Photo of Danielle Waite from Skegness

Danielle Waite / Photo: ©Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪 Danielle Waite  (geb.1993) ​​​​​​​
Ich wurde 1993 in Skegness in eine Familie von Markthändlern geboren. Der Markt gehörte schon immer zu meinem Leben und war etwas, mit dem ich aufgewachsen bin. Meine Oma mütterlicherseits ist Dänin, deshalb gab es für mich auch immer diese kleine Verbindung zu einem anderen Land, obwohl Skegness ganz klar mein Zuhause war.
Hier aufzuwachsen fühlte sich sicher an. Ich hatte eine glückliche Kindheit. Ich ging auf eine Schule in der Nähe, verbrachte lange Tage am Meer und wuchs umgeben von Menschen auf, die einander kannten. Als Kind denkt man über solche Dinge eigentlich gar nicht nach. Für mich war das einfach ganz normal. Erst als ich älter wurde, und besonders seit ich selbst Mutter bin, wurde mir bewusst, wie viel Glück ich damit hatte.
Mit sechzehn verließ ich die Schule und begann am College eine Ausbildung im Bereich Gesundheit und Soziales. Ich schloss sie ab, wusste aber, dass ich damit eigentlich nicht mein Leben verbringen wollte. Mit siebzehn hatte ich keinen großen Plan für die Zukunft. Ich versuchte noch herauszufinden, wer ich war und was ich eigentlich wollte.
Schließlich fing ich bei Fantasy Island an zu arbeiten. Dort war alles völlig anders, mit den bunten Lichtern, der Musik, den Familien und den Urlaubern um mich herum. Es gefiel mir, und ich wurde ein Stück selbstständiger. Gleichzeitig half ich meiner Familie weiterhin beim Marktgeschäft. Ganz gleich, wie sehr sich andere Bereiche meines Lebens veränderten, der Markt war im Hintergrund immer noch da.
Später entschied ich mich, mit meiner Freundin Gemma nach Teneriffa zu ziehen. Skegness zu verlassen und ins Ausland zu gehen war ein großer Schritt für mich, aber diese Zeit wurde auch zu einem wichtigen Abschnitt meines Lebens. Sie gab mir den Raum, selbstbewusster zu werden und zu mir selbst zu stehen. Ich bin stolz darauf, lesbisch zu sein, und ich bin stolz auf das Leben, das Gemma und ich gemeinsam aufgebaut haben.
Als unsere Beziehung ernster wurde, begannen wir darüber zu sprechen, ein Kind zu bekommen. Wir wollten beide Eltern werden, aber zu wissen, dass man sich ein Kind wünscht, und herauszufinden, wie man diesen Wunsch verwirklichen kann, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Es war aufregend, aber natürlich waren wir auch nervös. Wir wussten, dass es nicht unbedingt einfach werden würde, aber wir waren uns sicher, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen wollten.
Wir entschieden uns für eine IVF Behandlung in einer Spezialklinik auf Zypern. Wie alle Menschen, die diesen Weg gehen, hofften wir natürlich, dass es funktionieren würde, aber man weiß nie wirklich, was passieren wird. Es gibt viel Warten und viele Gedanken, die einem durch den Kopf gehen. Uns war bewusst, wie glücklich wir uns schätzen konnten, diese Möglichkeit überhaupt zu haben, denn für viele Menschen ist der Weg sehr viel länger und schwieriger.
Die Wahl eines Spenders war für uns natürlich eine sehr wichtige Entscheidung. Schließlich entschied ich mich für einen dänischen Spender. Meine Oma ist Dänin, und irgendwie fühlte sich diese Entscheidung für mich richtig an. So konnte dieser kleine Teil meiner eigenen Familiengeschichte an die nächste Generation weitergegeben werden. Es war eine sehr persönliche Entscheidung, die mir viel bedeutete.
Zum Glück verlief die Behandlung bei uns gut. Als schließlich der Embryotransfer bevorstand, konnten wir nur auf das Beste hoffen. Wir hatten unglaubliches Glück, und irgendwann führten all die Termine, Entscheidungen, Reisen und das Warten zu dem Moment, auf den wir gehofft hatten.
Dann kam Freddie zur Welt und plötzlich waren wir Mamas.
Auf den Moment, in dem man sein eigenes Kind im Arm hält, kann einen eigentlich nichts vorbereiten. Ich erinnere mich daran, wie ich ihn ansah und wusste, dass sich unser Leben völlig verändert hatte. Freddie ist jetzt zwei Jahre alt und meine ganze Welt. Er steckt voller Leben und Neugier, und zu sehen, wie sich seine Persönlichkeit entwickelt, gehört für mich zu den schönsten Dingen überhaupt. Er hat unglaublich leuchtend blaue Augen, und manchmal schaue ich ihn noch immer an und denke einfach, was für ein Glück wir haben.
Er nennt mich Mummy und Gemma Mum. Er hat zwei Mamas, und wir sind stolz auf unsere Familie. Vielleicht sieht unsere Familie nicht genauso aus wie jede andere, aber für Freddie ist sie einfach seine Familie, und genau so möchte ich es haben. Er ist von Menschen umgeben, die ihn lieben, und das bedeutet mir mehr als alles andere.
Seit ich selbst Mutter bin, denke ich auch anders über meine eigene Kindheit. Dinge, die ich beim Aufwachsen in Skegness wahrscheinlich für selbstverständlich gehalten habe, erscheinen mir heute viel wichtiger. Sich sicher zu fühlen, die Menschen in der Umgebung zu kennen, einen vertrauten Ort zu haben, an den man nach Hause kommt, und Zeit draußen und am Meer verbringen zu können, gehörte für mich einfach zum Alltag. Heute verstehe ich, warum all das so wichtig war.
Wenn ich an Freddies Zukunft denke, wünsche ich mir nichts Kompliziertes für ihn. Natürlich frage ich mich, wie er sein wird, wenn er erwachsen ist, und was er einmal mit seinem Leben anfangen möchte. Aber vor allem wünsche ich mir, dass er glücklich ist. Ich möchte, dass er sich sicher und geliebt fühlt und mit dem Wissen aufwächst, dass Gemma und ich immer hinter ihm stehen werden.
Eines Tages würden wir gerne noch einmal den Weg über IVF gehen und Freddie einen Bruder oder eine Schwester schenken. Wir wissen, wie viel Glück wir beim ersten Mal hatten und dass es nicht immer so unkompliziert sein muss. Aber mit Freddie haben wir all das bekommen, was wir uns erhofft hatten, als wir zum ersten Mal darüber sprachen, Eltern zu werden.
Freddie wird in Skegness aufwachsen, genau wie ich. Es ist etwas ganz Besonderes, ihn dabei zu beobachten, wie seine Kindheit an demselben Ort beginnt, an dem ich meine erlebt habe. Die Stadt wird sich verändern, wie sich alle Orte verändern, und seine Kindheit wird natürlich anders sein als meine. Aber es gibt Dinge, von denen ich hoffe, dass sie gleich bleiben.
Ich hoffe, dass er viel Zeit am Meer verbringt. Ich hoffe, dass er sich sicher fühlt. Ich hoffe, dass er gute Menschen um sich hat und eines Tages zurückblickt und weiß, dass er geliebt wurde.
Ich hatte hier in Skegness eine glückliche Kindheit. Wenn Gemma und ich Freddie dasselbe geben können, bin ich glücklich.
🇬🇧 Danielle Waite (b.1993)
I was born in Skegness in 1993, into a family of market traders. Market trading has always been part of my life and something I grew up around. On my mum’s side, my gran is Danish, so I also grew up with that little connection to another country, even though Skegness was very much home.
Growing up here felt safe. I had a happy childhood. I went to a local school, spent long days by the sea and grew up surrounded by people who knew each other. When you are a child, you don’t really think about those things. It was simply normal life to me. It is only as I have got older, and especially since becoming a mum myself, that I have realised how lucky I was to have that.
I left school at sixteen and went to college to study Health and Social Care. I completed my qualification, but I knew it wasn’t really what I wanted to do with my life. At seventeen I didn’t have some great plan for the future. I was still trying to work out who I was and what I wanted.
I ended up working at Fantasy Island. It was completely different, with the bright lights, music, families and holidaymakers all around you. I enjoyed it and started to experience a bit more independence. At the same time, I continued helping my family with the market trading. However much other parts of my life changed, that was always there in the background.
Later, I made the decision to move to Tenerife with my girlfriend, Gemma. Leaving Skegness and moving abroad was a big step for me, but it was also an important period of my life. It gave me the space to become more confident in myself and in who I am. I am proud to be gay, and I am proud of the life Gemma and I have built together.
As our relationship became more serious, we started talking about having a child. We both wanted to become parents, although knowing that and actually working out how to make it happen are two very different things. It was exciting, but there were nerves too. We knew it wasn't necessarily going to be straightforward, but we decided it was something we wanted to do together.
We chose to go through IVF at a specialist clinic in Cyprus. Like anyone going through IVF, we hoped it would work, but you never really know what is going to happen. There is a lot of waiting and wondering. We knew how fortunate we were to have the opportunity because the experience can be much longer and harder for many people.
Choosing a donor was obviously a very important decision for us. In the end, I chose a Danish donor. My gran is Danish, and somehow that made the choice feel right to me. It meant that little part of my own family background could continue into the next generation. It was a personal decision, but one that meant a lot.
Thankfully, the process went smoothly for us. When the time came for the embryo transfer, we could only hope for the best. We were incredibly lucky, and eventually all the appointments, decisions, travelling and waiting led to the moment we had hoped for.
Then Freddie arrived, and suddenly we were mums.
Nothing really prepares you for having your own child in your arms. I remember looking at him and knowing that life had changed completely. Freddie is two now and he is my whole world. He is full of life and curiosity, and watching his personality develop is probably one of my favourite things. He has these incredibly bright blue eyes, and I still find myself looking at him sometimes and thinking how lucky we are.
He calls me Mummy and Gemma Mum. He has two mums, and we are proud of our family. It might not look exactly like every other family, but to Freddie it is simply his family, and that is how I want it to be. He is surrounded by people who love him, and that matters more to me than anything else.
Becoming a mum has also made me think differently about my own childhood. Things I probably took for granted when I was growing up in Skegness now seem much more important. Feeling safe, knowing the people around you, having somewhere familiar to come home to and being able to spend time outside and by the sea were simply part of my everyday life. Now I understand why those things mattered.
When I think about Freddie’s future, I don’t want anything complicated for him. Of course I wonder what he will be like when he grows up and what he might decide to do with his life. But more than anything, I want him to be happy. I want him to feel safe and loved, and I want him to grow up knowing that Gemma and I will always be behind him.
One day, we would love to go through IVF again and give Freddie a brother or sister. We know how lucky we were the first time and that it might not always be as straightforward. But having Freddie has given us everything we hoped for when we first started talking about becoming parents.
Freddie will grow up in Skegness, just as I did. There is something quite special about watching him begin his childhood in the same place where I had mine. The town will change, just as everywhere changes, and his childhood will obviously be different from mine. But there are things I hope will remain the same.
I hope he spends time by the sea. I hope he grows up feeling safe. I hope he has good people around him and looks back one day knowing that he was loved.
I had a happy childhood here in Skegness. If Gemma and I can give Freddie the same, I’ll be happy.
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