Photo of Julie Grundy / Pledge from Skegness

Julie Grundy / Photo: ©Byford.JOHN  > 2026. Skegness

🇩🇪 Julie Grundy  (geb.1984) ​​​​​​​
Ich wurde 1984 in Pontefract in West Yorkshire geboren. Ich habe eine Zwillingsschwester, und von Anfang an hatten wir eine Verbindung, die wahrscheinlich nur Zwillinge wirklich verstehen können. Was auch immer um uns herum geschah, wir hatten immer einander, und wenn ich heute zurückblicke, wird mir bewusst, wie wichtig das für uns war.
Meine Kindheit war nicht gerade einfach. Die Beziehung zu meinem Vater war schwierig, und als er starb, war ich erst fünfzehn Jahre alt. Es war eine verwirrende und emotionale Zeit für uns alle. Meine Mutter Brenda liebte uns sehr, aber sie hatte selbst Lernschwierigkeiten und konnte es einfach nicht schaffen, uns allein großzuziehen. Es lag nicht daran, dass wir ihr egal waren. Ganz im Gegenteil. Sie brauchte einfach Unterstützung, die sie sich selbst nicht geben konnte.
Meine Schwester und ich kamen mit fünfzehn in eine Pflegefamilie. Wenn ich heute darauf zurückblicke, wird mir bewusst, wie viel Glück wir hatten, dass wir zusammenbleiben konnten. Zwillinge können nicht immer gemeinsam in derselben Pflegefamilie untergebracht werden, aber bei uns war das glücklicherweise möglich. Ich weiß wirklich nicht, wie ich damit fertiggeworden wäre, wenn man uns getrennt hätte. Wir hatten bereits so viel erlebt, und was sich sonst auch immer in unserem Leben veränderte, wenigstens hatten wir noch einander.
Vier Jahre lang, bis ich neunzehn war, lebten wir bei unserer Pflegefamilie, und diese Jahre haben mich sehr geprägt. Unsere Pflegeeltern nahmen uns in ihre Familie auf und gaben uns nie das Gefühl, dass wir nicht dazugehören würden. Sie gaben uns Stabilität in einer Zeit, in der alles andere unsicher erschien, und selbst heute, all diese Jahre später, habe ich noch Kontakt zu ihnen. Sie waren nicht einfach Menschen, bei denen wir zufällig ein paar Jahre lebten. Sie wurden zu einem wichtigen Teil unseres Lebens.
Etwas, das ich besonders liebte, war ihr Wohnwagen in Skegness. Wir kamen hierher in den Urlaub und ich war begeistert. Einige meiner schönsten Erinnerungen aus meiner Jugend entstanden während dieser Aufenthalte. Da waren der Strand, die frische Seeluft und dieses Gefühl, für eine Weile von allem weg zu sein. Nach allem, was zu Hause passiert war, waren diese Ferien etwas Schönes, auf das ich mich freuen konnte.
Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass mir diese Wohnwagenurlaube den Ort zeigten, an dem ich später mein eigenes Leben aufbauen würde.
Obwohl ich nie wieder zu Mum zurückzog, hörte ich nie auf, sie zu lieben, und wir blieben uns sehr nah. Ich sprach jeden einzelnen Tag mit ihr. Ich habe ihr nie die Schuld daran gegeben, dass wir in eine Pflegefamilie kamen. Je älter ich wurde, desto besser verstand ich ihre Situation und wusste, dass sie mit den Schwierigkeiten, die sie selbst hatte, ihr Bestes gegeben hatte. Sie war immer noch meine Mum, ich liebte sie, und daran änderte auch die Pflegefamilie nichts.
Als ich neunzehn war, hatte ich bereits so viel Zeit in Skegness verbracht, dass ich hier einige gute Freunde gefunden hatte. Als ich also überlegen musste, wie es für mich weitergehen sollte, entschied ich mich, dauerhaft nach Skegness zu ziehen.
Yorkshire zu verlassen war ein großer Schritt, besonders weil meine Zwillingsschwester dort blieb. Nach allem, was wir gemeinsam erlebt hatten, mussten wir uns erst daran gewöhnen, plötzlich an verschiedenen Orten zu leben. Aber die Entfernung hat unsere Beziehung nie verändert. Wir haben ständig Kontakt. Sie ist meine Zwillingsschwester, und daran wird auch die Entfernung nichts ändern.
Skegness war natürlich ganz anders als Pontefract, aber ich lebte mich hier ein und begann, mir ein eigenes Leben aufzubauen. Ich lernte meine Freundin kennen, fand Arbeit in einem Café und wurde immer selbstständiger. Im Laufe der Jahre arbeitete ich in verschiedenen Pubs und Clubs, hauptsächlich in den Küchen, und heute arbeite ich für ein örtliches Busunternehmen. Durch meine Arbeit habe ich wunderbare Menschen kennengelernt, und viele der Freundschaften, die ich hier geschlossen habe, sind zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden.
Das bedeutet nicht, dass ich immer davon überzeugt war, für den Rest meines Lebens in Skegness zu bleiben. Es gab viele Momente, in denen ich mich fragte, wie es wohl wäre, in einer größeren Stadt zu leben, vielleicht in Nottingham oder Lincoln. Wie jeder Ort hat auch Skegness Dinge, die mich manchmal ärgern. Aber je länger ich hier lebe, desto schwieriger kann ich mir vorstellen, die Menschen und das Leben, das ich mir aufgebaut habe, zurückzulassen.
2022 starb Mum. Sie zu verlieren war eines der schwersten Dinge, die ich erlebt habe. Obwohl wir seit meinem fünfzehnten Lebensjahr nicht mehr zusammengelebt hatten, hatten wir unsere enge Beziehung nie verloren. Wir hatten jeden Tag miteinander gesprochen, und plötzlich nicht mehr anrufen oder ihre Stimme hören zu können, hinterließ eine riesige Lücke.
Ich vermisse sie jeden Tag. Einen Teil ihrer Asche trage ich in einem Anhänger um meinen Hals, und das gibt mir Trost. Es ist etwas Kleines und Persönliches, durch das sie immer ganz nah bei mir ist. Manchmal berühre ich den Anhänger, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Er ist einfach ein Teil von mir geworden, genauso wie Mum es immer sein wird.
Auch den richtigen Menschen zu finden war für mich nicht immer einfach. Ich habe viele Freunde, gehe gerne aus und bin gerne unter Menschen, aber als lesbische Frau gab es Zeiten, in denen ich mich fragte, ob ich jemals jemanden kennenlernen würde, mit dem ich wirklich eine gemeinsame Zukunft aufbauen könnte. Eine Zeit lang war ich mir nicht sicher, ob dieser Teil des Lebens für mich überhaupt passieren würde.
Heute habe ich eine wunderbare Freundin und mein eigenes Haus gekauft. Das bedeutet mir viel mehr, als einfach nur eine Immobilie zu besitzen. Nachdem ich mit fünfzehn in eine Pflegefamilie gekommen war und diese wichtigen Jahre meiner Jugend im Zuhause anderer Menschen verbracht hatte, habe ich heute einen Ort, der wirklich mir gehört. Ich kann meine eigene Haustür hinter mir schließen und weiß, dass ich mir dieses Leben selbst aufgebaut habe.
Darauf bin ich stolz.
Mein Leben hätte in viele verschiedene Richtungen gehen können. Ich war ein fünfzehnjähriges Mädchen, das seinen Vater verloren hatte, nicht mehr bei seiner Mutter leben konnte und gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester in eine Pflegefamilie kam. Ein Wohnwagen in Skegness schenkte mir später einige meiner glücklichsten Erinnerungen aus meiner Jugend, und mit neunzehn wagte ich den Schritt, dauerhaft hierherzuziehen.
Mehr als zwanzig Jahre später bin ich noch immer hier.
Ich habe noch immer meine Schwester, auch wenn sie in Yorkshire lebt. Ich habe noch immer die Pflegefamilie, die uns ein sicheres Zuhause gab, als wir es brauchten. Mum trage ich jeden Tag bei mir. Und hier in Skegness habe ich meine Freunde, meine Freundin, meine Arbeit und inzwischen auch mein eigenes Haus.
Vielleicht bedeutet mir mein eigenes Zuhause genau deshalb so viel. Während eines Teils meiner Kindheit konnte ich nicht selbst entscheiden, wo ich leben würde. 
Heute kann ich es. Und ich habe mich für Skegness entschieden.
🇬🇧 Julie Grundy  (b. 1984)
I was born in Pontefract, West Yorkshire, in 1984. I have a twin sister, and from the very beginning we've shared a bond that only twins really understand. Whatever was happening around us, we always had each other, and looking back now I realise just how important that was.
My childhood wasn't the easiest. My relationship with my dad was difficult, and when he died I was only fifteen years old. It was a confusing and emotional time for all of us. My mum, Brenda, loved us dearly, but she had learning difficulties of her own and simply couldn't cope with bringing us up by herself. It wasn't because she didn't care. She did, very much. She just needed help that she couldn't provide for herself.
My sister and I went into foster care when we were fifteen. Looking back now, I realise how fortunate we were to be kept together. Twins aren't always able to stay in the same foster home, but thankfully we were. I honestly don't know how I would have coped if we'd been separated. We had already been through so much, and whatever else was changing in our lives, at least we still had each other.
We stayed with our foster family for four years, until I was nineteen, and those years had a huge effect on me. Our foster parents welcomed us into their family and never made us feel as though we didn't belong. They gave us stability at a time when everything else felt uncertain, and even now, all these years later, I still keep in touch with them. They weren't simply people we happened to live with for a few years. They became an important part of our lives.
One of the things I loved was that they owned a caravan in Skegness. We came here for holidays and I absolutely loved it. Some of my happiest teenage memories were made during those visits. There was the beach, the fresh sea air and the feeling of being away from everything for a while. After everything that had happened at home, those holidays gave me something happy to look forward to.
I didn't know it then, of course, but those caravan holidays were introducing me to the place where I would eventually make my own life.
Although I never moved back home to live with Mum, I never stopped loving her and we remained very close. I spoke to her every single day. I never blamed her for us going into foster care. As I got older, I understood her circumstances better and knew that she had done the best she could with the difficulties she faced. She was still my mum, I loved her, and going into foster care never changed that.
By the time I was nineteen, I'd spent enough time in Skegness to have made some good friends here. So when the time came for me to decide what I was going to do next, I chose to move to Skegness permanently.
Leaving Yorkshire was a big step, particularly because my twin sister stayed behind. After everything we'd experienced together, suddenly living in different places took some getting used to. But being apart geographically has never changed our relationship. We're still in touch all the time. She's my twin, and distance isn't going to alter that.
Skegness was certainly different from Pontefract, but I settled here and began building a life for myself. I met my girlfriend, found work in a café and started becoming independent. Over the years I've worked in several pubs and clubs, mainly in kitchens, and today I work for a local bus company. I've met some wonderful people through my jobs, and many of the friendships I've made here have become an important part of my life.
That doesn't mean I've always thought I would stay in Skegness forever. There have been plenty of times when I've wondered what it might be like to live somewhere bigger, perhaps Nottingham or Lincoln. Like anywhere, Skegness has things that frustrate me. But the longer I've lived here, the more difficult it has become to imagine leaving the people and the life I've built.
In 2022, Mum died. Losing her was one of the hardest things I've been through. Even though we hadn't lived together since I entered foster care at fifteen, we'd never lost our relationship. We'd spoken every day, and suddenly not being able to make that call or hear her voice left an enormous gap.
I miss her every day. I carry some of her ashes in a pendant around my neck, and that gives me comfort. It's something small and personal that means she is always close to me. Sometimes I touch the pendant without even thinking about it. It's simply become part of me, just as Mum always will be.
Finding the right person hasn't always been straightforward either. I have lots of friends, I enjoy socialising and I like being around people, but as a gay woman there were times when I wondered whether I'd ever meet somebody I could really build a future with. For a while, I wasn't sure whether that part of life was going to happen for me.
Today, I have a wonderful girlfriend and I've bought my own house. That means more to me than simply owning a property. After entering foster care at fifteen and spending those important teenage years living in somebody else's home, I now have somewhere that is genuinely mine. I can close my own front door and know that I've built this life for myself.
I'm proud of that.
My life could have gone in many different directions. I was a fifteen year old girl who had lost her dad, couldn't continue living with her mum and went into foster care with her twin sister. A caravan in Skegness then gave me some of my happiest teenage memories, and at nineteen I took the chance to move here permanently.
More than twenty years later, I'm still here.
I still have my sister, even though she lives in Yorkshire. I still have the foster family who gave us somewhere safe when we needed it. I carry Mum close to me every day. And here in Skegness I have my friends, my girlfriend, my work and now a house of my own.
Perhaps that's why owning my own home means so much to me. For part of my childhood, where I was going to live wasn't something I could decide for myself.
Now it is. And I've chosen Skegness.
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