Photo of Donna Carlton from Skegness

Donna Carlton / Photo: ©Byford.JOHN  > 2026. Skegness ​​​​​​​

🇩🇪​​​​​​​ Donna Carlton  (geb.1982)
Ich wurde 1982 in Burton-on-Trent geboren. Wenn ich heute zurückblicke, fühlt sich der größte Teil meiner Kindheit an, als wäre er schwarz weiß gewesen. Nicht die sanfte, schöne Art von Schwarz Weiß, sondern etwas viel Härteres. Es war keine einfache Kindheit. Wegen meines Gewichts wurde ich ständig gemobbt, und mit zehn Jahren kämpfte ich bereits mit Bulimie. Während andere Kinder draußen spielten und Spaß hatten, arbeitete ich oft mit meiner Mutter als Reinigungskraft. Nach der Arbeit zählten wir unter anderem bei Poundland die Münzen. Aus diesen Jahren gibt es nicht viele Momente, an die ich mich als besonders glücklich erinnere.
Aber es gab sie, und viele dieser schönen Erinnerungen stammen von Ausflügen an die Küste von Lincolnshire in der Nähe von Skegness. Wir wohnten in einem Wohnwagen, und plötzlich waren da das Meer, der weite Himmel und all dieser Platz um mich herum. Es fühlte sich völlig anders an als das Leben, das ich von zu Hause kannte. Am Meer konnte ich durchatmen, und ich glaube, selbst als Kind spürte ich schon, dass ich dort ruhiger wurde.
Als ich älter wurde, wurde das Leben immer schwieriger. Neben allem anderen, was in meinem Leben geschah, hatte ich auch mit meiner psychischen Gesundheit zu kämpfen. Schließlich bestand die Möglichkeit, dass ich nach dem Mental Health Act gegen meinen Willen eingewiesen werden könnte. Meine Mutter entschied, dass wir wegmussten und Abstand von der Situation brauchten, in der wir uns befanden. Es war eine große Entscheidung, aber wir ließen unser bisheriges Leben hinter uns und gingen an den Ort, der mir bereits einige meiner glücklicheren Kindheitserinnerungen geschenkt hatte. Wir kamen nach Skegness.
Der Ort, an dem wir früher Urlaub gemacht hatten, wurde zu unserem Zuhause, und langsam begann sich etwas zu verändern. Das Mobbing hörte auf und ich begann einen Grundkurs im Bereich Pflege am Boston College. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, dass mein Leben vielleicht anders werden könnte.
Das Meer wurde wieder zu einem wichtigen Teil meines Lebens. Als Kind hatte es mir für kurze Zeit eine Möglichkeit gegeben, allem zu entkommen, aber jetzt konnte ich jederzeit dorthin gehen, wenn ich es brauchte. Am Wasser entlangzugehen, den Wellen zuzuhören und die Seeluft zu spüren half mir, zur Ruhe zu kommen. Dort hatte ich Platz zum Nachdenken und konnte einfach für mich sein. Langsam fühlte ich mich wohler mit mir selbst und begann wieder, mir selbst zu vertrauen.
Auch die Kunst wurde für mich unglaublich wichtig. Ich entdeckte, dass ich durch das Gestalten Gefühle ausdrücken konnte, für die ich nicht immer die richtigen Worte fand. In das, was ich machte, konnte ich etwas von mir selbst hineinlegen. Bei der Kunst ging es nicht darum, perfekt zu sein. Sie war etwas, das mir Freude machte und das ganz mir gehörte.
Natürlich wurde das Leben nicht plötzlich einfach, nur weil ich nach Skegness gezogen war. Es gab weiterhin Schwierigkeiten, falsche Entscheidungen und auch einige ziemlich fragwürdige Beziehungen. Ich habe Fehler gemacht, wie jeder andere Mensch auch, und es gab Zeiten, in denen ich mich wieder aufrappeln und neu anfangen musste. Aber nach und nach baute ich mir hier ein Leben auf und fand Dinge, die mich glücklich machten.
Dann bekam ich meine Tochter Debbie, und Mutter zu werden veränderte alles für mich. Sie gab mir etwas völlig Neues, worauf ich mich konzentrieren konnte, und eine Liebe, wie ich sie vorher nicht gekannt hatte. Ihre Mutter zu sein gab mir Verantwortung und einen neuen Sinn, aber auch unglaublich viel Freude. Debbie bedeutet mir die Welt.
Mit den Jahren begann ich mehr zu singen, zu basteln und kreativ zu sein. Die Dinge, die mir Freude machten, wurden zu einem größeren Teil meines Alltags. Skegness wurde viel mehr als nur die Stadt, in der ich lebte. Es wurde ein Ort, an dem ich mich wohl und angenommen fühlte und an dem ich nicht so tun musste, als wäre ich jemand anderes.
Vielleicht bedeutet mir Farbe heute gerade deshalb so viel, weil sich so vieles aus meiner Kindheit beim Zurückblicken schwarz weiß anfühlt. Ich liebe kräftige Farben. Ich trage sie in meiner Kleidung und in meinen Haaren. Sie machen mich glücklich. Und wenn mich jemand sieht und all diese Farben seinen Tag auch nur ein kleines bisschen heller machen, dann finde ich das schön. Mein Leben ist heute voller Farbe.
Das bedeutet nicht, dass alles perfekt ist. Das Leben hat weiterhin seine Höhen und Tiefen und wird sie wahrscheinlich immer haben. Von beidem hatte ich reichlich. Aber unterwegs habe ich viel über mich selbst gelernt, auch darüber, mich meinen Problemen zu stellen, anstatt so zu tun, als wären sie nicht da. Wie ich gerne sage: Ich brauche keine Taschentücher für meine Probleme. Ich habe mich schon genug von ihnen gestellt und bin immer noch hier.
Auch das Meer ist noch da. Nach all diesen Jahren kann ich zur Küste gehen und etwas von demselben Gefühl wiederfinden, das ich als unglückliches Kind hatte, wenn wir im Wohnwagen Urlaub machten. Der Unterschied ist, dass ich danach nicht mehr an einen anderen Ort zurückkehren muss. Heute ist das hier mein Zuhause.
Skegness mag ein Küstenort sein, den jedes Jahr Millionen Menschen für ihren Urlaub besuchen, aber für mich bedeutet die Stadt etwas ganz anderes. Sie gab mir einen Ort, an dem ich neu anfangen konnte, an dem ich meine Tochter großziehen konnte und an dem ich kreativ sein, singen und mein Leben mit Farbe füllen konnte. Ich habe meinen eigenen Namen dafür. Skegness ist mein „Joy House“, mein Haus der Freude. Hier kann ich einfach ich selbst sein.
🇬🇧 Donna Carlton  (b.1982)
I was born in Burton-on-Trent in 1982. When I look back now, most of my childhood feels as though it was in black and white. Not the soft, beautiful kind of black and white, but something much harder. It wasn’t an easy childhood. I was constantly bullied because of my weight, and by the age of ten I was already struggling with bulimia. While other children were outside playing and having fun, I would often work with my mum as a cleaner. After work, one of the things we did was count the coins at Poundland. There aren’t many moments from those years that I remember as being particularly happy.
But there were some, and many of those happier memories came from trips to the Lincolnshire coast near Skegness. We stayed in a caravan, and suddenly there was the sea, the huge sky and all that space around me. It felt completely different from the life I knew back home. By the sea I could breathe, and I think even as a child I realised that I felt calmer there.
As I got older, life became increasingly difficult. Alongside everything else that was happening in my life, I was also struggling with my mental health. Eventually, there was a possibility that I could be sectioned under the Mental Health Act. My mum decided that we needed to get away and put some distance between ourselves and the situation we were in. It was a huge decision, but we left our old life behind and went to the place that had already given me some of my happier childhood memories. We came to Skegness.
The place where we had once come on holiday became our home, and slowly something began to change. The bullying stopped, and I started a foundation course in care at Boston College. For the first time in a long while, I began to feel that perhaps my life could be different.
The sea became an important part of my life again. As a child, it had given me a temporary escape from everything, but now I could go there whenever I needed to. Walking beside the water, listening to the waves and feeling the sea air helped me to calm down. It gave me space to think and somewhere I could simply be by myself. Slowly, I became more comfortable with who I was and began to trust myself again.
Art also became incredibly important to me. I discovered that creating things allowed me to express feelings that I couldn’t always find the right words for. I could put something of myself into whatever I made. Art wasn’t about being perfect. It was something that brought me happiness and something that belonged entirely to me.
Of course, life didn’t suddenly become easy just because I had moved to Skegness. There were still difficulties, wrong decisions and a few pretty questionable relationships along the way. I’ve made mistakes, just like everybody else, and there have been times when I’ve had to pick myself up and start again. But little by little, I built a life for myself here and found the things that made me happy.
Then I had my daughter, Debbie, and becoming a mum changed everything for me. She gave me something completely new to focus on and a kind of love I had never known before. Being her mum gave me responsibility and a new sense of purpose, but it also brought me an incredible amount of happiness. Debbie means the world to me.
Over the years, I began singing more, making things and being creative. The things that brought me joy became a bigger part of my everyday life. Skegness became much more than simply the town where I lived. It became somewhere I felt comfortable and accepted, somewhere I didn’t have to pretend to be anybody other than myself.
Perhaps that’s why colour means so much to me today, because when I look back, so much of my childhood feels black and white. I love bright colours. I wear them in my clothes and in my hair. They make me happy. And if somebody sees me and all those colours make their day even a tiny bit brighter, I think that’s lovely. My life today is full of colour.
That doesn’t mean everything is perfect. Life still has its ups and downs, and it probably always will. I’ve certainly had plenty of both. But along the way, I’ve learned a lot about myself, including how to face my problems rather than pretending they aren’t there. As I like to say, I don’t need tissues for my issues. I’ve faced enough of them already, and I’m still here.
The sea is still there too. After all these years, I can walk down to the coast and find something of that same feeling I had as an unhappy child when we came here for caravan holidays. The difference is that I don’t have to go back somewhere else afterwards. This is home now.
Skegness might be a seaside town visited by millions of people every year for their holidays, but to me it means something very different. It gave me somewhere I could start again, somewhere I could raise my daughter and somewhere I could be creative, sing and fill my life with colour. I have my own name for it. Skegness is my “Joy House.” It’s where I can simply be myself.
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