🇩🇪 Jean Jacks (geb. 1942)
Ich wurde 1942 in Skegness geboren, während die Welt im Krieg war. Ich war noch zu jung, um mich an vieles aus diesen beängstigenden Jahren zu erinnern, aber der Krieg gehörte zu der Welt, in die ich hineingeboren wurde, und prägte die Kindheit, die darauf folgte. Mein Vater George hatte bereits im Ersten Weltkrieg seinem Land gedient und wurde während des Zweiten Weltkriegs Mitglied der Home Guard, der britischen Heimwehr. Meine Mutter Doris hielt zu Hause unsere Familie zusammen, so wie es in diesen Jahren so viele Frauen taten.
Eine meiner frühesten Erinnerungen ist der Luftschutzraum in unserem Haus. Ich war erst drei Jahre alt, als der Krieg endete, deshalb erfuhr ich vieles von dem, was damals geschah, später durch meine Familie. Auch Skegness wurde während des Krieges bombardiert, aber wir hatten großes Glück und unser Haus blieb unbeschädigt. Wenn ich heute daran denke, wird mir bewusst, wie viel Glück wir tatsächlich hatten.
Der Krieg war vorbei, aber die Jahre danach waren für normale Familien nicht einfach. Das Geld war knapp, und wie viele andere Menschen konnten wir es uns schlicht nicht leisten, in den Urlaub zu fahren. Aber weil ich in Skegness aufwuchs, hatte ich nie wirklich das Gefühl, etwas zu verpassen. Strand und Meer lagen direkt vor unserer Haustür. Andere Familien reisten hierher, um ihren Urlaub zu verbringen, während es für mich einfach der Ort war, an dem ich lebte und spielte. Einen großen Teil meiner Kindheit verbrachte ich am Strand und an der Promenade, und wahrscheinlich wusste ich damals gar nicht, wie viel Glück ich damit hatte.
Ich besuchte zunächst die Skegness Infants School und anschließend die Junior School, bevor ich einen Platz an der Grammar School bekam. Darauf war ich unglaublich stolz und bin es bis heute. Bildung war wichtig, und die Möglichkeit, die Grammar School zu besuchen, bedeutete mir sehr viel. Noch heute glaube ich, dass sie zu den Dingen gehört, auf die Skegness wirklich stolz sein kann.
Mit sechzehn verließ ich die Schule und begann beim GPO, dem General Post Office, das später zu British Telecom wurde, als Telefonistin zu arbeiten. Es war eine völlig andere Welt als heute. Es gab keine Mobiltelefone, und man konnte nicht einfach einen Namen auf einem Bildschirm antippen und mit jemandem am anderen Ende des Landes sprechen. Gespräche mussten über große manuelle Vermittlungstafeln verbunden werden, und wir stellten diese Verbindungen tatsächlich von Hand her.
Es war eine geschäftige Arbeit und man musste genau wissen, was man tat, aber ich liebte sie. Viele von uns jungen Frauen arbeiteten zusammen und wir wurden gute Freundinnen. Wir redeten, lachten und arbeiteten Seite an Seite, und einige dieser Freundschaften haben fast mein ganzes Leben überdauert. Die alten Vermittlungstafeln sind längst verschwunden und die Technik ist heute kaum wiederzuerkennen, aber diejenigen von uns, die noch da sind, treffen sich weiterhin jede Woche, um miteinander zu reden, zu lachen und sich an die alten Zeiten zu erinnern. Diese Nachmittage bedeuten mir sehr viel.
Die Technik veränderte schließlich unsere Arbeit vollständig, aber da wir im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, waren unsere Arbeitsplätze geschützt. Meine Arbeit führte mich später nach Peterborough und anschließend nach Leicester. Ich verbrachte also auch Zeit außerhalb der Stadt, aber Skegness blieb immer der Ort, den ich als mein Zuhause betrachtete.
Mein Mann Stan war Ingenieur, und gemeinsam bauten wir ein Unternehmen auf, das Bauteile für Perkins Dieselmotoren herstellte. Perkins war ein angesehener Name, der auf der ganzen Welt bekannt war, und wir waren sehr stolz darauf, dass unser Unternehmen einen kleinen Teil dazu beitragen konnte. Es war harte Arbeit, aber wir hatten gemeinsam etwas aufgebaut, das zu einem wichtigen Teil unseres Lebens wurde.
Als Stan starb, veränderte sich alles. Den Menschen zu verlieren, mit dem man sein Leben aufgebaut hat, ist schon schwer genug, doch neben meiner Trauer stand ich plötzlich auch vor der Aufgabe, das Unternehmen allein weiterzuführen. Damals war es noch ungewöhnlich, dass eine Frau ein Unternehmen im Ingenieurwesen leitete. Aber es gab Arbeit, die erledigt werden musste, und Menschen, die vom Unternehmen abhängig waren, also machte ich einfach weiter.
Ich weiß nicht mehr, dass ich mich damals als besonders mutig oder widerstandsfähig gesehen hätte. Solche Worte benutzten wir eigentlich nicht für uns selbst. Es gab Dinge, die getan werden mussten, und ich tat sie. Ich trauerte, aber das Leben blieb nicht stehen und ich konnte es auch nicht. Wenn ich heute zurückblicke, habe ich wahrscheinlich viel mehr bewältigt, als mir damals bewusst war.
Schließlich bekam auch unser Unternehmen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der 1970er Jahre zu spüren, und ich entschied mich, es zu verkaufen. Dieses Kapitel meines Lebens ging zu Ende, und mit der Zeit begann ein neues, als ich meinen zweiten Mann Ian kennenlernte.
Ian besaß zwei Süßwarengeschäfte in Skegness, in denen sowohl Urlauber als auch einheimische Familien einkauften, und er engagierte sich außerdem stark in der Kommunalpolitik. In der Zeit vor Wahlen konnte sich unser Haus völlig verwandeln. Es wurde zu einer Art Hauptquartier der Conservative Party. Ständig kamen und gingen Menschen, überall wurden Gespräche geführt und unzählige Tassen Tee gekocht. Es konnte ziemlich hektisch werden, aber wenn ich heute daran zurückdenke, erinnere ich mich an sehr glückliche und lebhafte Tage.
In mehr als achtzig Jahren habe ich erlebt, wie sehr sich Skegness verändert hat. Manche Veränderungen waren zum Besseren, andere fand ich traurig. Viele der Familiennamen und unabhängigen Geschäfte, die früher auf unserer High Street selbstverständlich waren, sind verschwunden. Wenn man so lange an einem Ort lebt wie ich, bemerkt man nicht einfach nur, dass ein Geschäft geschlossen hat. Man erinnert sich an die Menschen, denen es gehörte, daran, was früher dort war, und manchmal sogar noch daran, was davor an derselben Stelle stand.
Besonders gerne erinnere ich mich an Skegness in den 1960er Jahren. Damals gab es noch das Theater am Ende des Piers sowie das Embassy Theatre und das Arcadia, und einige sehr bekannte Künstler kamen nach Skegness. Es war immer etwas los. Ich liebte es, mich schick zu machen und tanzen zu gehen, und in diesen Jahren herrschte eine ganz besondere Stimmung in der Stadt. Es war eine wunderbare Zeit, jung zu sein.
Natürlich war Skegness nicht nur ein Urlaubsort, sondern auch eine Stadt, in der Menschen lebten und arbeiteten. Wer hier wohnte, kannte beide Seiten. Wir erlebten die geschäftigen Sommer, wenn sich die Stadt mit Besuchern füllte, und die ruhigeren Monate, in denen das Leben wieder ein völlig anderes Tempo annahm. Da ich mein ganzes Leben hier verbracht habe, habe ich diesen Wechsel Jahr für Jahr immer wieder erlebt.
Ian starb 2007, und natürlich vermisse ich ihn noch immer. Zwei Ehemänner zu verlieren war ein sehr schwerer Teil meines Lebens, aber ich hatte das Glück, wunderbare Freundschaften um mich herum zu haben. Einige reichen bis in meine Arbeitszeit zurück, andere entstanden später. Wenn man mein Alter erreicht, versteht man, wie kostbar solche langjährigen Freundschaften wirklich sind.
Auch heute gehe ich noch gerne mit Freunden am Strand spazieren. Manchmal denke ich daran, dass ich dabei derselben Küstenlinie folge, die ich schon vor mehr als achtzig Jahren als kleines Mädchen kannte. Damals konnte sich meine Familie keinen Urlaub leisten, also war dieser Strand mein Spielplatz. Heute reisen Menschen aus allen Teilen des Landes hierher, um an genau diesem Küstenabschnitt ihren Urlaub zu verbringen, während ich noch immer das Glück habe, ihn direkt vor meiner Haustür zu haben.
Es gibt nur sehr wenig an Skegness, das sich während meines Lebens nicht verändert hat. Ich habe die Stadt während und nach einem Weltkrieg erlebt, gesehen, wie alte Gebäude und Geschäfte verschwanden, wie die Technik unsere Art zu kommunizieren völlig veränderte und wie Generationen von Familien hier aufwuchsen. Ich habe die Theater voller Zuschauer erlebt, die Veränderungen auf der High Street gesehen und beobachtet, wie sich Skegness immer wieder angepasst hat.
Aber es gibt Dinge, die ich sofort wiedererkenne. Der breite Sandstrand ist noch da, die Nordsee ist noch da und auch diese unverwechselbare Seeluft von Skegness. Noch heute kann ich an der Küste entlanggehen und mich daran erinnern, wie ich als kleines Mädchen fast dasselbe getan habe.
Ich habe hier ein langes Leben verbracht. Ich habe gearbeitet, eine Familie großgezogen, beim Aufbau und der Führung eines Unternehmens geholfen, Menschen verloren, die ich geliebt habe, und Freundschaften geschlossen, die seit Jahrzehnten bestehen. Mehr als achtzig Jahre lang habe ich beobachtet, wie sich Skegness verändert hat, aber ich habe nie aufgehört, das Gefühl zu haben, dass ich hierher gehöre.
Manchmal fragen mich die Leute, wie ich es geschafft habe, über achtzig zu werden und noch immer so aktiv zu sein. Ich lächle dann immer und gebe ihnen dieselbe Antwort: „Es liegt an der Seeluft von Skegness.“ Ob das wirklich das Geheimnis ist, weiß ich nicht. Aber nachdem ich sie seit mehr als achtzig Jahren einatme, werde ich ganz bestimmt nicht widersprechen.
🇬🇧 Jean Jacks (b. 1942)
I was born in Skegness in 1942, while the world was at war. I was too young to remember much about those frightening years, but the war was part of the world I was born into and shaped the childhood that followed. My father, George, had already served his country during the First World War and during the Second World War he became a member of the Home Guard. My mother, Doris, kept our family together at home, as so many women did during those years.
One of my earliest memories is of the air raid shelter in our house. I was only three when the war ended, so much of what happened during those years was later explained to me by my family. Skegness was bombed during the war, but we were incredibly fortunate and our home escaped any damage. When I think about it now, I realise just how lucky we were.
The war ended, but the years that followed weren't easy for ordinary families. Money was tight and, like many people at the time, we simply couldn't afford to go away on holiday. But growing up in Skegness meant I never really felt as though I was missing out. We had the beach and the sea right on our doorstep. Other families travelled here for their holidays, while for me it was simply where I lived and played. I spent so much of my childhood around the beach and promenade that perhaps I didn't realise at the time how fortunate I was.
I went to Skegness Infants and then the Junior School before earning a place at the Grammar School. That was something I was incredibly proud of, and I still am. Education mattered, and being given the opportunity to attend the Grammar School meant a great deal to me. Even today, I believe it is one of the things Skegness should be very proud of.
At sixteen I left school and started work for the GPO, which would eventually become British Telecom, as a telephonist. It was a completely different world from the one we know today. There were no mobile phones and you couldn't simply press a name on a screen and speak to somebody on the other side of the country. Calls had to be connected through large manual switchboards, and we physically connected one person to another.
It was busy work and you had to know what you were doing, but I loved it. There were lots of us girls working together and we became good friends. We talked, laughed and worked side by side, and some of those friendships have lasted for most of my life. The old switchboards have disappeared and the technology is almost unrecognisable now, but those of us who are still here continue to meet every week for a chat, a laugh and to remember the old days. Those afternoons mean a great deal to me.
Technology eventually changed the job completely, although because we were civil servants our employment was protected. My work later took me to Peterborough and then Leicester. I spent time away, but Skegness remained the place I thought of as home.
My husband, Stan, was an engineer, and together we built a business manufacturing components for Perkins diesel engines. Perkins was a respected name known around the world, and we were very proud that our business played a small part in that. It was hard work, but we had built something together and it became an important part of our lives.
When Stan died, everything changed. Losing the person you have built your life with is difficult enough, but alongside the grief I suddenly found myself responsible for running the business on my own. At that time, a woman running an engineering business was still unusual, but there was work to be done and people depending on the business, so I simply got on with it.
I don't remember thinking of myself as particularly brave or resilient. Those weren't really words we used about ourselves. There were things that needed doing and I did them. I was grieving, but life didn't stop and neither could I. Looking back now, I probably coped with far more than I realised at the time.
Eventually the economic difficulties of the 1970s caught up with the business and I made the decision to sell it. That chapter of my life came to an end, and in time another one began when I met my second husband, Ian.
Ian owned a couple of sweet shops in Skegness, serving holidaymakers and local families, and he was also heavily involved in local politics. Election time could completely transform our house. It would become something of a Conservative Party headquarters, with people constantly coming and going, conversations taking place everywhere and an endless supply of tea being made. It could be hectic, but when I look back now I remember those as very happy, busy days.
Over more than eighty years I've watched Skegness change enormously. Some of the changes have been for the better and others I have found sad. Many of the family names and independent businesses that were once familiar on our High Street have disappeared. When you've lived somewhere for as long as I have, you don't just notice that a shop has closed. You remember the people who ran it, what used to be there and sometimes even what came before that.
I have particularly happy memories of Skegness in the 1960s. We still had the theatre at the end of the pier, as well as the Embassy Theatre and the Arcadia, and some very well known performers came to Skegness. There was always something going on. I loved getting dressed up and going dancing, and there was a real excitement about the town during those years. They were wonderful days to be young.
Of course, Skegness was a working town as well as a holiday resort. Those of us who lived here saw both sides of it. We saw the busy summers when the town filled with visitors and the quieter months when life returned to a completely different pace. Having spent my whole life here, I've watched that cycle repeat itself year after year.
Ian died in 2007, and of course I still miss him. Losing two husbands has been a very difficult part of my life, but I've been fortunate to have wonderful friendships around me. Some go back to my working days and others came later. When you reach my age, you understand just how precious those long friendships are.
Even now, I still enjoy walking along the beach with friends. Sometimes I think about the fact that I'm following the same shoreline I knew as a little girl more than eighty years ago. Back then, my family couldn't afford holidays, so that beach was where I played. Today people travel from all over the country to spend their holidays on the same stretch of coast, while I'm still fortunate enough to have it on my doorstep.
There is very little about Skegness that hasn't changed during my lifetime. I've seen the town during and after a world war, watched old buildings and businesses disappear, seen technology transform the way we communicate and watched generations of families grow up. I've seen the theatres busy with audiences, the High Street change and the town adapt again and again.
But there are things I still recognise immediately. The wide sandy beach is still there, the North Sea is still there and so is that unmistakable Skegness sea air. I can walk along the coast today and remember doing much the same thing as a little girl.
I've had a long life here. I've worked, raised a family, helped run a business, lost people I loved and made friendships that have lasted for decades. I've watched Skegness change through more than eighty years, but I've never stopped feeling that this is where I belong.
People sometimes ask me how I've reached my eighties and still manage to keep active. I always smile and give them the same answer: “It's the Skegness sea air.” I don't know whether that's really the secret, but after more than eighty years of breathing it, I'm certainly not going to argue.