🇩🇪 Magda Obiala [ Moody ] (geb. 1986)
Mein Name ist Magda Obiala, und obwohl Skegness seit vielen Jahren mein Zuhause ist, beginnt meine Geschichte in Polen. Ich wurde 1986 geboren und wuchs in der Stadt Inowrocław auf, umgeben von Natur und einer eng verbundenen Familie. Einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen sind die Stunden mit meinen Großeltern, Ausflüge in die Umgebung und einfach die Zeit draußen in der Natur. Diese Verbundenheit mit der Natur begann schon sehr früh und ist mir mein ganzes Leben lang geblieben.
Das Leben in Polen war gut, und wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, habe ich viele schöne Erinnerungen. Meine Eltern arbeiteten unglaublich hart, und durch sie lernte ich, wie wichtig es ist, etwas aus seinem Leben zu machen und sich selbst Möglichkeiten zu schaffen. Doch obwohl ich glücklich war, gab es immer einen Teil von mir, der wissen wollte, was außerhalb des Ortes lag, an dem ich aufgewachsen war. Ich wollte reisen, andere Länder erleben und herausfinden, was das Leben vielleicht noch für mich bereithielt.
Ich studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität und hatte vor, anschließend einen Masterabschluss zu machen. Wie viele Studierende musste ich jedoch zunächst etwas Geld verdienen, bevor ich diesen nächsten Schritt gehen konnte. Also beschloss ich, nach England zu kommen und eine Zeit lang zu arbeiten. Es gab keinen großen Plan, Polen für immer zu verlassen. Für mich war klar: Ich würde arbeiten, etwas Geld sparen und danach mein Studium fortsetzen.
Damals schien das alles ziemlich einfach.
Doch diese vorübergehende Entscheidung veränderte stattdessen die gesamte Richtung meines Lebens.
Ich landete im Lake District, und wahrscheinlich hätte ich kaum an einem besseren Ort in England ankommen können. Mit meiner Liebe zur Natur begeisterten mich die Berge, Seen und die wunderschöne Landschaft sofort. Ich war weit entfernt von der vertrauten Umgebung Inowrocławs, aber an einem Ort zu sein, der so eng mit der Natur verbunden war, machte den Übergang leichter. In einem Land, in dem ansonsten alles neu für mich war, gab mir das etwas Vertrautes.
Ich fand Arbeit in einer Cocktailbar, und dort nahm meine Geschichte eine weitere unerwartete Wendung. Ich lernte Michael kennen.
Michael stammte ursprünglich aus Skegness und war im Lake District, um seine Familie zu besuchen. Die Leute sprechen von Liebe auf den ersten Blick, und bevor ich ihn kennenlernte, glaube ich nicht, dass ich wirklich daran geglaubt hatte. Aber bei unserer ersten Begegnung war da etwas Besonderes. Wir fühlten uns sofort zueinander hingezogen, und schon bald verbrachten wir so viel Zeit miteinander wie möglich.
Plötzlich sah mein vorübergehendes Leben in England gar nicht mehr so vorübergehend aus.
Es gab allerdings ein kleines Problem. Michael kam aus einem Ort namens Skegness, und ich hatte absolut keine Ahnung, wo dieser Ort lag. Ich hatte noch nie von der Stadt gehört und hätte sie ganz sicher nicht auf einer Landkarte zeigen können. England war für mich noch immer neu, und Skegness war einfach der Name eines Ortes irgendwo in diesem Land.
Drei Monate später zog ich dorthin.
Wenn ich heute darüber nachdenke, war das ein ziemlicher Sprung ins Ungewisse. Ich war nach England gekommen, um etwas Geld zu verdienen und anschließend meine Ausbildung fortzusetzen, und nur wenige Monate später zog ich quer durchs Land in eine Küstenstadt, von der ich vorher noch nie gehört hatte, weil ich mich verliebt hatte. Manchmal entstehen die größten Veränderungen im Leben nicht durch sorgfältig ausgearbeitete Pläne. Sie geschehen, weil etwas oder jemand völlig unerwartet auftaucht und man beschließt, diese Chance zu ergreifen.
Zum Glück war es eine Chance, die sich gelohnt hat.
Skegness war völlig anders als Inowrocław und wiederum ganz anders als der Lake District, aber einiges daran gefiel mir sofort. Der weite Himmel, die Küste und das Gefühl von Freiheit und Weite gaben mir jene Verbindung zur Natur, die ich schon immer geliebt hatte. Diesmal waren es keine Berge und Seen, die mich umgaben, sondern das Meer und ein Horizont, der endlos zu sein schien.
Ich lernte auch die Menschen kennen und entdeckte den starken Gemeinschaftssinn, den es hier gibt. In ein anderes Land zu ziehen ist eine Sache, aber sich irgendwo wirklich niederzulassen und allmählich das Gefühl zu bekommen, dazuzugehören, ist etwas ganz anderes. Das braucht Zeit. Nach und nach war Skegness nicht mehr nur die Stadt, in die ich wegen Michael gezogen war. Es wurde auch zu einem Ort, für den ich mich selbst entschieden hatte.
Michael und ich heirateten schließlich, und gemeinsam begannen wir, nicht nur unsere Beziehung, sondern auch unser Leben und unsere Zukunft aufzubauen. Heute führen wir Ferienbetriebe, und auch das ist zu einem wichtigen Teil unserer gemeinsamen Geschichte geworden. Der Tourismus spielt in Skegness eine so große Rolle, dass unser Arbeitsleben inzwischen in vielerlei Hinsicht eng mit der Stadt selbst verbunden ist.
Gemeinsam Unternehmen zu führen ist nicht immer einfach. Wenn man mit dem Menschen zusammenarbeitet, mit dem man auch sein Leben teilt, erlebt man gemeinsam die guten Tage, die stressigen Tage und alles dazwischen. Es braucht Geduld, Teamarbeit, Vertrauen und die Bereitschaft, Probleme gemeinsam zu lösen. Gleichzeitig hat es uns zu echten Partnern in jeder Hinsicht gemacht. Was wir geschaffen haben, ist daraus entstanden, dass wir beide auf dieselben Ziele hingearbeitet haben.
Manchmal denke ich darüber nach, wie anders mein Leben vielleicht verlaufen wäre, wenn ich wie ursprünglich geplant einfach nach Polen zurückgekehrt wäre. Vielleicht hätte ich meinen Masterabschluss gemacht und einen völlig anderen beruflichen Weg eingeschlagen. Ich werde es nie wissen. Das Leben führte mich in eine andere Richtung, und ich habe nie bereut, diesem Weg gefolgt zu sein.
Polen bleibt natürlich ein wichtiger Teil von mir. Wegzuziehen löscht nicht aus, woher man kommt. Meine Familie, meine Kindheit und meine Erinnerungen an Inowrocław gehören zu mir, und wann immer ich kann, kehre ich zurück, um Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe, und mich wieder mit meinen Wurzeln zu verbinden.
Vielleicht ist genau das eines der Dinge, die man lernt, wenn man in ein anderes Land zieht. Zuhause muss nicht unbedingt nur einen einzigen Ort bedeuten. Polen ist der Ort, an dem meine Geschichte begann und an dem ein großer Teil meiner Familiengeschichte verwurzelt ist. Skegness ist der Ort, an dem ein weiterer Teil meiner Geschichte begann, wo ich Michael fand und wir unser gemeinsames Leben aufgebaut haben. Beide Orte haben mich auf unterschiedliche Weise geprägt.
Und vielleicht ist meine Geschichte noch nicht am Ende ihrer Reise.
Es gibt noch einen anderen Ort, der mich schon immer fasziniert hat: Griechenland. Ich liebe die Kultur, das Klima und die Lebensart, und irgendwo in meinem Hinterkopf lebt noch immer der Traum, eines Tages dort zu wohnen. Ob es wirklich dazu kommt, weiß ich nicht. Ich habe längst gelernt, dass das Leben nicht immer den Plänen folgt, die man für sich macht.
Im Moment ist Skegness mein Zuhause. Hier wurde aus einer Beziehung, die ganz unerwartet in einer Cocktailbar begann, eine Ehe. Hier haben Michael und ich unsere Unternehmen aufgebaut, und hier wurde das Meer nach und nach zu einem Teil meines täglichen Lebens.
Ich kam nach England und dachte, ich würde nur eine Weile bleiben. Nach gerade einmal drei Monaten zog ich wegen eines Mannes, in den ich mich verliebt hatte, nach Skegness, in eine Stadt, von deren Existenz ich vorher nicht einmal wusste.
All diese Jahre später bin ich noch immer hier.
Und wenn ich mich selbst kenne, wartet irgendwo vor mir vielleicht schon das nächste Abenteuer.
🇬🇧 Magda Obiala (b. 1986)
My name is Magda Obiala, and although I have called Skegness home for many years, my story begins in Poland. I was born in 1986 and grew up in the town of Inowrocław, surrounded by nature and a close-knit family. Some of my happiest childhood memories are of spending time with my grandparents, exploring the countryside and simply being outdoors. That connection with nature began when I was very young and has stayed with me throughout my life.
Life in Poland was good, and when I look back on my childhood, I have many happy memories. My parents worked incredibly hard, and I grew up seeing the importance of making something of your life and creating opportunities for yourself. But even though I was happy, there was always a part of me that wanted to know what existed beyond the place where I had grown up. I wanted to travel, experience other countries and discover what else life might have waiting for me.
I studied Economics at university and intended to continue my education with a master’s degree. Like many students, though, I needed to earn some money before taking that next step. So I decided to come to England and work for a while. There was no grand plan to leave Poland permanently. As far as I was concerned, I would work, save some money and then continue with my studies.
It seemed quite straightforward at the time.
Instead, that temporary decision changed the entire direction of my life.
I found myself in the Lake District, which was probably one of the best places in England I could have landed. With my love of the outdoors, the mountains, lakes and beautiful scenery immediately appealed to me. I was thousands of miles from the familiar surroundings of Inowrocław, yet being somewhere so connected to nature made the transition easier. It gave me something familiar in a country that was otherwise completely new.
I found work in a cocktail bar, and it was there that another unexpected turn in my story began. I met Michael.
Michael was originally from Skegness and was in the Lake District visiting family. People talk about love at first sight, and before meeting him I don't think I really believed in it. But there was something about that first meeting. We were immediately drawn to each other, and very quickly we began spending as much time together as we could.
Suddenly, the temporary life I had planned in England wasn't looking quite so temporary.
There was, however, one slight problem. Michael came from somewhere called Skegness, and I had absolutely no idea where it was. I had never heard of the town and certainly couldn't have pointed to it on a map. England was still new to me, and Skegness was simply the name of a place somewhere else in the country.
Three months later, I moved there.
When I think about it now, it was quite a leap of faith. I had come to England intending to earn some money before continuing my education, and within a matter of months I was moving across the country to a seaside town I'd never even heard of because I'd fallen in love. Sometimes the biggest changes in life don't come from carefully made plans. They happen because something, or someone, appears unexpectedly and you decide to take the chance.
Fortunately, it was a chance worth taking.
Skegness was completely different from Inowrocław and different again from the Lake District, but there were things about it that immediately appealed to me. The wide skies, the coastline and the sense of space gave me that connection with the outdoors I had always loved. This time it wasn't mountains and lakes surrounding me, but the sea and a horizon that seemed to go on forever.
I also began getting to know the people and discovering the strong sense of community that exists here. Moving to another country is one thing, but settling somewhere and beginning to feel that you belong is something else entirely. That takes time. Gradually, Skegness stopped feeling like the town I had moved to because of Michael and started becoming a place I had chosen for myself as well.
Michael and I eventually married, and together we began building not only a relationship but a life and a future. Today, we run holiday businesses, and that has become another important part of our story. Tourism is such a big part of Skegness, so in some ways our working lives have become closely connected to the town itself.
Running businesses together isn't always easy. When you work alongside the person you live with, you see each other through the good days, the stressful days and everything in between. It requires patience, teamwork, trust and a willingness to solve problems together. But it has also made us genuine partners in every sense. What we have created has come from both of us working towards the same goals.
Sometimes I think about how different my life might have been if I'd simply returned to Poland as originally planned. Perhaps I would have completed my master’s degree and followed a completely different career. I will never know. Life took me in another direction, and I have never regretted following it.
Poland, of course, remains an important part of me. Moving away doesn't erase where you come from. My family, my childhood and my memories of Inowrocław are part of who I am, and I return whenever I can to spend time with the people I love and reconnect with my roots.
I think perhaps that is one of the things moving abroad teaches you. Home doesn't necessarily have to mean only one place. Poland is where my story began and where so much of my family history belongs. Skegness is where another part of my story began, where I found Michael and where we created our life together. Both places have shaped me in different ways.
And perhaps my story hasn't finished moving yet.
There is still another place that has always fascinated me: Greece. I love the culture, the climate and the way of life, and somewhere in the back of my mind there remains a dream that one day I might live there. Whether that happens or not, I don't know. I've already learned that life doesn't always follow the plans you make for it.
For now, Skegness is home. It is where a relationship that began unexpectedly in a cocktail bar became a marriage, where Michael and I built our businesses and where the sea gradually became part of my everyday life.
I came to England expecting to stay for a little while. I moved to Skegness after just three months with a man I'd fallen in love with, to a town I hadn't even known existed.
All these years later, I'm still here.
And knowing me, perhaps there is another adventure waiting somewhere ahead.