🇩🇪 Jayne Allen (geb.1968)
Skegness hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, solange ich zurückdenken kann. Einige meiner frühesten Erinnerungen sind die Familienurlaube auf dem alten Richmond Gelände, wo sich heute Haven befindet. Wir verbrachten eine Woche in einem winzigen Wohnwagen, und als Kind kam mir das wie der aufregendste Ort der Welt vor. Ich sehe noch immer das Model Village vor mir, das längst verschwunden ist, die bunten Spielhallen, die verschlungenen Wege im Fairy Dell und erinnere mich an den Geruch von Fish and Chips, wenn wir an der Promenade entlanggingen. Und natürlich war da die Nordsee. Sie war meistens eiskalt, aber das hielt uns nie davon ab, mit den Füßen ins Wasser zu gehen.
Diese Urlaube haben mir viele wunderbare Erinnerungen geschenkt. Es gab immer etwas zu erleben und irgendwohin zu gehen, und als Kind schien einfach alles aufregend zu sein. In den Spielhallen konnten wir uns stundenlang beschäftigen, und allein am Meer zu sein fühlte sich völlig anders an als unser Alltag zu Hause. Schon damals weiß ich noch, dass ich dachte, eines Tages würde ich gerne in Skegness leben. Zu dieser Zeit war es wahrscheinlich nur der Traum eines Kindes, aber viele Jahre später wurde dieser Traum Wirklichkeit, nicht nur für mich, sondern auch für einen großen Teil meiner Familie.
Auch als ich älter wurde, blieb Skegness ein Teil meines Lebens. Als junge Erwachsene kamen wir jedes Jahr mit Reisebussen aus Nottingham hierher, organisiert von unserem örtlichen Pub. Auf diese Ausflüge freuten wir uns das ganze Jahr. Nach unserer Ankunft ging es zum Pleasure Beach, wir verbrachten Zeit in den Spielhallen und manchmal schafften wir sogar noch eine kleine Kneipentour, bevor wir wieder in den Bus für die Heimfahrt stiegen. Wir nannten Skegness scherzhaft „Nottingham by the Sea“, und wer weiß, wie viele Menschen aus Nottingham hierherkommen, wird wahrscheinlich verstehen, warum.
Diese Ausflüge waren ganz anders als die Wohnwagenurlaube meiner Kindheit, aber das Gefühl, nach Skegness zu kommen, war noch immer da. Es war schön, mit Freunden einen Tag lang weg zu sein, gemeinsam zu lachen und zu wissen, dass der normale Alltag irgendwo anders auf uns wartete. Skegness verband ich mit guten Zeiten, und der Gedanke aus meiner Kindheit, eines Tages hier zu leben, verschwand nie ganz.
Irgendwann zog ich endgültig nach Skegness, und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ein Ort, den ich zuerst als Urlauberin kennengelernt hatte, wurde zu dem Ort, an dem ich tatsächlich lebte. Plötzlich waren der Strand und die Nordsee nicht mehr etwas, das ich am Ende eines Urlaubs oder Tagesausflugs zurücklassen musste. Sie waren da, wann immer ich sie sehen wollte. Gleichzeitig lernte ich auch das Skegness kennen, das Besucher nicht unbedingt zu sehen bekommen, die Stadt im Alltag und die Menschen, die das ganze Jahr über hier leben.
Hier lernte ich auch meinen Partner kennen, und gemeinsam haben wir uns in Skegness ein Leben aufgebaut. Jemanden an seiner Seite zu haben wird besonders wichtig, wenn das Leben nicht nach Plan verläuft, und in den vergangenen Jahren hatten wir sicherlich mehr als genug zu bewältigen.
Ich habe eine erblich bedingte Lebererkrankung und stehe derzeit auf der Transplantationsliste für eine neue Leber. Ich habe bereits eine Lebertransplantation hinter mir, die leider nicht erfolgreich war. Deshalb weiß ich, was dieser Weg bedeutet und was möglicherweise noch vor mir liegt. Auf eine weitere Transplantation zu warten bringt viel Unsicherheit mit sich. Es gibt Krankenhausbesuche, Untersuchungen und Tage, an denen meine Gesundheit es mir einfach nicht erlaubt, die Dinge zu tun, die ich normalerweise gerne tun würde.
Gleichzeitig kämpfen einige der Menschen, die mir am nächsten stehen, mit ihren eigenen schweren Erkrankungen. Mein Partner und mein Vater erholen sich beide von Krebs und den schwierigen Behandlungen, die damit verbunden waren, während meine beste Freundin mit einer unheilbaren Krebserkrankung lebt. Es gibt Wochen, in denen Krankenhäuser, Termine und die Gesundheit alles zu bestimmen scheinen. Manchmal muss man mit den eigenen Sorgen umgehen und gleichzeitig versuchen, für die Menschen da zu sein, die man liebt. Das kann schwer sein.
Ich kann nicht behaupten, dass ich jede Minute jedes Tages positiv bin, denn das bin ich nicht. Es gibt schwierige Tage und viel Ungewissheit darüber, was als Nächstes kommt. Aber ich habe auch gelernt, die Tage zu schätzen, an denen es mir gut genug geht, um hinauszugehen und etwas zu tun, das mir Freude macht. Für mich ist eines dieser Dinge die Fotografie.
Vor einigen Jahren gründete ich Picture Skegness, eine Facebook Seite, auf der ich meine Fotografien aus der Stadt und von örtlichen Veranstaltungen teile. Durch die Fotografie fand ich eine weitere Möglichkeit, mich mit einem Ort zu verbinden, den ich schon den größten Teil meines Lebens liebe. Statt Skegness einfach nur selbst zu genießen, konnte ich mit meiner Kamera hinausgehen und das, was ich sah, mit anderen Menschen teilen.
Besonders gerne fotografiere ich die Stadt, wenn die Sonne scheint und Skegness richtig lebendig wird. Es gibt immer etwas zu fotografieren, sei es eine Veranstaltung, Menschen, die ihre Zeit hier genießen, etwas, das gerade in der Stadt passiert, oder einfach einer dieser Augenblicke, in denen das Licht einen vertrauten Ort plötzlich ganz anders aussehen lässt. Durch Picture Skegness habe ich außerdem viele Menschen kennengelernt, denen ich sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre.
Die Fotografie hält mich aktiv und gibt mir einen Grund hinauszugehen, wenn es mir gesundheitlich gut genug geht. An schwierigen Tagen gibt sie mir außerdem etwas anderes, worüber ich nachdenken kann als Krankheit, Termine und Krankenhäuser. Manchmal geht es mir einfach nicht gut genug, um selbst hinauszugehen und Fotos zu machen. Dann helfen meine Freunde und meine Familie. Sie wissen, wie viel mir Picture Skegness bedeutet, schicken mir Bilder oder helfen dabei, die Seite weiterzuführen, bis ich wieder selbst mit meiner Kamera unterwegs sein kann. Das bedeutet mir sehr viel.
Manchmal denke ich daran, dass ich Skegness zum ersten Mal als kleines Mädchen erlebt habe und alles um mich herum aufregend fand. Ich erinnere mich an das Model Village, Fairy Dell, die Spielhallen, den winzigen Wohnwagen und daran, wie wir in der eiskalten Nordsee paddelten. Jahrzehnte später schaue ich mir Skegness noch immer an, nur heute sehr oft durch meine Kamera.
Natürlich hat sich die Stadt seit den Urlauben meiner Kindheit verändert. Orte, an die ich mich erinnere, sind verschwunden und Neues ist an ihre Stelle getreten. So ist das nun einmal mit Städten. Aber es gibt noch immer Momente, in denen ich an der Promenade entlanggehen oder hinaus aufs Meer schauen kann und mich genau daran erinnere, warum ich schon vor all diesen Jahren hier leben wollte.
Im Moment weiß ich nicht, was die Zukunft bringen wird. Ich warte auf eine weitere Lebertransplantation, und Menschen, die ich liebe, kämpfen mit schweren Krankheiten. Es gibt Dinge im Leben, die keiner von uns selbst bestimmen kann, und ich habe sicherlich gelernt, wie schnell sich Pläne ändern können.
Was ich aber selbst bestimmen kann, ist, was ich mit den guten Tagen mache. Wenn es mir gut genug geht, möchte ich mit meiner Kamera unterwegs sein. Ich möchte Zeit mit den Menschen verbringen, die ich liebe, lachen und die Stadt genießen, die seit den Wohnwagenurlauben meiner Kindheit ein Teil meines Lebens ist.
Jahrelang kam ich nach Skegness und fuhr danach wieder nach Hause. Irgendwann hörte ich auf, nach Hause zu fahren, denn Skegness war selbst mein Zuhause geworden. Was auch immer als Nächstes kommt, ich werde versuchen, es zu genießen, wann immer ich kann. Wie ich immer sage: „Live your best life.“
🇬🇧 Jayne Allen (b.1968)
Skegness has held a special place in my heart for as long as I can remember. Some of my earliest memories are of childhood holidays at the old Richmond site, which is now Haven. My family would spend a week in a tiny caravan and, as a child, it felt like the most exciting place in the world. I can still picture the Model Village that has long since disappeared, the colourful arcades, the winding paths of Fairy Dell and the smell of fish and chips as we walked along the promenade. And, of course, there was the North Sea. It was usually freezing, but that never stopped us paddling in it.
Those holidays gave me some wonderful memories. There was always something happening and somewhere to go, and everything seemed exciting when you were a child. The arcades could keep us entertained for hours, and simply being beside the sea felt completely different from everyday life back home. Even then, I remember thinking that I would like to live in Skegness one day. At the time it was probably just a childhood dream, but years later that dream became reality, not only for me but for much of my family too.
Skegness remained part of my life as I got older. As a young adult, we would come on annual coach trips from Nottingham organised by our local pub. They became something we looked forward to every year. We'd arrive and head for the Pleasure Beach, spend time in the arcades and occasionally fit in a cheeky pub crawl before climbing back onto the coach for the journey home. We jokingly called Skegness “Nottingham by the Sea”, and anyone who knows how many people travel here from Nottingham will probably understand why.
Those trips were very different from the caravan holidays of my childhood, but the feeling of coming to Skegness was still there. There was a freedom about being away with friends for the day, having a laugh and knowing that normal life was waiting somewhere else. Skegness was somewhere I associated with good times, and the idea I'd had as a child about living here never completely went away.
Eventually I made the move permanently, and it remains one of the best decisions I've made. A place I had known first as a holidaymaker became the place where I actually lived. Suddenly the beach and the North Sea weren't something I had to leave behind at the end of a holiday or coach trip. They were there whenever I wanted them. I also discovered the Skegness that visitors don't necessarily see, the everyday town and the people who live here throughout the year.
It was here that I met my partner, and together we've built our life in Skegness. Having somebody beside you becomes particularly important when life doesn't go according to plan, and in recent years we've certainly had more than our fair share to deal with.
I have a hereditary liver condition and am currently on the transplant list waiting for a new liver. I've already been through one liver transplant, which sadly wasn't successful, so I know what the process involves and what may be ahead of me. Waiting for another transplant brings a great deal of uncertainty. There are hospital appointments, tests and days when my health simply doesn't allow me to do the things I would normally want to do.
At the same time, some of the people closest to me have been facing serious illnesses of their own. My partner and my father are both recovering from cancer and the difficult treatments that came with it, while my best friend is living with terminal cancer. There are weeks when hospitals, appointments and health seem to dominate everything. Sometimes you are dealing with your own worries while also trying to be there for the people you love, and that can be difficult.
I can't pretend that I'm positive every minute of every day because I'm not. There are difficult days and there is uncertainty about what comes next. But I've also learned to appreciate the days when I feel well enough to get out and do something I enjoy. For me, one of those things is photography.
A few years ago, I started Picture Skegness, a Facebook page where I share photographs of the town and local events. Photography gave me another way of connecting with a place I had already loved for most of my life. Instead of simply enjoying Skegness myself, I could go out with my camera and share what I was seeing with other people.
I particularly love photographing the town when the sun is shining and Skegness seems to come alive. There is always something to photograph, whether it's an event, people enjoying themselves, something happening around town or simply one of those moments when the light makes somewhere familiar look completely different. Running Picture Skegness has also introduced me to people I might otherwise never have met.
Photography helps keep me active and gives me a reason to get out when I'm feeling well enough. On difficult days it also gives me something else to think about besides illness, appointments and hospitals. There are times when I'm simply too unwell to go out and take photographs myself, and that's when friends and family help. They know how much Picture Skegness means to me and will send photographs or help keep things going until I'm able to get back out there again. That means a great deal to me.
Sometimes I think about the fact that I first came to Skegness as a little girl looking at everything around me with excitement. I remember the Model Village, Fairy Dell, the arcades, the tiny caravan and paddling in that freezing North Sea. Decades later, I'm still looking at Skegness, only now quite often it's through a camera.
The town has obviously changed since those childhood holidays. Places I remember have disappeared and new things have taken their place. That's what happens to towns. But there are still moments when I can walk along the promenade or look out towards the sea and remember exactly why I wanted to live here all those years ago.
At the moment, I don't know what the future holds. I'm waiting for another liver transplant, and there are people I love dealing with serious illnesses of their own. There are things in life that none of us gets to choose, and I've certainly learned that plans can change very quickly.
What I can choose is what I do with the good days. When I'm well enough, I want to be out with my camera. I want to spend time with the people I love, have a laugh and enjoy the town that has been part of my life since those childhood caravan holidays.
I spent years coming to Skegness and then going home again. Eventually I stopped going home because Skegness had become home. Whatever comes next, I'll keep enjoying it whenever I can. As I always say, live your best life.