🇩🇪 Deborah Williamson > 'Dee Dee' (geb.1968)
Meine ganze Familie wurde in Skegness und der näheren Umgebung geboren, auch wenn meine eigene Geschichte in Leicestershire begann. Von Anfang an war das Leben alles andere als einfach. Meine Eltern hatten große Schwierigkeiten, und schon als kleines Kind wusste ich, wie es ist, kein richtiges Zuhause zu haben. Wir zogen von Ort zu Ort, besetzten leer stehende Häuser, wo immer wir eine Unterkunft finden konnten, und versuchten einfach irgendwie zurechtzukommen.
Als ich gerade einmal fünf Jahre alt war, hatten wir einen schweren Autounfall, bei dem meine beiden Eltern beinahe ums Leben kamen. Ich saß hinten im Auto. Damals gab es noch keine Sicherheitsgurte, aber irgendwie überlebten wir alle drei. Ich war noch sehr jung, doch wenn ich heute zurückblicke, wird mir bewusst, wie anders alles hätte ausgehen können.
Trotz dieser schwierigen Zeiten gab es etwas, das sich durch unsere ganze Familie zog, und das war die Unterhaltung. Meine Mutter war Sängerin in einer Big Band, und mein Urgroßvater hatte mit Billy Butlin zusammengearbeitet, dessen Name zu einem so wichtigen Teil der Geschichte von Skegness wurde. Das Auftreten vor Publikum gehörte also schon lange zu meiner Familie, bevor ich selbst jemals auf einer Bühne stand.
Mit vierzehn lebte ich in Lincoln, fuhr aber regelmäßig nach Skegness, um an Talentshows und Tanzwettbewerben teilzunehmen. Ich liebte es aufzutreten und wollte, dass es auch Teil meiner Zukunft wurde. Dann bekam ich Pfeiffersches Drüsenfieber, und plötzlich kam alles zum Stillstand. Achtzehn Monate lang verlor ich meine Stimme, musste zu Hause unterrichtet werden und mein Gewicht sank auf gefährliche drei Stone, also weniger als zwanzig Kilogramm.
Es war eine unglaublich schwierige Zeit. Ich verpasste Prüfungen und Möglichkeiten und hatte das Gefühl, dass andere in meinem Alter vorankamen, während ich selbst stehen blieb. Musik und Videos gaben mir Trost. Ich konnte nicht so auftreten, wie ich es wollte, aber ich konnte weiterhin zuschauen und zuhören und an der Hoffnung festhalten, dass ich es eines Tages wieder selbst tun könnte.
Dann schlug mein Arzt vor, dass Singen und Tanzen mir bei meiner Genesung helfen könnten. Nach allem, was passiert war, gab mir die Rückkehr zu etwas, das ich liebte, wieder ein positives Ziel. Ich begann langsam und fand Schritt für Schritt zurück. Schließlich erholte ich mich fast vollständig, und nachdem ich meine Stimme so lange verloren hatte, bedeutete es mir unglaublich viel, wieder singen zu können.
Später erhielt ich eine Förderung vom Prince’s Trust, die mir dabei half, meinen Weg in die Unterhaltungsbranche weiterzuverfolgen. Mit einundzwanzig zog ich nach Skegness, den Ort, an dem ein so großer Teil meiner Familiengeschichte verwurzelt war und zu dem ich schon seit Jahren für Auftritte gefahren war. Diesmal kam ich nicht nur für Wettbewerbe hin und her. Ich machte Skegness zu meinem Zuhause.
Meine Karriere führte mich schließlich an Orte, die ich mir während jener achtzehn Monate ohne Stimme kaum hätte vorstellen können. Ich hatte die Ehre, im Buckingham Palace vor Mitgliedern der königlichen Familie aufzutreten, und das ist bis heute der Höhepunkt meiner Karriere. Außerdem trat ich in der Royal Albert Hall auf und war mehrfach im Fernsehen zu sehen. Von der Ungewissheit, ob ich jemals wieder richtig singen könnte, bis zu Auftritten an solchen Orten war es ein langer Weg, den ich nie vergessen werde.
Aber in der Unterhaltungsbranche zu arbeiten ist nicht immer einfach, besonders in einem Küstenort. Im Sommer erwacht Skegness zum Leben, doch zu anderen Zeiten des Jahres kann die Arbeit sehr viel unsicherer sein. Es gibt gute und schwierige Jahre, und irgendwann wurden der Druck der Arbeit und die Dinge, die gleichzeitig in meinem Privatleben geschahen, einfach zu viel. Ich hatte ein Burnout und kam an einen Punkt, an dem sich etwas ändern musste.
Etwa zu dieser Zeit lernte ich Malcolm kennen. Als ich ihn zum ersten Mal sah, spielte er als Straßenmusiker in Lincoln, und für mich war es tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Manchmal tritt jemand genau dann ins Leben, wenn man überhaupt nicht damit rechnet, und Malcolm wurde zu einem unglaublich wichtigen Teil meines Lebens.
Fast vierundzwanzig Jahre später, kurz vor unserem silbernen Jubiläum, sind wir noch immer Seite an Seite und tun weiterhin das, was wir lieben. Wir unterhalten noch immer Menschen hier in Skegness, und in all diesen Jahren haben wir gemeinsam auch unsere Familie großgezogen.
Wir haben zwei wunderbare Kinder, die genau wie ich mit Unterhaltung und Auftritten aufgewachsen sind. Heute sind auch sie Teil dieser Familientradition. Ich liebe den Gedanken, dass etwas, das schon Generationen vor mir begann, nun auch in ihrem Leben weitergeht. Oft findet man uns gemeinsam bei Karnevalsumzügen, Festivals und Veranstaltungen in Skegness. Unterhaltung ist nicht einfach etwas, womit ich früher einmal meinen Lebensunterhalt verdient habe. Sie ist ein Teil unserer Familie geblieben.
Heute kennen mich viele Menschen vor allem dafür, dass ich in die Rolle von Charlie Chaplin schlüpfe. Nach all den verschiedenen Auftritten und Bühnen, die ich im Laufe der Jahre erlebt habe, macht es mir noch immer Freude, in der Stadt unterwegs zu sein und Menschen zum Lächeln zu bringen.
Wenn ich zurückblicke, scheint die Unterhaltung in fast jeder Phase meines Lebens dabei gewesen zu sein. Sie war schon vor meiner Geburt Teil meiner Familie. Sie war das, was ich mit vierzehn wollte. Sie war das, was ich zu verlieren fürchtete, als mir die Krankheit meine Stimme nahm, und sie war wieder da, als ich gesund wurde. Sie führte mich schließlich in den Buckingham Palace und in die Royal Albert Hall, und sie war auch da, als ich Malcolm als Straßenmusiker in Lincoln kennenlernte.
Heute lebt sie auch in unseren Kindern weiter.
Nach allem bin ich noch immer hier in Skegness, noch immer mit Malcolm zusammen, noch immer von meiner Familie umgeben und noch immer dabei, Menschen zu unterhalten.
Und ich kann sie noch immer zum Lachen bringen.
🇬🇧 Deborah Williamson 'Dee Dee' (b.1968)
All of my family were born in and around Skegness, although my own story began in Leicestershire. From the very beginning, life was far from easy. My parents struggled, and as a young child I knew what it was like not to have a proper home. We moved from place to place, squatting wherever we could find somewhere to stay and simply trying to get by.
When I was just five years old, we were involved in a serious car accident and both of my parents came close to losing their lives. I was sitting in the back of the car. There were no seatbelts back then, but somehow all three of us survived. I was very young, but when I look back now, I realise just how differently everything could have turned out.
Despite the difficult times, there was one thing that always seemed to run through our family, and that was entertainment. My mum was a singer in a big band, and my great grandfather had worked alongside Billy Butlin, whose name became such an important part of the story of Skegness. Performing was part of my family long before I ever stepped onto a stage myself.
By the age of fourteen, I was living in Lincoln but travelling backwards and forwards to Skegness to take part in talent shows and dance competitions. I loved performing and wanted it to become part of my future. Then I was diagnosed with glandular fever and suddenly everything stopped. I lost my voice for eighteen months, had to be homeschooled and my weight fell dangerously low to just three stone.
It was an incredibly difficult period. I missed exams and opportunities and felt as though other people my age were moving forward while I was standing still. Music and videos became a comfort to me. I couldn't perform in the way I wanted to, but I could still watch and listen and hold on to the hope that one day I would be able to do it again.
Then my doctor suggested that singing and dancing might actually help with my recovery. After everything that had happened, being encouraged to return to something I loved gave me something positive to work towards. I started slowly and gradually found my way back. Eventually I made an almost full recovery, and after losing my voice for so long, being able to sing again meant a great deal to me.
I was later awarded a Prince’s Trust grant to help me pursue a career in entertainment. At twenty-one, I moved to Skegness, the place where so much of my family history was rooted and somewhere I had already been travelling to for years to perform. This time I wasn't coming backwards and forwards for competitions. I was making Skegness my home.
My career eventually took me to places I could never have imagined during those eighteen months when I had no voice. I had the honour of performing for members of the Royal Family at Buckingham Palace, something that remains the highlight of my career. I also performed at the Royal Albert Hall and made numerous television appearances. To go from wondering whether I would ever sing properly again to performing in places like those is something I will never forget.
But working in entertainment isn't always easy, particularly in a seaside town. Skegness comes alive during the summer season, but work can be much less certain at other times of the year. There are good years and difficult ones, and eventually the pressures of work combined with things happening in my personal life became too much. I experienced burnout and reached a point where something had to change.
Around that time I met Malcolm. He was busking on the streets of Lincoln when I first saw him, and for me it really was love at first sight. Sometimes somebody comes into your life when you least expect it, and Malcolm became an incredibly important part of mine.
Nearly twenty-four years later, as we approach our silver jubilee, we're still side by side and still doing what we love. We continue to entertain people here in Skegness, and over those years we've also raised our family together.
We have two wonderful children who grew up surrounded by entertainment just as I did. They have now become part of that family tradition themselves. I love that something which began generations before me is still there in their lives. You will often find us out around Skegness at carnivals, festivals and events. Entertainment isn't simply something I once did for a living. It has remained part of our family.
These days, many people know me for stepping into the shoes of Charlie Chaplin. After all the different performances and stages I've experienced over the years, I still enjoy being able to go out into the town and make people smile.
When I look back, entertainment seems to have been there at almost every stage of my life. It was there in my family before I was born. It was what I wanted when I was fourteen. It was what I feared I had lost when illness took away my voice, and it was waiting for me when I recovered. It eventually took me to Buckingham Palace and the Royal Albert Hall, and it was there when I met Malcolm busking on a street in Lincoln.
Now it is there in our children too.
After everything, I'm still here in Skegness, still with Malcolm, still surrounded by my family and still entertaining people.
And I can still make them laugh.