, eine unvergessliche Erfahrung.
Im Ruhestand reiste ich viel mit Freunden und Familie und besuchte unter anderem London, Israel, Amerika, Kanada, Prag, Italien, Frankreich, Oberammergau, Rom, Österreich, Polen, Deutschland, die Schweiz und viele Orte im Vereinigten Königreich.
Mein christlicher Glaube blieb stets der Mittelpunkt meines Lebens. Ich fühlte mich berufen, noch mehr in der Kirche zu dienen, wurde Verger und unterstützte Geistliche bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Später wurde ich Verger of the Guild und Server of the Sanctuary. Diese Aufgaben führten mich zu vielen Kathedralen und Kirchen. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Windsor Castle mit den Vergers of England, eine große Ehre.
Nach einem schweren Verkehrsunfall konnte ich vieles nicht mehr tun wie zuvor. Doch mit der Unterstützung meiner Familie erholte ich mich Schritt für Schritt. Später absolvierte ich eine Ausbildung zur Accredited Lay Ministerin. Alle meine Aufgaben in der Kirche erfüllen mich bis heute mit großer Dankbarkeit und Freude.
Ich liebe meine Familie sehr und anderen zu helfen ist für mich ein großes Privileg, das ich tief in meinem Herzen trage. Skegness ist ein wunderbarer Ort zum Leben, voller Wärme, Gemeinschaft und Möglichkeiten.
🇬🇧 Angela Baxter  (b.0000) 
I come from a large family and am the eldest of seven children. My childhood was not always easy, growing up in a small village, but it was shaped by strong roots and early faith. I began attending a Church of England school at the age of five and Sunday school soon became a weekly joy, both of which I truly loved.
Later we moved to a larger village where my school years were mostly happy, although I did experience bullying because of my large family and the comments that sometimes came with it. Even so there were bright moments, including the pride of representing my school in netball.
At secondary modern school I found my strengths in sport and academics. I represented the school in athletics, netball, hockey, tennis and rounders, and I also excelled in subjects such as maths, religious studies, cooking, art and needlework. During school holidays I worked on local farms picking potatoes, beans and peas, and I also held a part time job in a shop. Even then I knew I was searching for something more.
Sport brought me great happiness. I remember watching a film about becoming a nun, which fascinated me for a time until life as it does gently changed direction. I also long held a desire to walk in the footsteps of Jesus, a calling that would remain with me throughout my life and later become deeply meaningful in my own journey.
After leaving school I began work in catering at British Steel as a trainee cook while also attending college to gain my qualifications. By the age of 19 I was running my own department, an achievement I still look back on with pride. I loved my time there and made many lifelong friends who remain special to me today.
I left work to marry and start a family and I was blessed with two sons whom I believe were precious gifts from above. My faith remained central to everything I did and I continued to attend church regularly and take part in community life, even starting a Mother and Toddler group. Helping others has always been something close to my heart.
Over 40 years ago we moved to Skegness, a place that would become home in every sense of the word. Around that time our youngest son was diagnosed with cancer, a moment that changed our lives forever. Yet in the midst of that difficult journey we were also blessed with the arrival of our daughter, a true gift and source of joy.
Life brought challenges including financial struggles, but through it all we surrounded our children with love, encouragement and support. Our home was filled with both tears and laughter, and through it all I always felt a deep sense of purpose in being a full time mother and wife.
When my health later declined my doctor suggested I take on a small role to help me re engage socially. I began volunteering at a local surgery, weighing babies, a role I absolutely loved. Over time I was given further responsibilities including computer work which opened a new chapter for me.
During this period we formed a Patient Participation Group and campaigned against the closure of Scarborough Ward at our local hospital. We travelled to Parliament seeking support and later took a delegation to Downing Street. I felt deeply proud to have played a part in such an important effort to protect local healthcare.
I also worked part time at the police station supporting female prisoners, work that was both humbling and rewarding in equal measure.
After losing my mother I supported my husband through illness, helped guide my children through their education and travelled to care for my father when needed. Eventually I had to step away from work altogether. Life changed again when my husband also became ill with cancer and sadly passed away. These were some of the hardest years of my life.
Through it all I returned to full time work for a time and continued to find comfort in my church community, attending each week. My first major holiday was to Canada and in 2000 I was honoured to visit our twinning town of Bad Gandersheim, a truly memorable and uplifting experience.
In retirement I was fortunate to travel widely with friends and family, visiting places such as London, Israel, America, Canada, Prague, Italy, France, Oberammergau, Rome, Austria, Poland, Germany, Switzerland and many parts of the United Kingdom.
My Christian journey has remained at the centre of my life. I felt increasingly called to serve more deeply within the church and became a Verger, supporting clergy with baptisms, weddings and funerals. I later became a Verger of the Guild and a Server of the Sanctuary, roles that brought great meaning and allowed me to visit many cathedrals and churches. A particular highlight was a visit to Windsor Castle with the Vergers of England, a moment of great privilege and joy.
Following a serious road accident my life changed once again and I was no longer able to do as much as before. However with the unwavering support of my family I focused on recovery and went on to train as an Accredited Lay Minister. Each of my church roles continues to bring me deep fulfilment and peace.
I love my family dearly and helping others remains one of the greatest privileges of my life. Skegness is a wonderful place to live, full of warmth, resilience and opportunity, and I feel proud to call it home.
> Wendy
Photo of Wendy Gould from Skegness

Wendy Gould / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Wendy Gould  (geb.1959) ​​​​​​​
Ich wurde im Dezember 1959 geboren und habe gerade noch das Ende eines Jahrzehnts miterlebt, bevor die schwungvollen sechziger Jahre begannen. Meine Kindheitserinnerungen sind fest in einer eng verbundenen Gemeinschaft verankert. Das Skegness, das ich damals kannte, war ein lebhafter Badeort. Meine Mutter arbeitete in einem Café auf dem Jahrmarkt, und ich hatte die Freiheit, diese Welt voller Lichter, den Duft von Hotdogs und Zuckerwatte und das Lachen und die Aufregung um mich herum zu entdecken. Ich fuhr Karussell, der Wind in meinen Haaren, und blickte vom Riesenrad über die Stadt.
Ich liebte es, am Strand entlangzugehen. Er wurde mein Ort zum Nachdenken, mein Rückzugsort. Mit den Jahren wurde mein Leben eng mit dem Tourismus verbunden, ich arbeitete bei Butlins und in anderen Attraktionen. Das Jahr teilte sich in lebhafte Sommer voller Urlaubsgäste und ruhige Winter, in denen man die Strandpromenade entlanggehen konnte, ohne jemandem zu begegnen. Diese Winterspaziergänge gaben mir Ruhe und halfen mir, meine Gedanken zu ordnen.
Alles änderte sich nach einem scheinbar kleinen Sturz, verursacht durch eine allergische Reaktion auf ein Hustenmittel. Damals wirkte es unbedeutend, doch in den folgenden Jahren entwickelte sich eine Arthrose in meiner linken Hüfte. Die Schmerzen wurden stärker und belasteten auch meine seelische Verfassung, während ich versuchte, mit einer Krankheit umzugehen, die meine Beweglichkeit immer weiter einschränkte.
1994 stieß ich beim Lesen der Zeitschrift Chat auf einen Artikel über einen Mann namens Steve Gould, der eine seltene, lebensbedrohliche Bluterkrankung überlebt hatte. Anstatt aufzugeben, gründete er eine Selbsthilfegruppe, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Seine Stärke hat mich sehr beeindruckt, und ich schrieb ein Gedicht, das von seiner Entschlossenheit inspiriert war. Ich schickte es an die Zeitschrift, ohne zu ahnen, dass dies mein Leben verändern würde.
Einige Wochen später antwortete Steve. Sein Brief war warm und freundlich, und ich schrieb zurück. Daraus entstand ein regelmäßiger Austausch von Briefen und langen Telefongesprächen. Mit der Zeit wurde aus der Freundschaft mehr. Als er von Tiverton nach Skegness kam, um mich zu besuchen, wussten wir beide, was wir füreinander empfanden. Ein Jahr später waren wir verlobt, und 1997 haben wir geheiratet.
Wir richteten uns gemeinsam in meiner Wohnung ein und bauten uns ein starkes Leben auf. Anfang der 2000er Jahre führte ein lokales Problem mit Mülltonnen in unserem Wohnblock dazu, dass wir uns an die Zeitung Skegness Standard wandten. Steve, ein begeisterter Fotograf, lieferte ein Bild dazu. Daraus ergab sich für ihn die Möglichkeit, als freier Pressefotograf zu arbeiten.
Unser Leben wurde dadurch abwechslungsreicher und stärker mit der Gemeinschaft verbunden. Steve berichtete über lokale Veranstaltungen, Wohltätigkeitsaktionen und besondere Ereignisse, darunter auch das Fotografieren von Prinz William. Auch ich war eingebunden und half dabei, die Geschichten zu den Bildern zu liefern. Trotz meiner chronischen Schmerzen brachte dieser neue Abschnitt Energie und Sinn in mein Leben.
Steves künstlerische Seite entwickelte sich weiter, besonders bei Veranstaltungen wie dem SO Festival, das zeigte, dass Skegness mehr ist als nur ein Urlaubsort. Das inspirierte auch mich, zu meiner eigenen Kreativität zurückzufinden. Ich schreibe seit meiner Jugend Gedichte, und eines davon wurde im Rahmen eines Kunstprojekts veröffentlicht. Das Schreiben wurde für mich zu einem wichtigen Ausdrucksmittel, besonders als meine Beweglichkeit nachließ.
Ich denke oft daran zurück, wie ich früher kilometerweit am Strand entlanggehen konnte, im Rhythmus der Wellen. Diese Freiheit zu verlieren, war schwer zu akzeptieren. Eine Hüftoperation hat meine Lebensqualität zwar verbessert, doch durch jahrelange Schonhaltung wurde auch mein Knie stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass ich nun eine weitere Operation benötige.
Als sich die Medienwelt veränderte und Handyfotografie immer wichtiger wurde, ergab sich für uns eine neue Möglichkeit. Gemeinsam gründeten wir eine Kunstgruppe, in der Menschen ihre Kreativität in einer entspannten Atmosphäre entdecken können. Das hat auch meine eigene Leidenschaft für Kunst neu entfacht.
Die Menschen, die daran teilnehmen, sind uns sehr ans Herz gewachsen. Es sind echte Verbindungen entstanden. Andere dabei zu unterstützen, sich auszudrücken, ist für mich sehr erfüllend und hilft mir, trotz meiner Einschränkungen nach vorne zu schauen.
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, bin ich stolz darauf, in Skegness geboren und aufgewachsen zu sein. Ich habe viele Veränderungen erlebt, doch der besondere Charakter dieses Ortes ist geblieben. Ich erinnere mich daran, als Kind die gesamte Länge der Seebrücke entlanggelaufen zu sein, bevor sie durch Stürme beschädigt wurde. In meiner Erinnerung steht sie für die Geschichte dieses Ortes.
Ich bin ein echtes Mädchen aus Lincolnshire, hier geboren und aufgewachsen, und fühle mich meiner Herkunft tief verbunden.​​​​​​​
🇬🇧 Wendy Gould  (b.1959) 
I was born in December 1959, just catching the tail end of one decade before the arrival of the swinging sixties. My childhood memories are rooted in a close knit community. The Skegness I knew then was a bustling seaside town. My mum worked in a café in the fairground, and I had the freedom to explore this world of bright lights, the smell of hotdogs and candyfloss, and the sound of laughter and excitement all around me. I rode the carousel with the wind in my hair and stared out across the town from the Ferris wheel.
I loved walking along the shoreline. It became my thinking place, my sanctuary. As the years passed, my life became entwined with the holiday trade, working at Butlins and other attractions. The year was divided between busy summers filled with visitors and quiet winters when you could walk along the seafront without seeing another person. Those winter walks brought a sense of calm and helped me make sense of things.
Everything changed after what seemed like a minor fall, caused by an allergic reaction to cough medicine. At the time it didn’t seem serious, but over the following years osteoarthritis developed in my left hip. The pain grew worse and began to affect my mental wellbeing as I tried to cope with a condition that slowly limited my mobility.
In 1994, while reading Chat magazine, I came across a story about a man called Steve Gould who had survived a rare, life threatening blood disorder. Instead of giving up, he had started a support group to raise awareness. I was deeply moved by his strength and wrote a poem inspired by his determination. I sent it to the magazine, never imagining it would change my life.
Weeks later, Steve replied. His letter was warm and friendly, and I wrote back. That exchange grew into regular letters and long phone calls. As the months passed, our friendship became something more. When he travelled from Tiverton to Skegness to meet me, we both knew how we felt. Within a year we were engaged, and in 1997 we were married.
We settled into life together in my flat, building a strong partnership. In the early 2000s, a local issue about wheelie bins at our block of flats led us to contact the Skegness Standard. Steve, a keen photographer, supplied an image. That moment led to him being offered work as a freelance press photographer.
Our lives became busier and more connected to the community. Steve covered local events, charity work, and memorable occasions, including photographing Prince William. I became involved too, helping to provide the stories behind the images. Despite living with chronic pain, this new chapter brought energy and purpose into my life.
Steve’s artistic side flourished, especially through events like the SO Festival, which showed that Skegness is more than just a holiday destination. Inspired by this, I returned to my own love of writing. I have written poetry since I was young, and one of my pieces was published as part of an art project. Writing became an important outlet as my mobility declined.
I often think back to when I could walk for miles along the shore, feeling the rhythm of the waves and the freedom of movement. Losing that ability has been one of the hardest things to accept. I did eventually have a hip replacement, which improved my quality of life, but years of compensating led to further problems with my knee, and I now need more surgery.
As the media world changed and mobile phone photography replaced much of Steve’s work, another opportunity opened for us. Together, we set up a community art group, inviting people to explore their creativity in a relaxed and supportive space. It has reignited my own passion for art.
The people who come along have become more than just participants. They are friends, part of something shared and meaningful. Encouraging others to express themselves has been incredibly rewarding and has helped me continue moving forward despite my limitations.
Looking back, I feel proud to have been born and raised in Skegness. I have seen many changes over the years, but its spirit remains. I remember walking the full length of the pier as a child before it was damaged by storms. It stands in my memory as a symbol of the town’s history.
I am a Lincolnshire lass, born and bred, and proud of my roots.
> Tracy
Tracy Turner, Skegness RBL - Poppy

Tracy Turner / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Tracy Turner  (geb.1968) ​​​​​​​
Ich wurde 1968 in Nottingham geboren und bereits im Alter von sechs Wochen adoptiert, nachdem meine leibliche Mutter in ein Heim für unverheiratete Mütter gebracht worden war. Dieser Anfang hat mich mein ganzes Leben lang begleitet – nicht als etwas, das mich definiert, sondern als etwas, das still die Stärke formte, die ich später im Leben brauchen würde.
1977, als ich neun Jahre alt war, veränderte sich mein Leben erneut. Meine Adoptiveltern beschlossen, nach Skegness zu ziehen, nachdem sie dort jahrelang ihre Urlaube verbracht hatten. Sie wollten dem hektischen Alltag entfliehen und sich ein anderes Leben aufbauen. Mein Vater hatte eine große Leidenschaft für Fahnen und machte daraus ein Geschäft, das seinen Anfang in den Tower Gardens nahm. Es war bescheiden, aber voller Herzblut – genau wie er selbst.
Für mich fühlte sich die Ankunft in Skegness an, als würde ich eine neue Welt betreten. Das Meer schien endlos, die Luft freier, und das Leben war voller Möglichkeiten. Als Kind war das aufregend auf eine Weise, die ich noch heute spüren kann – das Gefühl, dass das Leben größer, heller und anders sein könnte.
Mit sechzehn verließ ich die Schule und begann, vor Ort zu arbeiten. Mit siebzehn zog ich von zu Hause aus. Ich war jung, unabhängig und voller Tatendrang, aber ich traf nicht immer die richtigen Entscheidungen. Eine Zeit lang verlor ich die Orientierung, verstrickte mich in ungesunde Beziehungen, hatte zu viele wechselnde sexuelle Beziehungen und lebte ohne Grenzen oder Selbstbeherrschung. Rückblickend war es eine Zeit voller Chaos und Unbesonnenheit, aber auch eine Zeit des Lernens – auch wenn mir das damals nicht bewusst war.
Meine Wohnung wurde zu einem Treffpunkt für viele Menschen, voller Lärm, Energie und ständiger Bewegung. Das zog Aufmerksamkeit auf sich – nicht immer die richtige. Heute erkenne ich, dass ich damals auf der Suche nach Zugehörigkeit und Orientierung war, auch wenn ich dabei die falschen Wege einschlug.
Als sich die späten 1980er-Jahre näherten, begann sich mein Leben zu verändern. Ich lernte meinen ersten Ehemann kennen und begann zum ersten Mal ernsthaft über die Zukunft nachzudenken. Mit zweiundzwanzig wurde ich Mutter, und mit vierundzwanzig heiratete ich. Die Mutterschaft gab meinem Leben einen Halt, wie nichts zuvor. Sie schenkte mir Verantwortung, Sinn und einen Grund, die Vergangenheit hinter mir zu lassen.
1999 stand ich vor einer anderen Herausforderung. Mein Gewicht, mein Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl waren zu Problemen geworden, denen ich mich stellen musste. Es beeinflusste jeden Bereich meines Lebens, einschließlich meiner Möglichkeit, ein weiteres Kind zu bekommen – etwas, das sehr schwer für mich war.
Entschlossen, etwas zu verändern, nahm ich an der nationalen Fernsehsendung Fat Club teil. Es ging nicht nur darum, Gewicht zu verlieren, sondern darum, die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen. Innerhalb von acht Wochen verlor ich drei Stone, doch noch wichtiger war, dass ich begann, mein Selbstvertrauen und meinen Glauben an mich selbst wieder aufzubauen. Es war ein Wendepunkt – körperlich wie emotional.
Das Leben ging weiter. Eine zweite Ehe folgte, ebenso wie ein weiteres Kind. Mein Mann Scott war ganz anders als alle Männer, mit denen ich zuvor zusammen gewesen war. Er war beständig, unterstützend und gab mir Halt. Er brachte Ausgeglichenheit in mein Leben, genau zu dem Zeitpunkt, als ich sie am meisten brauchte.
Bei all diesen Veränderungen blieb eines immer gleich: das Familienunternehmen. Ich arbeitete weiterhin in der Fahnenherstellung, etwas, das seit meiner Kindheit Teil meines Lebens gewesen war. Noch heute bin ich in diesem Bereich tätig und produziere hochwertige Fahnen für renommierte Kunden, darunter auch das Militär. Es ist mehr als nur ein Beruf; es ist eine Verbindung zu meinem Vater, zu unseren Anfängen und zu etwas, das mit Leidenschaft und Stolz aufgebaut wurde.
Dieses Gefühl von Sinn und Verantwortung führte mich schließlich zur Royal British Legion. Dort half ich dabei, eine der größten Mohnblumen-Ausstellungen zu schaffen, die unsere Stadt je gesehen hatte. Sie erlangte nationale Aufmerksamkeit und wurde für das Guinness-Buch der Rekorde eingereicht. Für mich ging ihre Bedeutung jedoch weit über jede Anerkennung hinaus.
Es ging um Erinnerung. Um die Ehrung derjenigen, die ihr Leben gegeben haben. Und vielleicht am wichtigsten: Es ging darum, Menschen zusammenzubringen und etwas zu schaffen, das die Gemeinschaft in einem gemeinsamen Moment der Besinnung und des Respekts vereinte. Zu sehen, wie Skegness auf diese Weise zusammenkam, werde ich niemals vergessen.
Dieser Weg führte zu einem der außergewöhnlichsten Momente meines Lebens: einer Einladung in den Buckingham Palace. Dort zu stehen und unsere Stadt zu vertreten, war etwas, das ich mir als junges Mädchen niemals hätte vorstellen können. König Charles zu begegnen, war eine große Ehre. Er war herzlich, freundlich und aufrichtig interessiert an dem, was wir in Skegness erreicht hatten. In diesem Moment fühlte sich all die Mühe mehr als lohnenswert an.
Nun warten wir darauf, ob die Mohnblumen-Ausstellung ihren Platz im Guinness-Buch der Rekorde erhält. Doch unabhängig vom Ergebnis fühlt es sich bereits wie ein Erfolg an, der allen gehört, die daran mitgewirkt haben.
Außerdem wurde mir die Ehre zuteil, eine nationale Auszeichnung zu erhalten – etwas, das ich niemals erwartet hätte und wofür ich sehr dankbar bin. Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke – auf die Unsicherheit meiner Anfänge, die Fehler, die ich gemacht habe, und die Herausforderungen, denen ich begegnet bin – dann sehe ich kein Scheitern. Ich sehe Wachstum.
Ich sehe Widerstandskraft. Ich sehe Veränderung. Ich sehe Stärke.
Und vor allem sehe ich jemanden, der endlich gelernt hat, stolz zu sein.
Stolz auf den Weg, den ich gegangen bin. Stolz auf den Unterschied, den ich bewirken konnte. Stolz auf die Person, die ich geworden bin.
Und ich weiß ohne jeden Zweifel, dass mein Vater heute stolz auf mich wäre, wenn er noch hier wäre.
🇬🇧 Tracy Turner  (b.1968) 
I was born in Nottingham in 1968 and adopted at just six weeks old, after my birth mother was placed in a home for unmarried mothers. It is a beginning that has always stayed with me - not as something that defines me, but as something that quietly shaped the strength I would need later in life.
In 1977, when I was nine years old, everything changed again. My adopted parents decided to move to Skegness after years of holidaying by the coast. They wanted to leave behind the rat race and build a different kind of life. My dad had a passion for flags and turned that passion into a business, starting out in the Tower Gardens. It was modest in the beginning, but full of heart, just like him.
For me, arriving in Skegness felt like stepping into a new world. The sea stretched endlessly, the air felt freer, and life seemed full of possibility. As a child, it was exciting in a way I can still feel now—a sense that life could be bigger, brighter, and different.
At sixteen, I left school and started working locally. By seventeen, I had left home. I was young, independent, and eager to experience life, but I did not always make the right choices. I lost my way for a time, caught up in unhealthy relationships, too much casual sex, and a lifestyle without boundaries or self-control. Looking back, it was a period of chaos and recklessness, but also one of learning, even if I did not realise it then.
My flat became a place where people gathered, full of noise, energy, and constant movement. It attracted attention, not all of it welcome. Looking back now, I can see it was a time when I was searching for belonging and direction, even if I was going about it in the wrong way.
As the late 1980s approached, life began to shift. I met my first husband and, for the first time, started to think seriously about the future. At twenty-two, I became a mother, and by twenty-four, I was married. Motherhood grounded me in a way nothing else had before. It gave me purpose, responsibility, and a reason to leave the past behind.
By 1999, I found myself facing a different struggle. My weight, my confidence, and my sense of self-worth had all become challenges I needed to confront. It affected every part of my life, including my ability to have another child, which was incredibly difficult to face.
Determined to make a change, I took part in the national television programme Fat Club. It was not just about losing weight; it was about reclaiming control. Over eight weeks, I lost three stone, but more importantly, I began to rebuild my confidence and belief in myself. It marked a turning point, both physically and emotionally.
Life moved forward once more. A second marriage followed, along with another child. My husband, Scott, was very different from anyone I had been with before. He was steady, supportive, and grounding. He brought balance to my life at a time when I needed it most.
Throughout all these changes, one constant remained: the family business. I continued working in flag manufacturing, something that had been part of my life since childhood. Today, I am still part of that world, producing high-end flags for prestigious clients, including the military. It is more than a job; it is a connection to my dad, to our beginnings, and to something built with passion and pride.
That same sense of purpose led me to become involved with the Royal British Legion. Through that, I helped create one of the largest poppy displays the town had ever seen. It gained national attention and was submitted to Guinness World Records. But for me, its meaning went far beyond recognition.
It was about remembrance. About honouring those who gave their lives. And perhaps most importantly, it was about bringing people together, creating something that united the community in a shared moment of reflection and respect. Seeing Skegness come together in that way is something I will never forget.
That journey led to one of the most extraordinary moments of my life: an invitation to Buckingham Palace. Standing there, representing our town, was something I could never have imagined as a young girl. Meeting King Charles was an honour. He was warm, gracious, and genuinely interested in what we had achieved in Skegness. It made everything feel worthwhile.
Now, we wait to see whether the poppy display secures its place in Guinness World Records. But whatever happens, it already feels like an achievement that belongs to everyone who played a part in it.
I have also been humbled to receive a national award, something I never expected but deeply appreciate. When I look back on my life—the uncertainty of my beginnings, the mistakes I made, and the challenges I faced—I do not see failure. I see growth.
I see resilience. I see change. I see strength.
And most of all, I see someone who has finally learned to feel proud.
Proud of the journey. Proud of the difference I have made. Proud of the person I have become.
And I know, without any doubt, that if my dad were here today, he would be proud too.​​​​​​​​​​​​​​
> Jody
Jody Lindo from Skegness

Jody Lindo / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪 Jody Lindo  (geb.1989) ​​​​​​​
Anfang der 2000er Jahre zog ich von der Großstadt Birmingham nach Skegness. Damals fühlte es sich aufregend an – wie ein Neuanfang am Meer. Der Strand, der Jahrmarkt, all das, was man sich unter einem Leben an der Küste vorstellt, besonders wenn man in einer Stadt aufgewachsen ist.
Doch das Leben folgt nicht immer dem Bild, das man im Kopf hat.
Beziehungen waren meine größte Herausforderung. Als junges Mädchen war ich fröhlich und voller Liebe, die ich verschenken wollte, und doch war ich immer auf der Suche nach jemandem, der mir dieselbe Liebe zurückgeben konnte. Ich glaube, ich habe Menschen zu leicht vertraut, zu sehr an das Gute geglaubt und die Warnzeichen ignoriert, wenn sich etwas nicht richtig angefühlt hat. Meine Schutzmauern einzureißen war nicht immer sicher. Verletzlich zu sein hat mich offen gemacht für Schmerz, für Missbrauch und für Situationen, die Teile von mir genommen haben, die ich bis heute versuche wieder aufzubauen.
Es gab Zeiten, in denen ich mich vollkommen verloren fühlte, meinen eigenen Wert infrage stellte und mich fragte, warum Liebe für mich immer so schwer zu finden schien. Wenn man sich nichts sehnlicher wünscht als etwas Echtes, etwas Sicheres, dann ist es schwer zu verstehen, warum es einem immer wieder entgleitet.
In einigen dieser dunklen Momente wollte ich nicht mehr hier sein. Das Gewicht von allem wurde zu groß, und es gab Zeiten, in denen ich daran dachte, allem ein Ende zu setzen. Doch selbst dann hielt mich etwas fest – die Liebe meiner Familie. Zu wissen, dass sie mich lieben, dass sie mich brauchen, hat mich hiergehalten, als ich die Kraft dazu selbst nicht mehr finden konnte.
Musik war schon immer mein Zufluchtsort. Wenn alles zu viel wird, verliere ich mich in ihr. Sie gibt mir Raum zum Atmen, zum Fühlen und dafür, Dinge zu verarbeiten, für die ich oft keine Worte finde. In diesen Momenten bin ich nicht alles, was mir widerfahren ist – ich bin einfach nur ich.
Und trotz allem habe ich meine beiden Kinder. Sie sind meine Welt. Sie sind der Grund, warum ich weitermache. An den schwersten Tagen, wenn alles schwer auf mir lastet, sind sie das Licht, das mich zurückholt. Sie erinnern mich daran, wer ich bin, jenseits von allem, was ich erlebt habe. Sie zu lieben hat mir eine andere Art von Stärke gezeigt – eine Stärke, die jeden Tag aufs Neue weitermacht, egal was kommt.
Skegness ist heute mein Zuhause. Bei allen Höhen und Tiefen – hier sind die Wurzeln meiner Familie. Meine Vergangenheit war laut, voller Streit, Herzschmerz und Verlust. Die Trennung meiner Mutter und meines Vaters fühlte sich damals an, als würde meine Welt zusammenbrechen, und sie hat Spuren hinterlassen, die nie ganz verschwunden sind.
Der Verlust geliebter Menschen und enger Freunde hat dieses Gewicht nur noch größer gemacht. Wenn man tief empfindet, macht man nicht einfach weiter. Man trägt all das mit sich – still und jeden einzelnen Tag.
Deshalb suche ich nach Frieden.
Ich habe eine Art Zuflucht in den kleinen Dingen gefunden – ein ruhiges Zuhause, einen Garten, einen Ort, der mir gehört. Einen Ort, an dem ich endlich durchatmen und mich sicher fühlen kann. Für andere mag das nicht viel erscheinen, doch für mich bedeutet es alles. Es ist der Ort, an dem ich die Tür vor dem Lärm der Vergangenheit schließen und einfach ohne Angst existieren kann.
Putzen ist für mich mehr geworden als nur ein Beruf. Es hat etwas Beruhigendes. Aus etwas Unordentlichem wieder Ordnung zu schaffen, am Ende ein sichtbares Ergebnis zu sehen – das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle, das ich in anderen Bereichen meines Lebens nicht immer hatte. Es ist etwas Einfaches, aber es bedeutet mir viel.
Ich bin immer noch auf der Suche nach Glück. Ich warte schon sehr lange darauf, und manchmal fühlt sich dieses Warten endlos an. Doch tief in meinem Herzen glaube ich immer noch, dass es kommen wird. Daran muss ich glauben.
Ich wünsche mir eine gute, ehrliche und enge Beziehung – eine, in der ich mich sicher, geborgen und wirklich wertgeschätzt fühlen kann, so wie ich bin. Nichts Erzwungenes, nichts, dem ich ständig hinterherlaufen oder das ich allein zusammenhalten muss. Ich möchte nicht mehr danach suchen. Ich glaube, dass es seinen Weg zu mir finden wird, zur richtigen Zeit, wenn der Moment gekommen ist.
Vielleicht ist es Schicksal. Vielleicht einfach Hoffnung.
Denn egal, was ich durchgemacht habe – ich bin immer noch hier. Ich stehe noch. Und ich glaube immer noch daran, dass das Leben mehr bereithält als alles, was ich bisher gekannt habe. Dass etwas Sanfteres, etwas Freundlicheres noch auf mich wartet.
Und bis dieser Tag kommt, werde ich weitermachen. Mit Hoffnung. Mit Stärke. Mit der Liebe, die ich für meine Kinder, meine Familie, mein Zuhause und das Leben in mir trage, das ich immer noch Schritt für Schritt aufbaue.
Denn nach allem, was ich verloren habe, nach allem, was ich überlebt habe, und nach allem, wovon ich immer noch heile, weiß ich eines ganz sicher: Ich habe die Hoffnung auf das Leben nicht aufgegeben – und auch nicht die Hoffnung auf die Liebe.
🇬🇧 Jody Lindo (b.1989) 
I moved to Skegness from the city of Birmingham in the early noughties. At the time, it felt exciting – a new start by the sea. The beach, the fair, everything you imagine coastal life to be, especially after growing up in a city.
But life does not always follow the picture you carry in your head.
Relationships have been my greatest struggle. I was a happy young girl, full of love to give, yet somehow always searching for someone who could return it in the same way. I think I trusted too easily, believed too much in people, and ignored the signs when something did not feel right. Letting my guard down has not always been safe. Being vulnerable has left me open to hurt, to abuse, to situations that have taken pieces of me that I am still trying to rebuild.
There have been times when I have felt completely lost, questioning my worth and wondering why love has felt so difficult for me. When all you want is something real, something safe, it is hard to understand why it keeps slipping through your hands.
In some of those darker moments, I did not always want to be here. The weight of everything felt too much, and there were times I thought about ending it all. But even then, something held me in place – the love of my family. Knowing they loved me, knowing they needed me, kept me here when I could not find the strength on my own.
Music has always been my escape. When everything feels overwhelming, I lose myself in it. It gives me space to breathe, to feel, to process things I do not always have the words for. In those moments, I am not everything that has happened to me; I am just me.
And still, through everything, I have my two children. They are my world. They are the reason I keep going. On the hardest days, when everything feels heavy, they are the light that pulls me back. They remind me of who I am beyond everything I have been through. Loving them has taught me a different kind of strength, one that keeps showing up, no matter what.
Skegness is home now. No matter the ups and downs, it is where my family is rooted. My past has been loud, full of arguments, heartbreak and loss. The separation of my mum and dad felt like the end of everything at the time, and it left a mark that has never really gone away.
Losing loved ones and close friends has only added to that weight. When you feel things deeply, you do not just move on. You carry it with you, quietly, every day.
So I search for peace.
I have found a kind of sanctuary in the small things – a quiet house, a garden, a space that is mine. Somewhere I can finally breathe and feel safe. It might not look like much to anyone else, but to me it means everything. It is where I can shut the door on the noise of the past and simply exist without fear.
Cleaning has become more than just a job to me. There is something about it that brings calm. Taking something messy and making it right again, seeing a clear result at the end of it, gives me a sense of control that I have not always had in other parts of my life. It is simple, but it matters.
I am still searching for happiness. I have been waiting a long time, and there are moments when that waiting feels endless. But deep down, I still believe it will come. I have to believe that.
I want a good, honest, close relationship – one where I can feel safe, secure and truly valued for who I am. Not something forced, not something I have to chase or hold together on my own. I do not want to go looking for it anymore. I believe it will come to me, in its own time, when it is right.
Fate, maybe. Or just hope.
Because no matter what I have been through, I am still here. Still standing. Still believing there is more to life than what I have known so far, that something softer, something kinder, is still waiting for me.
And until that day comes, I will keep going. With hope. With resilience. With the love I carry for my children, my family, my home, and the life I am still building, one step at a time.
Because after everything I have lost, everything I have survived, and everything I am still learning to heal from, I know this much: I have not given up on life, and I have not given up on love.
> Danielle

Danielle Waite / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪 Danielle Waite  (geb.1993) ​​​​​​​
Ich wurde 1993 in Skegness geboren, in eine Familie von Markthändlern. Dieses Leben war schon immer ein Teil von mir, fest verwoben mit dem Menschen, der ich heute bin. Mütterlicherseits ist meine Großmutter Dänin, und diese Verbindung hat sich für mich immer wie ein leiser Faden angefühlt, der über die Grenzen der Stadt hinausreicht, die ich seit jeher mein Zuhause nenne.
Meine Kindheit in Skegness war geprägt von Geborgenheit. Sie war einfach, unbeschwert und glücklich. Ich besuchte die örtliche Schule, verbrachte lange Tage am Meer und wuchs in einer Gemeinschaft auf, deren Wert man oft erst erkennt, wenn man Jahre später zurückblickt. Damals war es einfach nur mein Zuhause. Heute weiß ich, wie sehr mich diese Zeit geprägt hat und wie glücklich ich mich schätzen kann, in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, in dem die Menschen füreinander da waren.
Als ich mit sechzehn die Schule verließ, begann ich eine Ausbildung im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen. Ich schloss sie erfolgreich ab, doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass dies nicht der Weg war, der für mich bestimmt war. Mit siebzehn ging es mir wie vielen jungen Menschen: Ich wusste noch nicht genau, wer ich war oder wohin mein Leben führen würde. Die Zukunft lag offen vor mir – voller Möglichkeiten, aber auch voller Unsicherheiten.
Schließlich begann ich im Fantasy Island zu arbeiten, umgeben von Lichtern, Musik, Lachen und Familien, die dort ihre schönsten Urlaubserinnerungen sammelten. Es fühlte sich lebendig an. Aufregend. Zum ersten Mal spürte ich eine Freiheit und Unabhängigkeit, die ich zuvor nicht gekannt hatte. Gleichzeitig half ich weiterhin meiner Familie auf dem Markt. Das hielt mich geerdet und erinnerte mich immer daran, woher ich komme.
Später traf ich die Entscheidung, gemeinsam mit meiner Freundin Gemma nach Teneriffa zu ziehen. Es war ein großer Schritt und einer, der mein Leben auf viele Arten veränderte. In dieser Zeit lernte ich, mich selbst vollständig anzunehmen. Ich bin stolz darauf, homosexuell zu sein, und ich bin stolz auf das Leben, das Gemma und ich gemeinsam aufgebaut haben.
Mit unserer Beziehung wuchsen auch unsere Träume. Wir begannen darüber zu sprechen, ein Kind zu bekommen. Der Gedanke daran war aufregend, überwältigend und manchmal auch beängstigend. Doch tief in unseren Herzen wussten wir beide, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen wollten.
Wir entschieden uns für eine IVF-Behandlung in einer Spezialklinik auf Zypern. Es war eine emotionale Reise, voller Hoffnung, Vorfreude und jener stillen Momente der Unsicherheit, die entstehen, wenn man sich etwas von ganzem Herzen wünscht. Ich entschied mich für einen dänischen Samenspender. Das fühlte sich sehr persönlich an, als würde ein kleiner Teil meiner eigenen Geschichte in die Zukunft weitergetragen werden.
Die Behandlung verlief reibungslos, und als der Zeitpunkt des Embryotransfers gekommen war, schien alles seinen Platz zu finden. Uns war bewusst, wie viel Glück wir hatten, denn für viele Menschen ist der Weg zur Elternschaft lang, schwierig und manchmal von großem Schmerz begleitet.
Dann kam Freddie in unser Leben.
Es gibt keine Worte, die einen wirklich auf diesen Moment vorbereiten können. Als ich ihn zum ersten Mal in meinen Armen hielt, veränderte sich alles. Die Welt schien für einen Augenblick stillzustehen. Nichts anderes spielte mehr eine Rolle. In diesem Moment wurden all die Hoffnungen, Träume und Gefühle, die uns bis dorthin getragen hatten, Wirklichkeit.
Freddie ist inzwischen zwei Jahre alt und mein ganzer Stolz, meine ganze Welt. Er steckt voller Leben, Neugier und Staunen. Jeden Tag wächst er ein kleines Stück mehr, lernt etwas Neues und überrascht uns auf eine Weise, die wir nie erwartet hätten. Seine strahlend blauen Augen haben die Fähigkeit, einen innehalten zu lassen. In seinem Blick liegt etwas so Reines und Schönes, als würde jeder Tag ein neues Abenteuer bereithalten.
Zu mir sagt er „Mummy“ und zu Gemma „Mum“. Er hat zwei Mütter, und wir sind unglaublich stolz darauf. Unsere Familie sieht vielleicht nicht aus wie jede andere Familie, doch sie ist auf Liebe aufgebaut. Und diese Liebe steht im Mittelpunkt von allem, was wir tun.
Wenn ich an die Zukunft denke, wünsche ich mir nichts Kompliziertes. Natürlich träumt man als Eltern davon, was eines Tages aus seinem Kind werden könnte. Vielleicht wird Freddie etwas Außergewöhnliches erreichen. Doch wichtiger als alles andere ist für mich, dass er glücklich ist. Dass er sich sicher und geliebt fühlt und mit dem Wissen aufwächst, wer er ist und wie sehr er geschätzt wird.
Eines Tages würden wir diesen Weg gerne noch einmal gehen und Freddie einen Bruder oder eine Schwester schenken. Es ist kein einfacher Weg, aber es ist der Weg, der uns alles gegeben hat, was wir uns jemals erhofft haben.
Freddie wird in Skegness aufwachsen, genauso wie ich. Und ich hoffe, dass er eines Tages auf seine Kindheit zurückblickt und dieselbe Wärme, Geborgenheit und Zugehörigkeit empfindet, die ich bis heute in meinem Herzen trage.
Denn am Ende ist genau das ein Zuhause.
Es ist nicht nur ein Ort. Es sind die Menschen, die dich lieben, die Erinnerungen, die dich prägen, und das Gefühl, dass es – egal wohin das Leben dich führt – immer einen Ort gibt, an den du gehörst.
🇬🇧 Danielle Waite (b.1993)
I was born in Skegness in 1993, into a family of market traders. It is a life that has always been part of me, woven into who I am. On my mum’s side, my gran is Danish, and that has always felt like a quiet connection to something beyond the town I have always called home.
Growing up in Skegness felt safe. It felt simple and happy. I went to a local school, spent long days by the sea, and was surrounded by a sense of community that you do not always appreciate when you are living in it. At the time, it was just home. Looking back now, I realise how much it shaped me and how lucky I was to grow up surrounded by people who knew and cared for one another.
When I left school at sixteen, I went on to study Health and Social Care at college. I completed my qualification, but deep down I knew it was not the path I was meant to follow. At seventeen, like so many people that age, I felt unsure of who I was and where I was going. The future felt wide open, but also a little frightening.
I found myself working at Fantasy Island, surrounded by bright lights, laughter, music, and families making memories. It felt alive. It felt exciting. For the first time, I experienced a sense of freedom and independence that I had not known before. Alongside that, I continued helping my family with market trading, something that always kept me connected to my roots and reminded me where I came from.
Later, I made the decision to move to Tenerife with my girlfriend, Gemma. It was a big step, and one that changed my life in more ways than I could have imagined. It was during that chapter of my life that I fully embraced who I was. I am proud to be gay, and I am proud of the life Gemma and I have built together.
As our relationship grew stronger, so did our dreams. We began talking about having a child. The thought of becoming parents felt exciting, overwhelming, and sometimes frightening, but it was something we both carried in our hearts. We knew it was the future we wanted to create together.
We chose to go through IVF at a specialist clinic in Cyprus. It was an emotional journey, filled with hope, anticipation, and those quiet moments of uncertainty that often come with wanting something so deeply. I chose a Danish donor, which felt incredibly personal, almost like carrying a small piece of my own story forward into the next generation.
The process itself went smoothly, and when the time came for the embryo transfer, everything seemed to fall into place. We knew how fortunate we were, because for so many people the road to parenthood can be long, difficult, and filled with heartbreak.
Then Freddie came into our lives.
There are no words that can truly prepare you for that moment. Holding him for the first time changed everything. The world seemed to stand still. Nothing else mattered except him. In that instant, all the hopes, dreams, and emotions that had carried us to that point suddenly became real.
Freddie is now two years old, and he is my whole world. He is full of life, curiosity, and wonder. Every day he seems to grow a little more, learn a little more, and surprise us in ways we never expected. His bright blue eyes have a way of stopping you in your tracks. There is something so pure and beautiful in the way he sees the world, as though every day holds a new adventure waiting to be discovered.
He calls me Mummy and Gemma Mum. He has two mums, and we are so proud of that. Our family may not look like every other family, but it is built on love, and that love is at the centre of everything we do.
When I think about the future, I do not wish for anything complicated. Of course, like every parent, I dream about what lies ahead for him. Maybe he will grow up and do something extraordinary. But more than anything, I simply want him to be happy. I want him to feel safe, to feel loved, and to grow up knowing exactly who he is and how deeply he is cherished.
One day, we would love to go through the journey again and give Freddie a brother or sister. It is not always an easy path, but it is the path that gave us everything we ever hoped for.
Freddie will grow up in Skegness, just as I did. And I hope that when he looks back on his childhood years from now, he remembers them with the same sense of warmth, safety, and belonging that I carry with me.
Because in the end, that is what home really is.
It is not just a place. It is the people who love you, the memories that shape you, and the feeling that no matter where life takes you, there will always be somewhere you belong.
> Maedeh
photo of Maedeh Salimian

Maedeh Salimian / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​​​​​​​​

🇩🇪 Maedeh Salimian  (geb.1990) ​​​​​​​
Mein Name ist Maedeh Salimian. Ich wurde 1990 in Teheran, Iran, geboren.
Ich wuchs in einem damals vergleichsweise friedlichen Iran auf, umgeben von einer liebevollen und eng verbundenen Familie. Meine Kindheit war geprägt von Familientreffen, vertrauten Straßen und dem Gefühl, dazuzugehören. Doch schon als junge Frau hatte ich Schwierigkeiten mit Erwartungen, die sich für mich nie richtig anfühlten. Eine davon war das Tragen des Hijabs. Es war keine Entscheidung, die meiner Persönlichkeit oder meinen Überzeugungen entsprach. Weil ich mich dagegen entschied, wurde ich zweimal festgenommen, weil ich gegen die Vorschriften für Frauen protestierte. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie schwer es sein kann, offen und ehrlich zu leben, wenn persönliche Freiheiten eingeschränkt werden.
Meine Eltern leben noch immer im Iran. Sie sind in einen Teil des Landes gezogen, den sie für sicherer halten, doch der Kontakt zu ihnen ist zunehmend schwieriger geworden. Internetsperren und Ausfälle machen die Kommunikation oft nahezu unmöglich. Selbst Telefonate sind teuer und unzuverlässig. Manchmal vergehen Tage, ohne dass wir miteinander sprechen können. Diese Distanz fühlt sich größer an als die reine Entfernung zwischen uns – sie wird verstärkt durch Angst, Unsicherheit und politische Spannungen.
Eine Rückkehr in den Iran kommt für mich derzeit nicht infrage. Nicht nur wegen der Konflikte und der Instabilität, sondern auch, weil ich zum Christentum konvertiert bin. Mein Glaube ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden. Gleichzeitig ist er einer der Gründe, weshalb eine Rückkehr für mich mit großen Risiken verbunden wäre.
Im Jahr 2019 heiratete ich meinen Mann Ata, der ebenfalls aus Teheran stammt. Er verließ den Iran einige Jahre zuvor und wurde schließlich in Skegness angesiedelt. Wie ich ist auch er Christ. Für uns beide ist eine Rückkehr in den Iran derzeit keine Option.
Nach unserer Hochzeit blieb ich zunächst im Iran, während Ata bereits in England lebte. Drei lange Jahre konnten wir uns nicht persönlich sehen. Wir waren verheiratet und doch durch Grenzen, Politik und Umstände getrennt, die außerhalb unserer Kontrolle lagen. Telefonate, Nachrichten und die Hoffnung auf ein Wiedersehen hielten unsere Beziehung am Leben. Es war eine schmerzhafte und belastende Zeit, die uns beide viel Kraft gekostet hat.
Die Wiedervereinigung mit Ata und mein Umzug nach Skegness gehören zu den emotionalsten Momenten meines Lebens. Meine Familie zurückzulassen, brach mir das Herz, doch gleichzeitig begann für mich ein neues Kapitel. Die Menschen in Skegness haben mich mit großer Herzlichkeit aufgenommen. Mit der Zeit habe ich Freundschaften geschlossen und ein Netzwerk von Menschen gefunden, das sich wie eine zweite Familie anfühlt. Ihre Freundlichkeit hat mir geholfen, in einem neuen Land anzukommen und mein Leben neu aufzubauen.
Trotzdem vermisse ich meine Eltern und Geschwister jeden einzelnen Tag.
Und nun habe ich wunderbare Neuigkeiten. Ich bekomme ein Baby.
Unser Kind wird im Oktober hier in Skegness geboren, und ich könnte mich nicht mehr darauf freuen. Mutter zu werden, ist etwas, wovon ich seit vielen Jahren träume. Gleichzeitig wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass meine Mutter bei der Geburt an meiner Seite sein kann. Sie wird alles daransetzen, ein Visum zu erhalten und nach England zu kommen. Doch angesichts der Situation im Iran ist nichts sicher. Alles, was ich tun kann, ist hoffen und beten, dass sie diesen besonderen Moment mit uns teilen kann.
Vor Kurzem hat meine Familie einen schweren Verlust erlitten. Eine junge Verwandte, gerade einmal zwanzig Jahre alt, starb, nachdem sie an Protesten gegen die Regierung teilgenommen hatte. Der Schmerz über diesen Verlust lässt sich kaum in Worte fassen. Er erinnert mich daran, welchen Preis viele junge Menschen noch immer dafür zahlen, ihre Stimme zu erheben und Veränderungen einzufordern.
Die Lage im Iran bleibt erschütternd. Konflikte, politische Spannungen und wirtschaftliche Not treffen die Menschen jeden Tag. Die Lebensmittelpreise steigen ständig, viele Familien kämpfen ums Überleben, und unzählige Menschen leben in Angst und Unsicherheit darüber, was der nächste Tag bringen wird.
Jeden Tag sorge ich mich um meine Angehörigen. Jeden Tag bete ich für ihre Sicherheit.
Heute habe ich einen Mann, den ich liebe, ein Baby unterwegs und ein Zuhause hier in Skegness. Das Leben am Meer schenkt mir Ruhe und Hoffnung. Wenn ich auf das Wasser blicke, erinnere ich mich daran, dass es selbst nach Leid, Verlust und Trennung immer noch eine Zukunft gibt, an die man glauben kann.
Ich bete für mein Land. Ich bete für Frieden. Ich bete für meine Familie.
Vor allem aber bete ich für Hoffnung.
Wir müssen die Hoffnung bewahren.
Und genau das werde ich tun.​​​​​​​
🇬🇧 Maedeh Salimian (b.1990) 
My name is Maedeh Salimian. I was born in Tehran, Iran, in 1990.
I grew up in what was, at the time, a relatively peaceful Iran, surrounded by a loving and close family. My childhood was filled with the comfort of family gatherings, familiar streets, and the feeling that I belonged. Yet even as a young woman, I struggled with expectations that never felt right to me. One of those expectations was wearing the hijab. It was not a choice I felt reflected who I was, and because I chose not to wear it, I was arrested twice for protesting against the rules imposed on women. Those experiences taught me how difficult it could be to live openly and honestly in a society where personal freedoms were so restricted.
My parents still live in Iran. They have moved to what they hope is a safer part of the country, but staying in touch has become increasingly difficult. Internet restrictions and outages have made communication almost impossible. Even phone calls have become expensive and unreliable. Sometimes days pass without any contact, leaving me worried and helpless. The distance between us feels greater than ever, not just because of geography, but because of the barriers created by fear, uncertainty, and political instability.
Returning to Iran is not an option for me. Not only because of the conflict and instability, but because I have converted to Christianity. My faith has become an important part of my life and identity. Unfortunately, it is also one of the reasons I could face serious consequences if I were to return.
In 2019, I married my husband, Ata, who is also from Tehran. He escaped Iran a few years ago and was eventually resettled in Skegness. Like me, he is also a Christian, and returning to Iran would place him in serious danger. For both of us, going back is simply not possible at the moment.
After our marriage, I remained in Iran while Ata was in England. For three long years, we were unable to see each other in person. We were husband and wife, yet separated by borders, politics, and circumstances beyond our control. We relied on phone calls, messages, and hope to keep our relationship strong. It was an incredibly painful and traumatic time for both of us, and there were moments when the uncertainty felt overwhelming.
Being reunited with Ata and moving to Skegness was one of the most emotional moments of my life. Leaving my family behind broke my heart, but arriving here also gave me a new beginning. The people of Skegness welcomed me with kindness and friendship. Over time, I have built a support network that feels like a second family. Their generosity helped me settle into a new country and gave me the confidence to start rebuilding my life.
Of course, I miss my parents and siblings every single day.
And now, I have wonderful news. I am expecting a baby.
Our child will be born here in Skegness this October, and I could not be more excited. Becoming a mother is something I have dreamed about for many years. At the same time, my greatest wish is for my mother to be with me when I give birth. She will do everything she can to obtain a visa and make the journey, but with the situation in Iran as it is, nothing is certain. All I can do is pray and hope that she will be able to share this special moment with us.
Recently, my family suffered a devastating loss when a young relative, only twenty years old, died after taking part in protests against the government. The pain of that loss is something that words can barely describe. It is a reminder of the risks so many young people continue to face simply for speaking out and demanding change.
The situation in Iran remains heartbreaking. Conflict, political tensions, and economic hardship have affected everyone. Food prices change almost daily, and many people are struggling simply to survive. Families are being pushed into poverty, and countless people are living with fear and uncertainty about what tomorrow might bring.
Every day I worry about my loved ones. Every day I pray for their safety.
Today, I have a husband I love, a baby on the way, and a home here in Skegness. Living by the sea gives me a sense of peace and hope. When I look out across the water, I am reminded that even after hardship, loss, and separation, there is still a future worth believing in.
I pray for my country. I pray for peace. I pray for my family.
Above all, I pray for hope.
We have to live in hope.
And that is exactly what I intend to do.
> Magda
Photo of Magda Obiala from Skegness

Magda Obiala / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪​​​​​​​ Magda Obiala (geb. 1986)
Mein Name ist Magda Obiala, und obwohl Skegness seit vielen Jahren mein Zuhause ist, beginnt meine Geschichte in Polen. Ich bin in der Stadt Inowrocław aufgewachsen, umgeben von der Natur und einer eng verbundenen Familie. Zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen gehören die Zeiten mit meinen Großeltern, die Erkundung der Landschaft und die Liebe zur Natur, die mich bis heute begleitet.
Meine Kindheit in Polen war glücklich, und ich blicke mit großer Wärme auf diese Zeit zurück. Doch schon früh wusste ich, dass ich mehr von der Welt sehen wollte. Ich bewunderte, wie hart meine Eltern arbeiteten, aber gleichzeitig verspürte ich den Wunsch, meinen eigenen Weg zu gehen, neue Möglichkeiten zu entdecken und herauszufinden, was das Leben außerhalb meiner Heimatstadt für mich bereithielt. Ich war jung, ehrgeizig und voller Abenteuerlust.
Ich studierte Wirtschaftswissenschaften und plante anschließend ein Masterstudium. Wie viele Studierende musste ich jedoch zunächst Geld verdienen, bevor ich diesen nächsten Schritt gehen konnte. Deshalb entschied ich mich, für eine Zeit nach England zu reisen und dort zu arbeiten. Damals dachte ich, es wäre nur ein vorübergehender Aufenthalt, um mein weiteres Studium zu finanzieren. Dass diese Entscheidung mein ganzes Leben verändern würde, konnte ich nicht ahnen.
Schließlich führte mich mein Weg in den wunderschönen Lake District, einen Ort, der sich durch meine Liebe zur Natur sofort vertraut anfühlte. Umgeben von Bergen, Seen und einer beeindruckenden Landschaft fühlte ich mich dort sofort wohl. Während meiner Arbeit in einer Cocktailbar lernte ich Michael kennen.
Michael besuchte damals seine Familie und stammt ursprünglich aus Skegness. Oft sprechen Menschen von „Liebe auf den ersten Blick“. Früher habe ich nie wirklich daran geglaubt, doch als wir uns begegneten, war da etwas Besonderes. Wir fühlten uns sofort zueinander hingezogen und verbrachten schon bald jede freie Minute miteinander.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie von Skegness gehört und hätte den Ort vermutlich nicht einmal auf einer Landkarte gefunden. Trotzdem traf ich nach nur drei Monaten Beziehung eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens und zog dorthin, um mit Michael zusammen zu sein. Was als mutiger Schritt ins Ungewisse begann, wurde schnell der Anfang eines wunderbaren neuen Kapitels.
Skegness empfing mich mit seinem weiten Himmel, der wunderschönen Küste und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Da die Natur schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hatte, fühlte sich das Leben am Meer sofort richtig an. Im Laufe der Jahre wurde Skegness für mich weit mehr als nur ein Wohnort. Es wurde mein Zuhause.
Michael und ich haben schließlich geheiratet und uns gemeinsam ein Leben aufgebaut. Heute führen wir Ferienunterkünfte, was sowohl Herausforderungen als auch schöne Momente mit sich bringt. Jeden Tag zusammenzuarbeiten erfordert Teamgeist, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung, doch genau das hat unsere Beziehung gestärkt und uns zu echten Partnern gemacht.
Obwohl England heute meine Heimat ist, vergesse ich niemals, woher ich komme. Polen wird immer ein Teil von mir sein, und so oft ich kann, kehre ich zurück, um meine Familie zu besuchen und mich wieder mit meinen Wurzeln zu verbinden.
Wenn ich in die Zukunft blicke, gibt es noch einen Traum, den ich mir gerne erfüllen möchte. Griechenland hat mich schon immer fasziniert, seine Kultur, sein Klima und seine Lebensart, und eines Tages würde ich dort gerne leben. Doch im Moment, nach so vielen Jahren in Skegness, ist das Meer ein Teil von mir geworden. Hier habe ich die Liebe gefunden, mir ein Leben aufgebaut, ein Unternehmen gegründet und einen Ort entdeckt, der sich wirklich wie Zuhause anfühlt.​​​​​​​
🇬🇧 Magda Obiala  (b. 1986)
My name is Magda Obiala, and although I have called Skegness home for many years, my story begins in Poland. I grew up in the town of Inowrocław, surrounded by nature and a close-knit family. Some of my happiest childhood memories are of spending time with my grandparents, exploring the countryside, and developing a love for the outdoors that has stayed with me throughout my life.
Life in Poland was good, and I have many fond memories of my childhood, but from an early age I knew I wanted to experience more of the world. I admired how hard my parents worked, but I felt a strong desire to create opportunities for myself and see what life beyond my hometown might have to offer. I was young, ambitious, and eager for adventure.
I studied Economics at university and planned to continue my education with a master’s degree. However, like many students, I needed to earn money before taking that next step. With that in mind, I made the decision to travel to England and work for a while. At the time, I thought it would simply be a temporary move to help fund my studies. Little did I know that it would change the course of my life.
I found myself in the beautiful Lake District, a place that immediately felt familiar because of my lifelong love of nature. Surrounded by mountains, lakes, and breathtaking scenery, I felt at home. While working in a cocktail bar there, I met Michael.
Michael was visiting family at the time and was originally from Skegness. People often talk about “love at first sight”, and although I never really believed in that idea before, there was something special about the moment we met. We were instantly drawn to one another, and before long we were spending as much time together as possible.
At that point, I had never even heard of Skegness and certainly couldn’t have pointed to it on a map. Yet after just three months of dating, I made one of the biggest decisions of my life and moved there to be with Michael. What started as a leap of faith soon became the beginning of a wonderful new chapter.
Skegness welcomed me with its wide open skies, beautiful coastline, and strong sense of community. Coming from a background where nature played such an important role in my life, living by the sea felt right. Over the years, it has become much more than just a place to live. It has become my home.
Michael and I eventually married and built a life together. Today, we run holiday businesses, something that brings both challenges and rewards. Working together every day requires teamwork, trust, and commitment, but it has strengthened our relationship and made us true partners in every sense of the word.
Although England is now my home, I never forget where I came from. Poland will always be part of who I am, and I return whenever I can to visit family and reconnect with my roots.
Looking ahead, there is still one dream I hope to fulfil. I have always been drawn to Greece, its culture, climate, and way of life, and one day I would love to live there. But for now, after so many years in Skegness, the sea has become part of me. It is where I found love, built a life, created a business, and discovered a place that truly feels like home.
> Pat
Photo of Pat Massie from Skegness

Pat Massie / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Pat Massie  (geb.1951) ​​​​​​​
Ich bin 1951 in Süd-London geboren. Wenn ich zurückblicke, denke ich, dass ich schon immer neugierig auf die Welt war. In der Schule habe ich Sprachen geliebt, besonders Französisch, deshalb war es naheliegend, dieses Fach auch an der Universität in Kent zu studieren. Ich habe meine Zeit dort sehr genossen und bin mit einem Abschluss gegangen, der mich in Richtungen geführt hat, die ich mir nie hätte vorstellen können.
Mein erster richtiger Job war bei der Morgan Bank, als Sekretärin im Wertpapierbereich. Dann bekam ich 1974 die Möglichkeit, mit der Bank nach Paris zu gehen. Das war ein großer Schritt, aber einer, den ich nie bereut habe. Das Leben in Paris war aufregend, und ich habe es sehr genossen, jeden Tag Französisch sprechen zu können. Es war eine wunderbare Zeit für eine junge Frau, und ich denke heute noch mit vielen schönen Erinnerungen daran zurück.
Später kam ich zurück nach Großbritannien und ließ mich in Edinburgh nieder, wo ich eine ganz andere Richtung einschlug und Englisch-Literatur unterrichtete. Das hat mir wirklich Freude gemacht. Kein Tag war wie der andere, und es war schön zu sehen, wie junge Menschen Bücher für sich entdeckten, zu denen sie sonst vielleicht nie gegriffen hätten.
In Edinburgh habe ich auch meinen Mann Gordon kennengelernt. Wir haben 1978 geheiratet. Gordon war Vertriebsleiter, und wir hatten ein gutes gemeinsames Leben. Wir sind beide gern gereist, wann immer es möglich war, und ich habe Sprachen schon immer geliebt, deshalb war ich im Laufe der Jahre auch oft in Deutschland unterwegs. Auch heute noch spreche ich gern Französisch und Deutsch und bin in beiden Sprachgruppen. Außerdem war ich in einer Wandergruppe für längere Strecken, auch wenn ich heute nicht mehr so weit gehen kann wie früher.
Viele Jahre lang sind mein Mann und ich für Wochenenden nach Skegness gekommen. Es hat uns hier immer gefallen, also schien es zur Rente der richtige Ort zu sein, um hierherzuziehen. 2015 sind wir hergekommen.
Dann kam, was ich nur als einen „Schlag aus heiterem Himmel“ beschreiben kann.
Gordon hatte einen Schlaganfall. Er war erst 65. Wir hatten all diese Pläne für den Ruhestand, aber plötzlich war alles anders. Statt das Leben gemeinsam zu genießen, verbrachte er Monate in einem Pflegeheim, bis ich schließlich seine Vollzeitpflegerin zu Hause wurde.
Die Menschen unterschätzen oft, was das bedeutet. Jemanden zu pflegen nimmt das ganze Leben ein. Alles dreht sich um Arzttermine, Medikamente, darum, dass die Person sicher ist und durch jeden Tag kommt. Gordon wurde immer unsicherer auf den Beinen und hatte mehrere Stürze, sodass wir schließlich in einen Bungalow ziehen mussten, weil es dort sicherer für ihn war.
Wenn ich heute zurückblicke, frage ich mich manchmal, ob es nicht besser gewesen wäre, dort zu bleiben, wo wir vorher waren. Ich glaube wirklich, dass Gordon mehr Hilfe bekommen hätte, wenn wir nicht nach Skegness gezogen wären, und das ist etwas, das mich bis heute beschäftigt. Aber damals waren wir überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung treffen.
Viele Menschen fragen mich, was ich von Skegness halte. Ehrlich gesagt liebe ich es nicht so, wie ich gedacht hätte. Es hat seinen Zweck erfüllt, und es ist sicher günstiger als viele andere Orte, was ein großer Vorteil ist. Aber ich vermisse immer noch Orte, an denen ich früher gelebt habe. Ich habe Belsize Park in London geliebt, und ich habe auch sehr schöne Erinnerungen an Kent und Edinburgh. Viele denken, dass es an der Küste wärmer ist, aber ich erinnere mich immer daran, dass es sich in Kent wärmer angefühlt hat als hier. Ich hätte auch sehr gern im Forest of Dean gelebt.
Ich denke, Skegness könnte mehr für junge Menschen tun. Es kann ein schwieriger Ort sein, wenn man am Anfang seines Lebens steht, und ich würde mir mehr Möglichkeiten für sie wünschen.
Heute versuche ich, meinen Geist aktiv zu halten. Ich bin immer noch in den Französisch- und Deutschgruppen, und ich genieße die wärmeren Sommertage in Skegness, wenn ich mehr nach draußen komme. Ich reise nicht mehr so viel wie früher, aber mein Sohn verbringt inzwischen viel Zeit in Japan, vielleicht hat er also meine Liebe zu anderen Teilen der Welt geerbt.
Ich versuche einfach, jeden Tag so gut es geht weiterzumachen. Ich habe noch meine Zigaretten, und ab und zu ein kleines Glas Alkohol. Das ist im Moment einfach so. Es sind die einfachen Dinge, die mir geblieben sind, kleine Dinge, die einen durch den Alltag tragen.
Gordon ist vor ein paar Jahren gestorben, und ich vermisse ihn sehr. Nach allem, was wir gemeinsam durchgemacht haben, bleibt da eine große Leere, aber ich versuche weiterzumachen, so wie er es sich gewünscht hätte.
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, denke ich an Paris, Edinburgh und all die Orte, an denen ich leben durfte. Ich denke an Gordon und an das Leben, das wir hatten, bevor sich alles verändert hat, und an die Menschen, die ich unterwegs getroffen habe.
Das Leben ist nicht immer so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt habe, aber ich glaube, das geht uns allen so. Man nimmt, was kommt, und macht einfach weiter. Das habe ich immer versucht.
🇬🇧 Pat Massie  (b. 1951)
I was born in South London in 1951. Looking back, I think I’ve always been curious about the world. I loved languages at school, especially French, so it seemed the obvious thing to study when I went to university in Kent. I enjoyed my time there and came away with a degree that ended up taking me in directions I could never have imagined.
My first proper job was with Morgan Bank, working as a secretary. Then, in 1974, I was given the opportunity to move to Paris with the bank. It was a big step, but one I never regretted. Living in Paris was exciting and I loved being able to speak French every day. It was a wonderful experience for a young woman, and I often look back on those years with very happy memories.
Later, I came back to Britain and settled in Edinburgh, where I took a completely different direction and taught English Literature. I really enjoyed teaching. No two days were ever the same, and it was lovely seeing young people discover books they might never otherwise have picked up.
Edinburgh was also where I met my husband, Gordon. We married in 1978. Gordon worked as a sales manager, and we had a good life together. We both enjoyed travelling whenever we had the chance, and I’ve always loved languages, so I also spent time visiting Germany over the years. Even now, I still enjoy speaking French and German and I’m part of both language groups. I also belonged to a distance walking group, although I can no longer walk as far these days.
For years my husband and I used to come to Skegness for weekends away. We always enjoyed it here, so when retirement came along it seemed like the sensible place to move. We came here in 2015.
Then came what I can only describe as a “bolt from the blue”.
Gordon had a stroke. He was just 65. We had all these plans for retirement, but suddenly everything changed. Instead of enjoying life together, he spent months in a nursing home until I became his full-time carer at home.
People don’t always realise what that means. Caring for someone with a disability takes over your life. Everything revolves around hospital appointments, medications, making sure they’re safe and helping them through each day. Gordon became increasingly unsteady and suffered several falls, so we eventually had to move into a bungalow because it was much safer for him.
Looking back now, I do wonder if we’d have been better staying where we were. I honestly think Gordon would have had more help if we hadn’t moved to Skegness, and that’s something I still think about. At the time, though, we believed we were making the right decision.
People often ask me what I think of Skegness. If I’m honest, I don’t love it as much as I thought I would. It served its purpose and it’s certainly cheaper than many places, which is a big plus. But I still miss places I’ve lived before. I loved Belsize Park in London, and I have very happy memories of Kent and Edinburgh too. People often think the coast is warmer, but I always remember Kent feeling warmer than it does here. I also love the Forest of Dean and would have loved to live there.
I do think Skegness could do more for younger people. It can be a difficult place if you’re starting out in life, and I’d like to see more opportunities for them.
These days I try to keep my mind active. I’m still part of the French and German groups, and I enjoy the warmer summer days in Skegness when I can get out more. I don’t travel as much these days, but my son spends a lot of his time in Japan now, so perhaps he’s inherited my love of seeing different parts of the world.
I still try to keep going as best I can, day by day. I still have my cigarettes, and the odd tip of alcohol now and then. That’s just where I’m at these days. It’s the simple things that remain for me now, small comforts that carry you through.
Gordon passed away a couple of years ago now, and I miss him terribly. After everything we went through together, there’s still a huge emptiness without him, but I try to carry on as he would have wanted me to.
When I look back over my life, I think of Paris, Edinburgh and all the places I’ve been lucky enough to visit. I think of Gordon and the life we shared before everything changed, and of the people I’ve met along the way.
Life hasn’t always gone according to plan, but then I don’t suppose it does for any of us. You just deal with what’s in front of you and keep going. That’s what I’ve always tried to do.
> Julie
Photo of Julie Grundy / Pledge from Skegness

Julie Grundy / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Julie Grundy  (geb.1984) ​​​​​​​
Ich wurde 1984 in Pontefract, West Yorkshire, geboren. Ich habe eine Zwillingsschwester, und von Anfang an haben wir eine Bindung geteilt, die nur Zwillinge wirklich verstehen. Was das Leben uns auch entgegenwarf, wir hatten immer einander.
Rückblickend war meine Kindheit nicht die leichteste. Meine Beziehung zu meinem Vater war schwierig, und als er starb, war ich gerade einmal fünfzehn Jahre alt. Es war eine verwirrende und emotionale Zeit. Meine Mum, Brenda, liebte uns sehr, aber sie hatte selbst Lernschwierigkeiten und kam einfach nicht damit zurecht, uns allein großzuziehen. Es lag nicht daran, dass sie sich nicht kümmerte – das tat sie, mehr als alles andere –, aber manchmal reicht Liebe nicht aus, wenn das Leben überfordernd wird.
Meine Schwester und ich kamen in Pflegefamilien, und wenn ich heute zurückblicke, wird mir erst richtig bewusst, wie glücklich wir waren. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass Zwillinge im selben Pflegeheim bleiben, aber zum Glück war das bei uns so. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich damit zurechtgekommen wäre, wenn wir getrennt worden wären. Wir hatten schon so viel verloren, und einander auch noch zu verlieren, wäre unerträglich gewesen.
Diese vier Jahre, zwischen meinem fünfzehnten und neunzehnten Lebensjahr, haben mein Leben verändert. Unsere Pflegeeltern nahmen uns mit offenen Armen in ihre Familie auf. Sie ließen uns nie wie Außenseiter fühlen; sie behandelten uns, als hätten wir schon immer dort dazugehört. Auch heute noch, all die Jahre später, stehe ich mit ihnen in Kontakt, weil sie so ein wichtiger Teil meines Lebens geworden sind. Sie gaben mir Stabilität, als sich alles andere um mich herum unsicher anfühlte.
Eines der schönsten Dinge daran, bei ihnen zu leben, war, dass sie einen Wohnwagen in Skegness hatten. Wir kamen hierher in den Urlaub, und ich liebte es über alles. Einige meiner glücklichsten Erinnerungen aus der Teenagerzeit sind an dieser Küste entstanden. Irgendetwas an der frischen Seeluft, dem Strand und der entspannten Atmosphäre ließ mich frei fühlen. Diese Urlaube wurden zu etwas, worauf ich mich immer freute, und ohne es damals zu merken, wurde Skegness still und leise Teil meiner Zukunft.
Obwohl ich nie wieder nach Hause zu Mum zog, hörte ich nie auf, sie zu lieben. Ich sprach jeden einzelnen Tag mit ihr. Sie blieb bis zu dem Tag, an dem sie starb, ein riesiger Teil meines Lebens, und ich machte ihr nie Vorwürfe für die Umstände, in denen wir uns wiederfanden. Nichts davon war ihre Schuld. Sie tat mit den Herausforderungen, vor denen sie stand, das Beste, was sie konnte, und dafür werde ich sie immer lieben.
Weil ich so viel Zeit im Urlaub in Skegness verbracht hatte, hatte ich hier einige gute Freunde gefunden. Irgendwann, als ich neunzehn war, entschied ich mich für den Umzug. Es fühlte sich wie ein großer Schritt an, Yorkshire hinter mir zu lassen, besonders weil meine Zwillingsschwester dort blieb. Getrennt zu sein war nicht leicht. Auch jetzt stehen wir ständig in Kontakt. Die Entfernung hat die Bindung zwischen uns nie verändert, und ich glaube nicht, dass sie das jemals tun wird.
Skegness war natürlich anders als Pontefract, aber es fühlte sich schnell wie Zuhause an. Ich lernte meine Freundin kennen, fand Arbeit in einem Café und begann, mir ein Leben aufzubauen. Im Laufe der Jahre habe ich in mehreren Pubs und Clubs gearbeitet, meist in der Küche, und heute arbeite ich für ein örtliches Busunternehmen. Es ist ehrliche Arbeit, und ich habe unterwegs einige wunderbare Menschen kennengelernt.
Wie jeder, der lange an einem Ort gelebt hat, gab es Momente, in denen ich darüber nachgedacht habe, weiterzuziehen. Ich habe mich oft gefragt, wie das Leben in einer größeren Stadt sein könnte, vielleicht in Nottingham oder Lincoln. Natürlich hat Skegness seine Probleme, wie jede Stadt, und es gibt Dinge, die mich von Zeit zu Zeit frustrieren. Aber nirgendwo ist es perfekt, und im Laufe der Jahre habe ich erkannt, dass das Wichtigste die Menschen, die Erinnerungen und das Gefühl der Zugehörigkeit sind. Für mich hat Skegness mir all das gegeben.
2022 habe ich meine Mum verloren. Es war eine der schwersten Zeiten meines Lebens. Auch wenn wir nach meinem Eintritt in die Pflegefamilie nie wieder zusammengelebt hatten, blieben wir unglaublich eng verbunden. Ich vermisse sie jeden einzelnen Tag. Ich trage einen Teil ihrer Asche in einem Anhänger um meinen Hals, und irgendwie hilft mir das. Es tröstet mich zu wissen, dass sie immer ganz nah an meinem Herzen ist. Jedes Mal, wenn ich den Anhänger berühre, habe ich das Gefühl, Mum ist bei mir.
Liebe zu finden war nicht immer leicht. Ich habe viele Freunde, ich gehe gern unter Leute und liebe es, von Menschen umgeben zu sein, aber als lesbische Frau habe ich mich manchmal gefragt, ob ich jemals die richtige Person finden würde. Es gab Zeiten, in denen ich mich fragte, ob es für mich überhaupt passieren würde.
Aber das Leben hat eine seltsame Art, dich zu überraschen, wenn du es am wenigsten erwartest.
Heute habe ich eine wunderbare Freundin, ich habe mein eigenes Haus gekauft, und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Ort, der sich wirklich wie meiner anfühlt. Einen Ort, an dem ich die Haustür hinter mir schließen kann und weiß, dass ich ihn mir durch meine eigene Entschlossenheit aufgebaut habe. Nach allem, was das Leben mir entgegengeworfen hat, bin ich darauf unglaublich stolz.
Auch wenn ich mir früher einmal vorgestellt habe, Skegness für einen neuen Ort zu verlassen, glaube ich nicht, dass das jetzt noch passieren wird. Diese Küstenstadt hat mir Freundschaften, Chancen, Erinnerungen und vor allem einen Ort gegeben, an dem ich dazugehöre. Hier habe ich meine Zukunft gefunden.
Das Leben war nicht immer geradlinig, aber es hat mich gelehrt, dass Zuhause nicht immer dort ist, wo man geboren wird. Manchmal ist Zuhause einfach der Ort, an dem dein Herz endlich Frieden findet.
Und für mich ist das Skegness.
🇬🇧 Julie Grundy  (b. 1984)
I was born in Pontefract, West Yorkshire, in 1984. I have a twin sister, and from the very beginning we’ve shared a bond that only twins really understand. Whatever life threw at us, we always had each other.
Looking back, my childhood wasn’t the easiest. My relationship with my dad was difficult, and when he died, I was just fifteen years old. It was a confusing and emotional time. My mum, Brenda, loved us dearly, but she had learning difficulties of her own and simply couldn’t cope with bringing us up on her own. It wasn’t because she didn’t care—she did, more than anything—but sometimes love isn’t enough when life becomes overwhelming.
My sister and I went into foster care, and looking back now, I realise just how lucky we were. It’s quite unusual for twins to stay together in the same foster home, but thankfully we did. I honestly don’t know how I would have coped if we’d been separated. We had already lost so much, and losing each other would have been unbearable.
Those four years, between the ages of fifteen and nineteen, changed my life. Our foster parents welcomed us into their family with open arms. They never made us feel like outsiders; they treated us as though we’d always belonged there. Even now, all these years later, I still keep in touch with them because they became such an important part of my life. They gave me stability when everything else around me felt uncertain.
One of the best things about living with them was that they owned a caravan in Skegness. We’d come here for holidays, and I absolutely loved it. Some of my happiest teenage memories were made on this coastline. There was something about the fresh sea air, the beach, and the relaxed atmosphere that made me feel free. Those holidays became something I always looked forward to, and without realising it at the time, Skegness was quietly becoming part of my future.
Although I never moved back home to live with Mum, I never stopped loving her. I spoke to her every single day. She remained a huge part of my life until the day she died, and I never blamed her for the circumstances we found ourselves in. None of it was her fault. She did the very best she could with the challenges she faced, and I will always love her for that.
Because I’d spent so much time holidaying in Skegness, I’d made some good friends here. Eventually, when I was nineteen, I decided to make the move. It felt like a big step, leaving Yorkshire behind, especially because my twin sister stayed there. Being apart wasn’t easy. Even now, we’re in touch all the time. Distance has never changed the bond between us, and I don’t think it ever will.
Skegness was certainly different from Pontefract, but it quickly began to feel like home. I met my girlfriend, found work in a café, and started building a life for myself. Over the years I’ve worked in several pubs and clubs, mostly in kitchen roles, and today I work for a local bus company. It’s honest work, and I’ve met some wonderful people along the way.
Like anyone who’s lived somewhere for a long time, there have been moments when I’ve thought about moving on. I’ve often wondered what life might be like in somewhere bigger, perhaps Nottingham or Lincoln. Of course, Skegness has its issues, just like every town does, and there are things that frustrate me from time to time. But nowhere is perfect, and over the years I’ve come to realise that what matters most is the people, the memories and the sense of belonging. For me, Skegness has given me all of those.
In 2022, I lost my mum. It was one of the hardest times of my life. Even though we’d never lived together again after I entered foster care, we had remained incredibly close. I miss her every single day. I wear some of her ashes in a pendant around my neck, and somehow that helps. It gives me comfort knowing she’s always close to my heart. Whenever I touch that pendant, I feel as though Mum is with me.
Finding love hasn’t always been easy. I’ve got lots of friends, I enjoy socialising, and I love being around people, but as a gay woman I’ve sometimes wondered whether I’d ever find the right person. There were times when I questioned whether it would happen for me at all.
But life has a funny way of surprising you when you least expect it.
Today, I have a wonderful girlfriend, I’ve bought my own house, and for the first time in my life I have somewhere that truly feels like mine. A place where I can close the front door and know I’ve built it through my own determination. After everything life has thrown at me, that’s something I’m incredibly proud of.
So although I once imagined leaving Skegness for somewhere new, I don’t think that’s going to happen now. This seaside town has given me friendships, opportunities, memories and, most importantly, a place to belong. It’s where I found my future.
Life hasn’t always been straightforward, but it’s taught me that home isn’t always where you’re born. Sometimes, home is simply the place where your heart finally feels at peace.
And for me, that’s Skegness.
> Molly
Molly Clayton from Skegness

Molly Clayton  / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Molly Clayton  (geb.1932) ​​​​​​​
Ich war gerade einmal sieben Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg begann. Und selbst heute, nach all den Jahren, sind manche Erinnerungen noch so klar, als wären sie erst gestern geschehen.
Ich kann mich noch immer an das Dröhnen der Flugzeuge erinnern, die von der RAF-Basis Spilsby starteten – ganz in der Nähe unseres Dorfes Firsby. Ich weiß noch, wie ich weinte, als eines der Flugzeuge, das alle liebevoll „Freddie“ nannten, nicht zurückkehrte. Ich erinnere mich auch an die schreckliche Explosion auf dem Flugplatz, bei der so viele Menschen ums Leben kamen – nicht durch einen feindlichen Angriff, sondern durch einen tragischen Unfall mit Munition. Und ich erinnere mich an die Angst. Eine Angst, mit der damals jede Familie lebte.
Bei uns zu Hause hing eine große Weltkarte an der Wand. Mein Vater steckte kleine Fähnchen an die Orte, an denen Angehörige unserer Familie dienten. Jedes Klopfen an der Haustür ließ die Herzen schneller schlagen. Damals hatte jeder Angst vor dem Telegrammboten.
Diese Erinnerungen haben mich nie verlassen.
Ich wurde 1932 in Burgh le Marsh geboren, nur wenige Kilometer von Skegness entfernt. Meine Großmutter lebte in Skegness, deshalb war mir der Ort schon lange vertraut, bevor er schließlich zu meiner Heimat wurde. Ich war das älteste von neun Kindern meiner Eltern, John und Eva. Als Älteste lernte ich schon früh, Verantwortung zu übernehmen. Mich um meine Geschwister zu kümmern, gehörte einfach zu meinem Leben.
Als wir nach Firsby zogen, war das Dorf voller Leben. Die Eisenbahn brachte jedes Jahr Tausende Urlauber nach Skegness, und der nahegelegene Flugplatz wurde während des Krieges zu einem wichtigen Bestandteil unseres Alltags.
Mein Vater wurde nicht zum Militär eingezogen, weil er ein hochqualifizierter Stuckateur war und seine Arbeit auf dem Flugplatz dringend gebraucht wurde. Gleichzeitig diente er mit Stolz in der Home Guard und tat alles, was er für sein Land tun konnte.
Wie bei so vielen Kindern fand der Krieg sogar den Weg in meine Träume. Ich erinnere mich noch an einen Albtraum, in dem deutsche Soldaten zu uns nach Hause kamen und eine meiner Schwestern mitnahmen. Es war nur ein Traum – doch für ein kleines Mädchen fühlte er sich erschreckend wirklich an.
Dann kam endlich der Tag, an dem der Krieg vorbei war.
Ich war zwölf Jahre alt, als der Frieden zurückkehrte, und ich werde die Feierlichkeiten niemals vergessen. Nach Jahren voller Sorge wurden überall Girlanden aufgehängt, Musik erfüllte die Straßen und Kinder aus den umliegenden Dörfern kamen zu einem großen Fest zusammen. Damals kam es mir vor wie die größte Feier der Welt. Heute weiß ich, dass es nicht nur ein Sieg gefeiert wurde – sondern vor allem das Überleben so vieler Familien.
Diese schweren Jahre haben mir etwas fürs Leben mitgegeben: Frieden, Chancen und Freundlichkeit darf man niemals als selbstverständlich ansehen.
Meine Eltern hatten nie viel Geld, besonders in den schweren Jahren nach dem Krieg. Trotzdem waren sie fest davon überzeugt, dass Bildung etwas ist, das einem niemand nehmen kann. Ihr Glaube an das Lernen wurde auch zu meinem.
Ich besuchte das Gymnasium in Spilsby bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr, und schon früh wusste ich genau, was ich einmal werden wollte.
Lehrerin.
Als ich mit zweiundzwanzig Jahren meine Ausbildung abgeschlossen hatte, begann nicht einfach nur ein Beruf – ich hatte meine Berufung gefunden.
Den größten Teil meines Berufslebens verbrachte ich an der Seathorne School in Skegness, wo ich schließlich stellvertretende Schulleiterin wurde. Beim Unterrichten ging es für mich nie nur um Unterricht oder Klassenzimmer. Es ging darum, Kindern zu helfen, an sich selbst zu glauben. Jedes Kind verdient Ermutigung, Geduld und Freundlichkeit – und genau das habe ich immer versucht zu geben.
Im Laufe der Jahre durfte ich Tausende Kinder unterrichten. Noch heute sprechen mich ehemalige Schülerinnen und Schüler auf der Straße an. Manche sind inzwischen selbst Großeltern, erinnern sich aber noch immer an ihre Zeit in meiner Klasse. Wenn jemand lächelnd zu mir sagt: „Mrs Clayton, Sie waren meine Lieblingslehrerin“, bedeutet mir das mehr, als ich jemals in Worte fassen könnte.
Wenn ich der Welt etwas hinterlassen habe, dann hoffe ich, dass es durch die Kinder geschah, deren Leben ich ein kleines Stück begleiten durfte.
Am Neujahrstag 1955 heiratete ich meinen wundervollen Mann, Den. Er hatte bei den Grenadier Guards gedient und sah in seiner Uniform an unserem Hochzeitstag einfach großartig aus. Gemeinsam machten wir Skegness zu unserem Zuhause. Obwohl ich nie weit von meinem Geburtsort weggezogen war, wusste ich, dass ich genau dort angekommen war, wo ich hingehörte.
Mit fünfundfünfzig Jahren ging ich aufgrund von Angstzuständen in den Ruhestand. Diese Entscheidung fiel mir unglaublich schwer, denn das Unterrichten war ein so großer Teil meines Lebens gewesen, dass ich mir ein Leben ohne Schule kaum vorstellen konnte.
Doch der Ruhestand brachte auch neue Möglichkeiten.
Ich hatte das Glück, zweimal mit Schülergruppen unsere Partnerstadt Bad Gandersheim zu besuchen – in den Anfangsjahren der Städtepartnerschaft. Zu sehen, wie junge Menschen eine andere Kultur kennenlernten, Freundschaften schlossen und ihren Horizont erweiterten, war eine große Freude. An diese Reisen denke ich bis heute mit einem Lächeln zurück.
Ich würde Bad Gandersheim sehr gerne noch einmal besuchen. Doch mit vierundneunzig Jahren ist das Leben ruhiger geworden. Zwei Stürze im vergangenen Jahr führten dazu, dass ich ins Krankenhaus musste, und ich muss akzeptieren, dass ich nicht mehr so beweglich bin wie früher.
Neben dem Unterrichten gehörte die Kunst immer zu meinen größten Leidenschaften. Ich war Mitglied der Skegness Playgoers sowie verschiedener Kunstgruppen und stand sogar selbst auf der Bühne. Das Theater hat eine wunderbare Art, Menschen zusammenzubringen, und ich habe jede Minute davon genossen.
Als Den im Jahr 2007 starb, veränderte sich mein Leben für immer. Ihn zu verlieren war unendlich schwer. Doch ich hatte das Glück, von wunderbaren Freunden umgeben zu sein, die mir durch diese schwere Zeit halfen. Sie haben mir gezeigt, dass Freundlichkeit viele Gesichter hat.
Ich habe erlebt, wie sich Skegness im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Diese Stadt hat mir ein wunderbares Leben geschenkt, und ich werde sie immer lieben. Natürlich verändert sich jeder Ort mit der Zeit. Dennoch vermisse ich manchmal das Skegness meiner Jugend. Die Theater waren voller Leben, die Menschen zogen sich schick an, wenn sie ausgingen, es gab Bowlinganlagen, ein lebendiges Jugendtheater und die Kunst war ein selbstverständlicher Teil des Gemeinschaftslebens. An diese Zeit denke ich mit großer Dankbarkeit zurück.
Manchmal werde ich gefragt, ob ich etwas bereue.
Die ehrliche Antwort lautet: Nein.
Ich habe Krieg und Frieden erlebt. Ich habe gesehen, wie sich die Welt bis zur Unkenntlichkeit verändert hat. Ich durfte Generationen von Kindern unterrichten, habe geliebt und wurde geliebt und war Teil einer Gemeinschaft, die mein ganzes Leben geprägt hat.
Wenn ich heute darüber nachdenke, was wirklich zählt, dann sind es keine Titel und keine Auszeichnungen.
Es sind die Menschen.
Die Kinder, die einst in meinem Klassenzimmer saßen.
Die Freunde, die mich durchs Leben begleitet haben.
Der Mann, mit dem ich mein Leben teilen durfte.
Und der einfache Grundsatz, an den ich immer geglaubt habe:
Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Wenn ich auf meinem Lebensweg auch nur einem einzigen Kind geholfen habe, zu einem freundlicheren Menschen zu werden, dann glaube ich, dass ich ein gutes Leben geführt habe.
Wenn ich also etwas hinterlassen möchte, dann hoffe ich, dass es mehr ist als nur Erinnerungen.
Ich hoffe, es ist Freundlichkeit.
Schau hin. Hör zu. Lerne.
Und vor allem … sei freundlich.

🇬🇧 Molly Clayton  (b. 1932)
I was only seven years old when the Second World War began, yet even now, all these years later, some memories remain as clear as if they happened yesterday.
I can still remember the sound of the aircraft overhead from RAF Spilsby, just beyond our village of Firsby. I remember crying when one of the planes, affectionately known as “Freddie”, didn’t return. I remember the terrible explosion at the airfield that claimed so many lives - not through enemy action, but in a tragic accident involving munitions. And I remember the fear. Fear that every family lived with.
We had a large map of the world hanging on the wall at home, and my father would place little flags wherever members of our family were serving. Every knock at the door made people’s hearts sink. In those days, everyone dreaded seeing the telegram boy.
Those memories have never left me.
I was born in 1932 in Burgh le Marsh, just a few miles from Skegness. My grandma lived in Skegness, so the town was already a familiar place long before I eventually made it my home. I was the eldest of nine children born to my parents, John and Eva, and being the oldest taught me responsibility from an early age. Looking after my brothers and sisters simply became part of who I was.
When we moved to Firsby, the village was alive with railway traffic. Holidaymakers passed through on their way to Skegness, while the nearby airfield became an important part of village life during the war.
My father wasn’t called up to fight because he was a master plasterer, and his skills were needed at the airbase. He also served proudly in the Home Guard, doing everything he could for the country.
Like so many children, the war even found its way into my dreams. I still remember one nightmare where German soldiers came to our house and took one of my sisters away. It was only a dream, but to a little girl it felt terrifyingly real.
Then, one day, the war was over.
I was twelve years old when peace finally came, and I shall never forget the celebrations. After years of worry, the bunting came out, music filled the air and children from neighbouring villages gathered together for what felt like the biggest party in the world. Looking back now, I realise it wasn’t just a celebration of victory—it was a celebration that families had survived.
Those difficult years taught me something that stayed with me for the rest of my life: never take kindness, peace or opportunity for granted.
My parents never had much money, especially after the war, but they believed that education was something nobody could ever take away from you. Their faith in learning became my own.
I attended the grammar school in Spilsby until I was eighteen, and from a young age I knew exactly what I wanted to be. A teacher!
When I qualified at twenty-two, I wasn’t simply starting a career—I had found my calling.
Most of my working life was spent at Seathorne School in Skegness, where I eventually became Deputy Head. Teaching was never just about lessons or classrooms. It was about helping children believe in themselves. Every child deserved encouragement, patience and kindness, and I always tried to give them all three.
Over the years I taught thousands of children, and even today, former pupils still stop me in the street. Some are grandparents themselves now, yet they still remember being in my classroom. When someone smiles and says, “Mrs Clayton, you were my favourite teacher,” it means more than I could ever put into words.
If I’ve left any mark on the world, I hope it’s through the children whose lives I was privileged to be part of.
On New Year’s Day in 1955, I married my wonderful husband, Den. He had served as a Grenadier Guard and looked so handsome in his uniform on our wedding day. We settled in Skegness together, and although I had never moved very far from where I was born, I knew I was exactly where I belonged.
Retiring from teaching at fifty-five, because of anxiety, was one of the hardest decisions I ever had to make. Teaching had been such a huge part of my life that I struggled to imagine life without it.
Thankfully, retirement also brought new adventures.
I was fortunate enough to travel twice to our twin town of Bad Gandersheim in Germany, accompanying groups of schoolchildren during the early years of the twinning partnership. Watching young people experience another culture, make friendships and broaden their horizons was a joy, and those trips remain among my happiest memories.
I’d dearly love to visit Bad Gandersheim again, but at ninety-four years old I’ve had to accept that life moves at a gentler pace. Two falls in the past year have left me in hospital, and I’m simply not as mobile as I once was.
Outside the classroom, the arts have always held a special place in my heart. I was a member of the Skegness Playgoers and local art groups, and I even enjoyed acting myself. Theatre has a wonderful way of bringing people together, and I loved being part of it.
When Den passed away in 2007, life changed forever. Losing him was incredibly difficult, but I was blessed with wonderful friends who helped me through those lonely days. Their friendship reminded me that kindness has many different faces.
I’ve watched Skegness change enormously over the years.
It has given me a wonderful life, and I will always love this town. Of course, every place changes with time, but I do miss the Skegness I first knew. The theatres were busy, people dressed up for an evening out, there were bowling greens, a thriving youth theatre and a real sense that the arts belonged to everyone. They were special days, and I treasure those memories.
People sometimes ask whether I have any regrets. The truth is, I don’t.
I’ve lived through war and peace. I’ve seen the world change beyond recognition. I’ve had the privilege of teaching generations of children, I’ve loved and been loved, and I’ve been part of a community that has shaped my entire life.
When I think about what really matters, I don’t think about achievements or titles. I think about people. The children who once sat in my classroom. The friends who stood beside me. The husband who shared my life.
And the simple belief I’ve carried with me for as long as I can remember:
Treat other people as you would wish to be treated yourself.
If, somewhere along the way, I helped even one child grow into a kinder person, then I think I’ve lived a good life.
So, if I leave anything behind, I hope it isn’t just memories.
I hope it’s kindness.
Look. Listen. Learn.
And above all… be kind.
> Kayleigh
Photo of Kayleigh Byford from Skegness

Kayleigh Byford  / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Kayleigh Byford  (geb.1990) ​​​​​​​
Ich wurde 1990 in Watford, Nordlondon, geboren, aber ich hatte nie wirklich das Gefühl, irgendwo hinzugehören, bis ich nach Skegness zog. Davor sind wir viele Male umgezogen, und irgendwann führte uns unser Weg sogar über die Irische See nach Nordirland. Wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich, dass ich einen großen Teil meiner Kindheit damit verbracht habe, nach einem Ort zu suchen, an dem ich mich zu Hause fühlen konnte.
So oft umzuziehen war unglaublich schwer, besonders in der Schule. Gerade wenn ich begann, mich einzuleben, Freunde zu finden und mich wohlzufühlen, schien es schon wieder Zeit zu sein, weiterzuziehen.
Jeder Umzug bedeutete ein neues Klassenzimmer, neue Lehrer, neue Gesichter und wieder ganz von vorne anfangen zu müssen. Ich war immer das neue Mädchen, immer dabei herauszufinden, wo mein Platz war. Mit der Zeit hatte das Auswirkungen auf mein Selbstvertrauen, und die Schule wurde zu einem Ort, an dem ich mich nur schwer wohlfühlen konnte. In ein Klassenzimmer zu kommen, in dem alle anderen sich bereits kannten, war schwierig, wenn man selbst ständig das Gefühl hatte, wieder neu anfangen zu müssen.
Außerdem wurde ich wegen meiner roten Haare gemobbt. Ich hatte natürlich schon immer rote Haare, aber als Kind war es etwas, das mich von anderen unterschied und manchen Kindern leider einen Grund gab, gemein zu mir zu sein.
In dieser Zeit setzte sich meine Mutter mit mir hin und erklärte mir, dass der Mann, mit dem ich aufgewachsen war, nicht mein leiblicher Vater war. Sie erzählte mir, dass ich meine roten Haare von meinem richtigen Vater geerbt hatte. Als Kind war das schwer zu verstehen. Plötzlich wusste ich, dass es irgendwo jemanden gab, der ein Teil von mir war, obwohl ich ihn nie kennengelernt hatte.
Damals waren rote Haare sicherlich nichts, worauf man stolz sein konnte, und die Kommentare, die ich bekam, beeinflussten mein Selbstbewusstsein sehr.
Zum Glück haben sich die Zeiten geändert, und vielleicht haben Menschen wie Ed Sheeran dazu beigetragen, dass rote Haare heute etwas sind, worauf viele Menschen stolz sind. Wenn ich heute zurückblicke, ist es irgendwie schön zu sehen, dass etwas, für das ich mich früher geschämt habe, etwas geworden ist, das ich niemals ändern möchte.
Es ist ein Teil von mir, und es ist auch eine Verbindung zu meinem richtigen Vater. Wenn ich ihm durch meine Haare ähnlich sehe, dann könnte ich darauf nicht stolzer sein.
Irgendwann wurde alles so schwierig, dass ich begann, die Schule zu schwänzen. Es lag nicht daran, dass mir meine Bildung egal war oder dass ich keinen Erfolg haben wollte.
Ich war ein Kind, das mit Gefühlen kämpfte, die ich damals selbst noch nicht verstand. Ich versuchte, einem Ort fernzubleiben, an dem ich mich oft unglücklich fühlte und das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören.
Trotz allem gehören einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen zu Nordirland. Es war einer der wenigen Orte, an denen ich mich wirklich angenommen fühlte.
Ich fand echte Freunde, ich lachte wieder mehr als lange Zeit zuvor und genoss die einfache Freiheit, einfach ein Kind sein zu dürfen. Diese Erinnerungen begleiten mich bis heute und zaubern mir noch immer ein Lächeln ins Gesicht.
Der Umzug zurück nach Northampton in England brachte einige der schwersten Jahre meines Lebens. Meine Beziehung zu meiner Mutter wurde zunehmend schwieriger, und ich erlebte Misshandlungen durch meinen Stiefvater. Diese Erfahrungen hinterließen emotionale Wunden, deren Heilung viele Jahre dauern sollte.
Es gab Zeiten, in denen sich das Leben beängstigend, einsam und verwirrend anfühlte, und ich fragte mich oft, ob es jemals wieder besser werden würde.
Seit dem Tag, an dem meine Mutter mir von meinem richtigen Vater erzählt hatte, musste ich immer wieder an ihn denken. Ich kannte seinen Namen, John, und ich wusste, dass er existierte, aber ich hatte nie die Möglichkeit bekommen, ihn wirklich kennenzulernen. Er war jemand, von dem ich gehört hatte, jemand, den ich auf Fotos gesehen hatte, aber niemand, der Teil meines täglichen Lebens gewesen war.
Als Kind war es schwer zu verstehen. Ich hatte Fragen, die ich nicht immer stellen konnte, und ich fragte mich, wie er wohl war, was wir gemeinsam haben könnten und ob er jemals an mich gedacht hatte. Heute weiß ich, dass er es getan hat.
Achtzehn Jahre lang war er jemand, von dem ich wusste, aber nicht jemand, den ich wirklich kannte. Dann, als ich achtzehn Jahre alt war, veränderte sich alles.
Ich lebte damals in Northampton, während mein leiblicher Vater in Skegness wohnte. Nachdem wir über Facebook angefangen hatten, miteinander zu sprechen, kam er zu mir, um mich zu treffen.
Ich hatte so viele Jahre darüber nachgedacht, wie er wohl sein würde, ob wir Gemeinsamkeiten hätten und was ich überhaupt sagen sollte. Doch in dem Moment, als wir uns begegneten, verschwanden all diese Sorgen.
Es fühlte sich an, als hätte ich ihn mein ganzes Leben lang gekannt. Es ist schwer zu erklären, aber es war wirklich so, als wären diese achtzehn fehlenden Jahre einfach verschwunden. Es gab keine Fremdheit und nicht das Gefühl, jemanden Unbekannten zu treffen.
Es fühlte sich natürlich, vertraut und richtig an – fast so, als wäre etwas, das so lange gefehlt hatte, endlich wiedergefunden worden.
Wir hatten so viel zu erzählen, und gleichzeitig fühlte es sich an, als hätte diese Begegnung schon Jahre früher passieren sollen. Menschen sagen oft, dass manche Dinge es wert sind, darauf zu warten.
Für mich waren diese achtzehn Jahre das wirklich wert.
Nicht lange nachdem ich meinen Vater kennengelernt hatte, begann ich, nach Skegness für Urlaube und kurze Aufenthalte zu kommen. Langsam wurde Skegness viel mehr als nur ein Ort, den ich besuchte.
Zum ersten Mal in meinem Leben begann es sich wie ein Zuhause anzufühlen.
Als meine Familie wuchs und ich die stolze Mutter von drei wunderbaren Kindern wurde – zwei Jungen und einem Mädchen – wollte ich ihnen etwas geben, das ich selbst in meiner Kindheit nie wirklich hatte: Beständigkeit. Einen sicheren Ort. Einen Ort, an dem sie Freundschaften aufbauen und glückliche Erinnerungen schaffen konnten.
Skegness hat uns genau das gegeben.
Das Leben am Meer hat mir ein Gefühl von Ruhe geschenkt, das ich als Kind nie gekannt hatte. Es gibt etwas ganz Besonderes daran, am Strand entlangzugehen, den Wellen zuzuhören und die frische Meeresluft einzuatmen. Es erinnert mich daran, wie weit mich das Leben gebracht hat und wie sehr sich Dinge verändern können.
Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich, dass Heilung nicht von einem Tag auf den anderen geschieht. Für mich begann sie an dem Tag, an dem ich meinen Vater traf, und sie setzte sich fort, als ich mir in Skegness ein eigenes Leben aufbaute.
Gemeinsam gaben sie mir etwas, wonach ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte: Liebe, Stabilität und einen Ort, an dem ich mich endlich sicher genug fühlte, um langsam einige der Verletzungen loszulassen, die ich so viele Jahre mit mir getragen hatte.
Vielleicht ist das größte Geschenk, das Skegness mir gemacht hat, genau das, wonach ich schon als Kind gesucht habe: Zugehörigkeit.
Nachdem ich so viele Jahre von Ort zu Ort gezogen war, fand ich endlich einen Platz, an dem ich Wurzeln schlagen konnte. Ich habe hier wunderbare Freunde gefunden, bin Teil dieser Gemeinschaft geworden und habe entdeckt, wie es sich anfühlt, wirklich dazuzugehören.
Die Menschen hier haben mich mit Freundlichkeit aufgenommen, und ich kann mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, irgendwo anders zu leben.
Ich arbeite in einem örtlichen Geschäft und helfe außerdem dabei, die Poststelle zu führen. Jeden Tag begegne ich Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Viele sind zu vertrauten Gesichtern geworden, und viele zu Freunden.
Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich Teil dieser Gemeinschaft bin und nicht einfach nur jemand, der vorbeikommt.
Mein Vater hat mich im Laufe der Jahre mit so vielen wunderbaren Menschen bekannt gemacht. Er ist Fotograf, und egal, wohin wir gehen, scheint es immer jemanden zu geben, der stehen bleibt, um Hallo zu sagen.
Durch ihn habe ich Freundschaften geschlossen, die mein Leben noch bereichert haben, und ich fühle mich unglaublich glücklich, Teil einer so herzlichen Stadt zu sein.
Heute ist mein Leben ganz anders als das, das ich mir als kleines Mädchen vorgestellt hätte.
Ich habe meinen Partner Aaron an meiner Seite, wunderbare Freunde, eine Arbeit, die ich wirklich gerne mache, und – vielleicht das Wichtigste von allem – eine Beziehung zu dem Vater, auf den ich achtzehn Jahre lang gewartet habe.
Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich nicht jemanden, der durch die schwierigsten Momente seines Lebens definiert wird.
Ich sehe jemanden, der weitergemacht hat.
Jemanden, der niemals aufgegeben hat.
Jemanden, der endlich den Ort gefunden hat, an dem er Wurzeln schlagen konnte.
Zuhause ist nicht immer der Ort, an dem man geboren wurde.
Manchmal ist es der Ort, der einen heilt.
Manchmal ist es der Ort, an dem die eigene Geschichte wirklich beginnt.
Für mich wird dieser Ort immer Skegness sein.
🇬🇧 Kayleigh Byford  (b. 1990)
I was born in 1990 in Watford, North London, but I never really felt connected to one place until I moved to Skegness. Before then, we had moved several times, and at one point we even moved across the Irish Sea to Northern Ireland. Looking back now, I realise I spent much of my childhood searching for somewhere to belong. Moving so often made life incredibly difficult, especially when it came to school. Just as I was beginning to settle in, make friends and feel comfortable, it seemed like it was time to leave again.
Every move meant a new classroom, new teachers, new faces and having to start all over again as I was always the new girl, always trying to work out where I fitted in. Over time, that affected my confidence, and school became somewhere I struggled to feel comfortable. Walking into a classroom where everyone already seemed to know each other was hard when I felt like I was constantly starting again.
I also had to deal with being bullied because of my ginger hair. I’ve always had ginger hair, of course, but when I was younger it was something that made me stand out and sadly gave some children a reason to be cruel to me.
It was around that time that my mum sat me down and explained that the man I was growing up with wasn't my real dad. She told me my ginger hair had come from my natural father. As a child, it was difficult to understand. I suddenly knew there was someone else out there who was part of me, even though I had never met him.
Back then, having ginger hair certainly wasn’t something to celebrate, and the comments I got really affected my confidence.
Thankfully, times have changed, and perhaps people like Ed Sheeran have helped make ginger hair something people can be proud of. It’s funny looking back now, because something I once felt embarrassed about is something I would never want to change.
It is part of who I am, and it is also a connection to my real dad. If I look like him because of it, then I couldn’t be prouder.
Eventually, things became so difficult that I started skipping school. It wasn’t because I didn’t care about my education or because I didn’t want to succeed.
I was a child struggling with feelings I didn’t really understand at the time, trying to avoid somewhere that often made me feel unhappy and like I didn’t belong.
Despite everything, some of my happiest childhood memories come from Northern Ireland. It was one of the few places where I truly felt accepted.
I made real friends, laughed more than I had in a long time and enjoyed the simple freedom of being a child. Those memories have stayed with me throughout my life and still bring a smile to my face.
Moving back to Northampton in England brought some of the hardest years of my life. My relationship with my mum became increasingly difficult, and I suffered abuse at the hands of my stepfather. Those experiences left emotional scars that took many years to begin healing. There were times when life felt frightening, lonely and confusing, and I often wondered if things would ever get better.
From the day Mum told me about my real dad, I couldn't help wondering about him. I knew his name, John, and I knew that he existed, but he was never someone I got the chance to know. He was someone I heard about, someone I saw in photographs, but not someone who was part of my everyday life.
As a child, it was difficult trying to understand that. I had questions I couldn’t always ask and wondered what he was like, what things we might have in common and whether he ever thought about me. Looking back now, I know he did.
For eighteen years he was someone I knew about, rather than someone I knew. Then, when I was eighteen years old, everything changed. I was living in Northampton while my real dad was living in Skegness. After we started talking on Facebook, he came to meet me. I had spent so many years wondering what he would be like, wondering if we would have anything in common, and wondering what I would say. The moment we met, all of those worries disappeared. It felt as though I'd known him all my life. It is hard to explain, but it honestly felt as though those eighteen missing years simply melted away. There was no awkwardness and no feeling of meeting a stranger. It felt natural, comfortable and familiar, almost as though something that had been missing for so long had finally been found.
We had so much to talk about, and yet it also felt like something that should have happened years earlier. People often say that some things are worth waiting for. For me, those eighteen years truly were. Not long after meeting my dad, I began coming to Skegness for holidays and short breaks. Slowly, Skegness became much more than a place to visit. For the first time in my life, it started to feel like home.
As my family grew and I became the proud mum of three wonderful children, two boys and a girl, I wanted them to have something I had never really experienced growing up: stability. Somewhere safe. Somewhere they could build friendships and make happy memories. Skegness gave us that. Living by the sea has brought me a sense of peace I never knew as a child. There is something special about walking along the beach, listening to the waves and breathing in the fresh sea air. It reminds me how far life has brought me and how much can change.
Looking back now, I realise that healing doesn’t happen all at once. For me, it began the day I met my dad and continued as I built a life here in Skegness. Together, they gave me what I had been searching for all my life: love, stability and a place where I finally felt safe enough to begin letting go of some of the hurt I had carried for so many years.
Perhaps the greatest gift Skegness has given me is something I searched for throughout my childhood. Belonging. After spending so many years moving from place to place, I finally found somewhere I could put down roots. I have made wonderful friends here, become part of the community and discovered what it feels like to truly belong. The people have welcomed me with kindness, and I honestly cannot imagine living anywhere else.
I work in a local shop and also help to run the Post Office. Every day I meet people from all walks of life. Many have become familiar faces, and many have become friends. It is a lovely feeling knowing that I am part of this community rather than simply passing through it. My dad has introduced me to so many wonderful people over the years. He is a photographer, and wherever we go there always seems to be someone stopping to say hello. Through him I have made friendships that have made my life even richer, and I feel incredibly lucky to be part of such a caring town.
Today my life is very different from the one I imagined as a little girl. I have my partner Aaron by my side, wonderful friends, a job I genuinely enjoy and, perhaps most importantly of all, a relationship with the dad I waited eighteen years to know. When I look back now, I don’t see someone defined by the hardest moments of her life. I see someone who kept going. Someone who never gave up. Someone who finally found the place where she could put down roots.
Home is not always where you are born. Sometimes it is the place that heals you. Sometimes it is the place where your story truly begins.
For me, that place will always be Skegness.
> Bamidele
Bamidele Akomolafe  from Skegness

Bamidele Akomolafe  / Photo: Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪​​​​​​​ Bamidele Akomolafe  (geb. 1968)
Obwohl ich 1968 im Londoner Stadtteil Camden Town geboren wurde, fühlte sich England während meiner Kindheit nie wirklich wie meine Heimat an.
Als ich gerade einmal drei Monate alt war, trafen meine Eltern wohl eine der schwersten Entscheidungen ihres Lebens. Beide studierten Jura und wussten, dass sie mir nicht die Zeit und Aufmerksamkeit schenken konnten, die ich brauchte, während sie gleichzeitig versuchten, eine Zukunft für unsere Familie aufzubauen. Deshalb schickten sie mich nach Nigeria, wo ich bei meinen Großeltern aufwuchs.
Wenn ich heute darauf zurückblicke, kann ich mir nur vorstellen, wie schwer ihnen diese Entscheidung gefallen sein muss. Doch genau diese eine Entscheidung prägte den weiteren Verlauf meines Lebens.
Nigeria wurde zu meiner Heimat.
Meine Großeltern zogen mich in meinen ersten Lebensjahren groß und schenkten mir eine Kindheit voller Liebe, familiärer Geborgenheit und eines tiefen Gefühls dafür, wer ich bin. Sie waren meine ganze Welt. Diese kostbaren Jahre werde ich für immer in meinem Herzen tragen.
Während meiner Kindheit erlebte Nigeria den Biafra-Krieg. Zum Glück war der Krieg bereits vorbei, als meine Eltern zurück nach Nigeria kamen, als ich etwa fünf Jahre alt war. Heute ist es in unserer Familie fast schon ein kleiner Scherz, dass ich ausgerechnet während eines Krieges „nach Hause geschickt“ wurde. Manchmal ist Lachen einfach die Art, wie Familien mit den außergewöhnlichsten Momenten des Lebens umgehen.
Obwohl ich britische Staatsbürgerin bin, wuchs ich als nigerianisches Mädchen auf. England war für uns ein Urlaubsziel, doch Nigeria war der Ort, an dem meine Erinnerungen entstanden, an dem ich zur Schule ging und an dem ich die Werte lernte, die mich bis heute begleiten.
Erst 1993, im Alter von fünfundzwanzig Jahren, zog ich dauerhaft zurück nach England. Ich ließ mich in Earl’s Court nieder – nur wenige Kilometer von Camden Town entfernt, wo mein Leben einst begonnen hatte.
Es fühlte sich auf vielerlei Weise seltsam an. Ich kehrte in das Land meiner Geburt zurück, und doch war es fast so, als würde ich es zum ersten Mal entdecken. Es war zugleich vertraut und völlig neu.
Als junge Frau liebte ich an London vor allem die Mode. Ich war schon immer überzeugt, dass unsere Kleidung etwas darüber aussagt, wer wir sind. Kräftige Farben spiegeln bis heute meine Persönlichkeit wider. Sie geben mir Selbstvertrauen, Lebensfreude und das Gefühl, ganz ich selbst zu sein. Das Leben in London bot mir unzählige Möglichkeiten, genau diese Seite von mir auszudrücken – und ich habe jede Minute davon genossen.
Während meiner Zeit in London wurde ich stolze Mutter von zwei wundervollen Jungen.
Doch das Leben verläuft selten geradlinig. Im Laufe der Jahre bin ich viele Male umgezogen. Eine Zeit lang lebte ich erneut in Nigeria, bevor ich schließlich in Skegness landete, nachdem mein Sohn die örtliche Grammar School besucht hatte.
Anfangs hätte ich nie gedacht, dass ich bleiben würde.
Doch das Leben hat seine ganz eigene Art, uns genau dorthin zu führen, wo wir hingehören.
Mit den Jahren ist Skegness still und leise zu meinem Zuhause geworden. Nach all den Umzügen in meinem Leben fühlt es sich unglaublich schön an, endlich angekommen zu sein. Meine Freunde nennen mich scherzhaft „Mama Skegness“ – und ich kann mir kaum einen Spitznamen vorstellen, der mich mehr zum Lächeln bringt.
Nachdem ich in London gelebt habe, wo Busse und Bahnen scheinbar rund um die Uhr unterwegs waren, gibt es in Skegness eine Sache, die ich mir wünschen würde: bessere Zugverbindungen. Besonders an den Wochenenden enden die Verbindungen oft schon recht früh, was für viele Menschen den Alltag erschwert. Für eine so wunderbare Küstenstadt würden bessere Verkehrsverbindungen unzählige neue Möglichkeiten schaffen.
Mein christlicher Glaube stand immer im Mittelpunkt meines Lebens. Er hat mich gelehrt, wie wichtig Liebe, Freundlichkeit, Mitgefühl und die Bereitschaft sind, anderen zu helfen. Heute engagiere ich mich ehrenamtlich und helfe dabei, Drei-Gänge-Menüs für Menschen in unserer Gemeinschaft zuzubereiten – für obdachlose Menschen, ältere Mitbürger und alle, die einfach jemanden brauchen, der ihnen zuhört und Zeit mit ihnen verbringt.
Essen stillt den Hunger, doch Freundlichkeit nährt das Herz. Manchmal braucht ein Mensch nichts mehr, als zu wissen, dass er gesehen wird, wertvoll ist und nicht allein.
Und natürlich gehört zu den Dingen, die ich an Skegness am meisten liebe, das Meer.
Es hat etwas unglaublich Beruhigendes, am Strand entlangzugehen, den Wellen zuzuhören und die frische Meeresluft einzuatmen. Ganz gleich, welche Herausforderungen das Leben mir gestellt hat – das Meer schafft es immer wieder, alles in die richtige Perspektive zu rücken.
Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, war es eine außergewöhnliche Reise.
Ich wurde in London geboren, wuchs in Nigeria auf, kehrte als junge Frau nach England zurück, wurde Mutter, zog häufiger um, als ich zählen kann, und fand schließlich hier an der Küste von Lincolnshire meinen Platz.
Viele Menschen glauben, Heimat sei einfach der Ort, an dem man geboren wird. Ich habe gelernt, dass das nicht immer stimmt. Heimat ist dort, wo man sich angenommen fühlt, wo Erinnerungen weiter wachsen und wo das Herz schließlich seinen Frieden findet.
Nach einem Leben voller Reisen habe ich diesen Ort in Skegness gefunden.
🇬🇧 Bamidele Akomolafe  (b. 1968)
Although I was born in Camden Town, London, in 1968, England never really felt like home during my childhood.
At just three months old, my parents made what must have been a difficult decision in their lives. They were both studying law and knew they couldn’t give me the time and attention I needed while trying to build a future for our family. So, they sent me to Nigeria to live with my grandparents.
Looking back now, I can only imagine how difficult that must have been for them. But that one decision shaped the course of my life.
Nigeria became my home.
My grandparents raised me during my earliest years and gave me a childhood filled with love, family and a strong sense of who I was. They became my world. Those precious years are something I will always treasure.
During my childhood, Nigeria experienced the Biafran War. Thankfully, by the time my parents returned to Nigeria when I was around five years old, the war was over. Today, it’s become something of a family joke that I was “sent home” during a war. Sometimes laughter is the way families make sense of life’s most extraordinary moments.
Although I was born a British citizen, I grew up as a Nigerian girl. England was somewhere we visited on holiday, but Nigeria was where my memories were made, where I went to school and where I learned the values that have stayed with me throughout my life.
It wasn’t until 1993, when I was twenty-five years old, that I moved back to England to live permanently. I settled in Earl’s Court, just a few miles from Camden Town, where my life had first begun.
It felt strange in many ways. I had returned to the country of my birth, yet it was almost like discovering it for the very first time. It was both familiar and completely new all at once.
As a young woman, one of the things I loved most about London was fashion. I’ve always believed that what we wear says something about who we are. Bright colours have always reflected my personality. They make me feel confident, joyful and unapologetically myself. Living in London gave me endless opportunities to express that side of myself, and I loved every minute of it.
During my time in London, I became the proud mother of two wonderful boys.
Life, however, has never followed a straight path. Over the years, I’ve moved many times, including another period living in Nigeria before eventually finding myself in Skegness after my son started at the local grammar school.
At first, I never imagined I would stay. But life has a funny way of leading us exactly where we’re meant to be.
Over the years, Skegness has quietly become my home. After so much moving throughout my life, there is something incredibly comforting about finally feeling settled. My friends even jokingly call me “Mama Skegness,” which means mother in Skegness and I couldn’t think of a nickname that makes me smile more.
Having lived in London, where buses and trains seemed to run day and night, one thing I would love to see improve in Skegness is the trains. Services often stop quite early, particularly at weekends, and that can make life difficult for many people. For such a wonderful seaside town, better transport would open up so many more opportunities for everyone.
My Christian faith has always been at the centre of my life. It has taught me the importance of love, kindness, compassion and serving others whenever I can. Today, I volunteer helping to provide three-course meals for people in our community, including those experiencing homelessness, elderly residents and anyone who simply needs someone to sit with and share a conversation.
Food fills a stomach, but kindness fills a heart. Sometimes, all someone really needs is to know they’re seen, valued and not alone.
One of the things I love most about Skegness is, of course, the sea.
There is something incredibly calming about walking along the beach, listening to the waves and breathing in the fresh sea air. No matter what life has thrown at me, the sea has a way of putting everything into perspective.
When I stop and look back on my life, it’s been quite a journey.
I was born in London, raised in Nigeria, returned to England as a young woman, became a mother, moved more times than I can count and eventually found myself here on the Lincolnshire coast.
People often think home is simply where you’re born. I’ve learned that it isn’t always the place you begin life that shapes you most. Home is where you feel accepted, where your memories continue to grow and where your heart finally finds peace.
After a lifetime of journeys, I found that place in Skegness.
Back to Top